Source Code (USA/F 2011, Duncan Jones)
Zeitreisefilme reflektieren in ihren Erzählungen, aber auch in ihrer Struktur die Bedingungen ihrer Möglichkeit und das Wesen des filmischen Erzählens überhaupt. Das zeigt sich insbesondere in Zeitschleifen-Erzählungen, die eine besondere Art der Zeitreise-Erfahrung für ihre Protagonisten darstellen: Von “… und täglich grüßt das Murmeltier” über “Lost Highway” bis “Déjà Vu” erleben die Filmfiguren, was es heißt, Filmfigur zu sein und damit der Willkür der erzählten Zeit zu unterliegen. “Science Fiction” sind diese Filme in dem Maße, wie sie subtil film- und medienwissenschaftliche Positionen als Fiktionen in ihren Stories reflektieren. Mit Duncan Jones’ “Source Code” ist nun ein Zeitschleifen-Film entstanden, in den sich die Bedingungen seines Filmseins auf besondere Weise eingeschrieben haben.





In den 1980er-Jahren steckt John Badham mit drei Filmen das popkulturelle Potenzial von Kalter-Kriegs-Waffentechnologien ab: Im 


Als Alfred Hitchcock einmal seinen Wunsch äußerte, einen Film ausschließlich in einer Telefonzelle drehen zu wollen, stand dabei natürlich zuerst der reduzierte Handlungsort im Fokus: Auf engstem Raum, ohne die Möglichkeit, weitere Protagonisten in das Setting zu bringen, eine Spielfilmhandlung zu realisieren: Das bedürfte schon eines ausgeklügelten Plots. Doch einen “Ausgang” hatte sich Hitchcock dabei natürlich offen gelassen: Die Telefonzelle ist – so eng sie auch räumlich sein mag – gleichzeitig das Portal zu einem theoretisch endlosen virtuellen Raum, der durch das Telefongespräch geöffnet wird. Joel Schumacher hatte diesen Raum 2002 mit “Phone Booth” ausgelotet, sich dabei jedoch noch nicht getraut, den realen Handlungsraum vollständig von der Umwelt abzugrenzen. So weit geht nun Rodrigo Cortés’ Film “Buried”, der ausschließlich einen in einem Sarg eingeschlossenen Mann zeigt, dem nichts als ein Handy zur Verfügung steht.
Charles Kaufmans „Muttertag“ von 1981 genießt vor allem in Deutschland einen gewissen Kultstatus, den ihm wohl nicht zuletzt seine Beschlagnahmung im Rahmen der Horrorvideo-Debatte eingebracht hat. Dennoch hat sich die gallige Satire auf den Way of Life des US-amerikanischen Mittelstands, der sich bis zur Verblödung mit Werbespots, Fernsehserien und Industrienahrung volldröhnt, sich unhinterfragt bevormunden lässt und seinen Gewaltfantasien hingibt, nie wirklich in das Horrorkino seiner Zeit eingliedern lassen. Trotz seiner teilweise herben Gewaltdarstellungen, die ab der Hälfte in den bis dahin recht standardisierten Slasher-Plot einbrechen und ihn zersetzen, ist „Muttertag“ mit seinen Slapstick-Anleihen viel zu reflektiert und konfrontational, um von der konservativen Horrorfilm-Fanschar wirklich geliebt zu werden. In den USA ist er einer von vielen Filmen aus einer für dieses Genre ungemein produktiven Phase, aber eben auch einer, der heute kaum etwas von seiner subversiven Kraft verloren hat. Und insofern verwundert es kaum, dass in Darren Lynn Bousmans nominellem Remake nicht viel vom Original übrig bleibt. Aber Etikettenschwindel ist nicht der schwerste Vorwurf, den sich Bousman für seinen deprimierend dummen Film gefallen lassen muss. 




Es ist ein bisschen absurd mit der Pornofilmrezeption. Seit Jahrzehnten ist der Pornofilm im Grunde allgegenwärtig; so manche Videothek wurde und wird von ihm und im Grunde zumeist nur von ihm am Leben erhalten, und während Eltern, Studienräte und Medienapokalyptiker in seiner erleichterten Zugänglichkeit per World Wide Web den Grundstein für die ganz sicher anstehende endgültige Verrohung der zur Zeit pubertierenden Nachkommenschaft zu erkennen meinen – warum hat eigentlich Michael Haneke noch keinen Film darüber gemacht? – ergreifen und umarmen ihn Subkultur, kulturelle Avantgarde und jedwede sexuelle Emanzipationsbewegung aus den Zwischen- und Grauzonen des queeren Spektrums immer wieder aufs Neue. Das Wort von der “Generation Porno” macht inzwischen schon so lang immer wieder aufs Neue die Runde, dass sich eigentlich schon mehrere Generationen davon angesprochen fühlen müssten, und seit einigen Jahren experimentiert das (vom Rezensenten mitkuratierte) 
