Artikel zu ‘Dokumentarfilm’

Enough to base a movie on?

When You’re Strange (USA 2010, Tom DiCillo)

Es gehe ihm nicht darum, am Mythos der Doors weiterzuarbeiten, so Tom DiCillo, vielmehr versuche er mit seiner Dokumentation so nahe wie möglich an die Menschen heran zu kommen, die hinter der Musik und den zahllosen kleinen und großen Skandalen stehen. Mit diesem Anspruch kommt “When You’re Strange” am ersten Juli hierzulande in die Kinos. Ob ihm dies gelingt, darüber lässt sich bei genauerer Betrachtung diskutieren. Filmisch setzt Jim Morrison 1969 den Mythos des abtrünnigen, ewig auf die Suche gerichteten Randgängers  ins Bild. In seinem Roadmoviefragment “HWY – An American Pastoral”, spielt er einen Anhalter, der möglicherweise seinen Fahrer umgebracht hat und nun mit dessen Mustang einen Highway irgendwo in der Wüste hinauf fährt. DiCillo stimmt den Zuschauer gleich zu Beginn durch einige montierte Szenen aus dem Stück ein und lässt eine Männerstimme im Radio die Nachricht vom Tode des Rockstars Jim Morrison verkünden. Die Szene hat zugegebenermaßen etwas Gespenstisches, und genau hierin wird der Ansatz, den DiCillo verfolgt, selbst fiktional, arbeitet sozusagen an einer Übertragung des Mythos weiter. weiter lesen →

Die Lücke, die der Teufel lässt

Die Hölle von Henri-Georges Clouzot (L’Enfer d’Henri-Georges Clouzot, F 2009, Serge Bromberg & Ruxandra Medrea)

Was wäre das Kino ohne seine großen Mythen von den Unvollendeten? Von den Meisterwerken, die es nie gegeben hat und die doch Lücken lassen, welche mit den Sehnsüchten all jener, die das Kino lieben, gefüllt werden? Kubricks „Napoleon“, Tarkovskijs „Hamlet“, Welles’ oder Gilliams „Don Quixote“ – oder die ursprüngliche, neunstündige Fassung von Stroheims „Greed“? Der legendenumwobene sechsstündige Rohschnitt von Ciminos „Heaven’s Gate“, oder ein echter Director’s Cut von Scorseses „Gangs of New York“? Die Träume, die an diesen Lücken hängen, sind stets so übergroß, dass kein Film ihnen jemals gerecht werden könnte, und fast scheint es, als wäre das Kino als Projektionsfläche für solcherlei Träume am wirksamsten dort, wo es gar keinen Film mehr projiziert.
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Wie die Welt aufwächst

Babies (Bébés, Frankreich 2010, Thomas Balmès)

Die Eindrücke des ersten Lebensjahres sollen für den Menschen besonders prägend sein, behaupten Verhaltenspsychologen. Wie man die Entwicklung in dieser Phase jedoch am besten beeinflusst – hier gehen die Meinungen stark auseinander. Thomas Balmès hält für seinen Dokumentarfilm Aufnahmen von vier Babies fest, die in vier verschiedenen Ländern zur Welt kommen und ihre ersten Lebenserfahrungen machen: Ponijao aus Namibia, Mari aus Japan, Bayar aus der Mongolei und Hattie aus den USA. Erstaunlich ist dabei, wie wenig die Erziehung mit der bewussten Entscheidung zu tun hat und wie sehr man durch den sozial und ökonomisch bedingten Lebensstil “erzieht”. weiter lesen →

John-Cage-Film im Bernauer Museum

Wolf-Kahlen-Museum – Intermedia Art Museum zeigt Videokunst-Reihe

WOLF KAHLEN MUSEUM – Intermedia Art Museum zeigt im Rahmen der VideoKunstreihe 2010 am Sonntag, den 6. Juni 2010 um 11, 13 und 15 h zwei Experimental- und Kurzfilme:

The sound of one hand clapping
Portrait of John Cage
(D 1990)
Länge: 18:00 Minuten

Der Klang des Klatschens einer Hand (John Cage in einem seiner letzten Konzerte)

Lücken, Leerstellen, Zufälle und Stille sind Methoden der Werke von John Cage. Und so auch dieses Filmportrait. Die wichtigsten Akteure sind hier Hände, aktionslos oder bewegt, nervös oder wartend. Und klatschend. Cage’s eigene und die der Anderen. Seine eigenen, am Ende des Konzerts den Musikern mit Klatschen dankenden Hände materialisieren in der offenen Bewegung im Luftraum und im Zusammenklatschen sein geniales Konzept der Wahrnehmung von Klang und Stille, dem offenen, einhändigen Klang und dem des Zusammenfallens der Materie. Zwölf Minuten Klatschen sind wie ein Ballett aller Möglichkeiten dieser Spannbreite von Klängen und Stillen. Wir sehen John Cage auch als empfindsamen Beobachter seiner eigenen Werke, die so fragil sind, weil sie mit dem Zufall arbeiten, in der Akademie der Künste der DDR am 1. August 1990, wenige Monate vor seinem Tod. Oder als Vortragenden eines seiner Klangtexte, extrem leise. Der Titel entspricht Cage’s Zen-buddhistischer Philosophie und Lebensweise, die sich wiederum in den oben genannten Methoden spiegelt. Wolf Kahlen’s Hommage an Cage.

TV Spiegel
D 1969/77
Länge: 20:00 Minuten

Gegenwärtig: sein, in der Zeit stehen, vor Ort, fordert auch der TV-Spiegel II (1969/77) heraus. Die teilverspiegelte Front, die Spiegelzeichnung auf der Scheibe des Fernsehschranks blenden Dich fragmentarisch ins laufende Fernsehbild, oder setzen Dich davor, interferieren. Entweder Du verwickelst Dich ins Aktuelle oder Historische oder kannst Dich den Illusionen entziehen, dem ent-gehen, dem ent-gegnen oder einfach gehen, oder bleiben. Dann passiert etwas, Narzisshaftes oder Fremdes; oder im tatsächlichen haptischen Raum zwischen die zwei Projektionsscheiben schiebt sich eine dritte Zeit. Du kannst Dir selbst die Hand reichen oder dem Fernsehgeschehen. Du siehst ja, was Dich be-trifft. Oder erlebst, wie das Dahinter nicht be-troffen werden kann. Du bleibst Dir selbst der Nächste oder spiegelst Dich im Schein des Anderen, dichter kommst Du doch nicht ran. Oder doch?
(Heute nennt man “Spiele” diser Art: Interaktiv und meint irrtümlich, wenn ich die da auf dem Bildschirm etwas machen lasse oder die da etwas Ueberraschendes tun und ich dann reagiere, dann erlebte ich etwas ausser mir Liegendes: Dabei ist es nur das, was schon in mir ist.)

Mehr zu den Inhalten weiterer Filme: http://home.snafu.de/ruine-kuenste.berlin/films.htm
and at Thang-stong rgyal-po Archive Berlin: http://www.wolf-kahlen.net/tibet-archive-berlin

Ort: Wolf-Kahlen-Museum in Bernau, Am Pulverturm, 16321 Bernau/Berlin
Öffnungszeiten: siehe hier
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro (ermäßigt)
Infos: http://www.wolf-kahlen.net/

[SH]

Vom Nutzen der Bücherverbrennung & Co.

Alien, Marx & Co. – Slavoj Žižek im Porträt (D 2005, Susan Chales de Beaulieu)

Es ist nicht gerade so, dass es dringend an der Zeit wäre, dem slowenischen Philosophen Slavoj Žižek endlich eine Präsenz in bewegten Bildern zu geben. Über den Lacanianer gibt es ganz im Gegenteil bereits eine Vielzahl an filmischen Abarbeitungen. Man erinnere sich etwa an Astra Taylors Königsportrait “Zizek!” von 2005, bei dem sich erlernen ließ, dass der wuschelige Wirrkopf seine Unterhosen im Geschirrschrank aufhängt. Taylor war es auch, die ihn drei Jahre später in ihrer episodischen Philosophenansammlung “Examined Life” auf die Müllkippe schickte, um den Marxisten darüber schwadronieren zu lassen, warum der Mensch angesichts des eigenen Abfalls in Transzendenzzustände fallen sollte, anstatt dem romantischen Gedanken der Liebe zur Natur nachzuhängen. Schließlich ist da noch “The Pervert’s Guide to Cinema“, in welchem Žižek selbst zum Erzähler wird und das tut, was er am Liebsten macht: Schwatzen, palavern, plappern über Film, auf Film, im Film.

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Deutsches Filmfestival auf der Expo

Leipziger DOK-Festival Partner der Expo in Shanghai

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»Lasset die Kinder zu mir kommen«

Erlöse uns von dem Bösen (Deliver us from Evil, USA 2006, Amy Berg)

Es hat beinahe 40 Jahre gebraucht, bis der Papst 2008 Worte der Entschuldigung gefunden hat für ungezählte Verbrechen, die katholische Geistliche begangen haben. Es geht nicht um die Massaker der Inquisition oder der Conquista, nicht um das Schweigen angesichts der Völkermorde, die unter den Augen der Kirchen bis ins 20. Jahrhundert hinein verübt wurden, nicht um die Frage nach der Mitschuld der Kirche an der Ausbreitung von HIV in Afrika. Es geht um sexuelle Übergriffe Geistlicher an Kindern. Seit die Kirche im 4. Jahrhundert das Zölibat für Priester eingeführt hat, sind diese Fälle dokumentiert – und seither werden sie sorgsam verschwiegen und in den Archiven der Bistümer und des Vatikans verschlossen.

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Winnenden: Schüsse in die Seele

ZDFneo berichtet über das Leben nach dem Amoklauf

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Žinema

The Pervert’s Guide to Cinema (UK/Ö/NL 2006, Sophie Fiennes)

Der Intellektuelle, vor allem der akademische Geisteswissenschaftler ist angeblich Bewohner des Elfenbeinturms, den er nur selten verlässt und dann auch nur, um einen Stapel Papier zu einem Verlag zu tragen, der daraus ein Buch macht, das keiner kaum einer mag. Zumeist aber brütet er weltfremd vor sich hin, weiß nicht, was im “richtigen Leben” vor sich geht, ist kontaktscheu und selbstverliebt. Er lebt von den Brosamen der Gesellschaft, die diese ihm in Form von Stipendien-Geldern zuwirft und hangelt sich so mit Zweijahresverträgen durch sein Leben. So war es jüngst mal wieder zu lesen – dieses Mal im “Rheinischen Merkur”.

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Dem Tod eine Form geben

Monsterland (D 2008, Jörg Buttgereit)

Nach seiner Regisseurskarriere im deutschen Horror-Untergrund hat sich der Berliner Jörg Buttgereit seinen anderen Steckenpferden zugewandt und ist auf einigen Sektoren äußerst produktiv gewesen. Bücher hat er geschrieben, Radiohörspiele und -features produziert, Theaterstücke inszeniert und fürs Fernsehen hat er mehrfach gearbeitet, darunter vor allem für den deutsch-französischen Kultursender ARTE, für den er Regisseur von zwei Folgen der Serie „Durch die Nacht mit …“ war. In dieser Serie werden zwei Prominente zusammengeführt und einen Abend und eine Nacht lang mit der Kamera begleitet. Sie unterhalten sich, zeigen sich gegenseitig ihre Lieblings-Locations und man lernt Seiten von ihnen kennen, die bislang vielleicht verborgen waren. So hat Franka Potente bereits John Carpenter getroffen, Christoph Schlingensief Michel Friedman oder jüngst Kai Diekmann Henryk M. Broder.

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Nachrichten aus dem Kulturbetrieb

Die März Akte (BRD 1985, Peter Gehrig)

Wo er recht hat, hat er recht. Verlagsarbeit ist langweilig, folglich kann ein Verlagsportrait nur so spannend wie sein Verleger ausfallen, dachte sich März-Inhaber Jörg Schröder und also weiter: Was tun? Eine Rahmenhandlung schaffen, die dem chronischen Skandalon, das dem Post 68er-Familienbetrieb anheftet, den gebührenden Platz verschafft. Drum spielt Horst Tomayer, darstellend bekannt aus dem ersten Otto-Film und Tagebücher verbreitend aus Konkret, den Betriebsprüfer, der, unwissend und unbedarft wie wohl die meisten Zuschauer dieser aus öffentlichen Geldern finanzierten Produktion des Bayrischen Rundfunks, in der hessischen Provinz über Rechnungsbeträge und Steuererklärungen in die Parallelwelt des und eines linken Kulturbetriebs eintauchen muss und davon auch nicht völlig unbeeindruckt bleibt. weiter lesen →

Ich, filmend

Deutschland Privat – Im Land der bunten Träume (D 2007, Robert van Ackeren)

Mit der Einstellung der Produktion der „Kodadchrome 40“-Kassetten im Frühjahr 2006 hat die Schmalfilmszene in Deutschland entgültig zu existieren aufgehört. Wer jetzt noch auf Super-8 filmen will, muss auf andere Technologien ausweichen – kompliziertere Technologien, denn die praktischen Kassetten mit den dreieinhalb Minuten Filmzeit, die einfach nur eingelegt werden mussten, waren vielleicht der Grund dafür, dass es eine so vielgestaltige Filmer-Szene gegeben hat. Dieser Szene huldigte Robert van Ackeren bereits 1980 mit seinem Komplilationsfilm „Deutschland Privat“, den er aus hunderten ihm zugesandter Schmalfilme zusammen montiert hat. Da natürlich mehr Material übrig geblieben ist als verwendet wurde, dachte van Ackeren sich, mit einem zweiten Teil dem Schmalfilm anlässlich dessen Untergangs ein Denkmal zu setzen: „Deutschland Privat – Im Land der bunten Träume“.

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Spuren der Nicht-Erinnerung

Shoah (F/ Polen 1985, Claude Lanzmann)

Die deutsche Vergangenheitsbewältigung besitzt zahlreiche Kulminationspunkte, deren Kitt aus der Versöhnung des Unversöhnlichen seine bruchlose Konsistenz speist: sei es der Historikerstreit oder die Walser-Affäre, der Kniefall von Bittburg oder Möllemanns Israelattacken, Hitler – Eine Karriere oder Der Untergang, der Kosovo-Krieg oder das Zentrum gegen Vertreibung, die Kultur Deutschlands hat in Bezug auf den Nationalsozialismus viele Exempel der Schuldfrage hervorgebracht, deren Grundlagen eigentlich einem einzigen Effekt dienen: die Differenz zwischen Tätern und Opfern einzuebnen. Unumstößliche Grenzen freilich, und Lanzmanns Film erhärtet ihre Säulen, indem er sich auf die Suche nach dem begibt, was ihre Chance und größte Gefahr zugleich darstellt: den Spuren der Vergangenheit im Gegenwärtigen.

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Jäger des verdrängten Schatzes

Staub (D/CH 2007, Hartmut Bitomsky)

Der moderne Don Quichotte putzt. Wie die Hausfrau, die davon berichtet, sie habe ihre Wohnungen einzig danach auswählt, ob sie sich auch gut vom Staub befreien lassen. Dann legt sie los. Ihr unermüdliches Wischen, Wedeln und Saugen gipfelt im schließlich im Aufschrauben des Fernsehgeräts, um dessen Innenleben ebenfalls zu entstauben. Am Ende ist ihr Kampf gegen die Partikeln doch aussichtslos, er hilft lediglich die eigene innere Leere zu besiegen – bis der Staub wiederkommt.

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It’s bigger than Hip-Hop

Dave Chappelle’s Block Party (USA 2005, Michel Gondry)

„Power to the People!“ – Dieser Schlachtruf der Schwarzenbewegung schallt auch im Verlauf der titelgebenden Block Party von der Bühne, hinein in die Menge, die sich auf einer Straßenkreuzung irgendwo in Bedford-Stuyvesant, einem Viertel des New Yorker Stadtteils Brooklyn, versammelt hat. weiter lesen →

Kampagne

Campaign (Kazuhiro Soda, Japan 2007)

 Ein Fallschirmkandidat ist einer, der im Wahlkampf für einen Posten einspringt, der in letzter Sekunde frei geworden ist. Der Tokioter Yamauchi Kazuhiko beispielsweise: In Kawasaki herrscht Wahlkampf und die Liberale Demokratische Partei hat keinen Kandidaten organisieren können. Politisch so unerfahren wie unbeholfen zieht er binnen kürzester Zeit samt Gattin in die neue Stadt. Sein Studienfreund Kazuhiro Soda, der Regisseur des Films, nutzt die Chance – und drehte einen Dokumentarfilm über den teils haarsträubenden Wahlkampf: Campaign.

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Die Befindlichkeit der Montage

Gabriele Voss: Schnitte in Raum und Zeit. Notizen und Gespräche zu Filmmontage und Dramaturgie. Berlin: Vorwerk 8 2006.

Wenn Schnitt und Montage im Film nicht nur als technische Mittel der Herstellung von Linearität gesehen werden, sondern auch als ästhetische Konstitutiva (post)moderner Kunstproduktion, so stellt sich früher oder später die Frage, welche Rolle diese Mittel für den kreativen Schaffensprozess spielen. Jene Schriften, die sich als reine Werkanleitungen verstehen und in einer technischen Beschreibung des Filmschnitts münden – für das Hollywoodkino der 40er und 50er Jahre wurde dieser Ansatz besonders intensiv durchdekliniert –, lassen demnach das Feld unbeachtet, das man, mit Eisenstein gesprochen, eine psychologische Wirklichkeit nennen könnte. Wie lässt sich aber über das Schneiden und Montieren schreiben, ohne sich auf technische Aspekte des Arrangements zu reduzieren? Schnitt und Montage funktionieren immerhin auf Basis notwendiger Regeln der Wahrnehmung, der Technik u.s.w. Wo endet das Handwerk und wo beginnt das intuitive Spiel mit den Möglichkeiten? Nimmt der schöpferische Prozess seinen Anfang am Schneidetisch, oder sind ihm bereits Bedingungen vorläufig, die nicht aus der Sache selbst ableitbar sind? weiter lesen →

Bär Witch Project

Grizzly Man (USA 2005, Werner Herzog)

Das Erstaunlichste an Herzogs jüngstem Dokumetarfilm “Grizzly Man” ist zunächst einmal, dass er kein Fake ist. Die Berichte um den naiv-romantischen Tierfreundes Timothy Treadwell, der als ehemaliger Alkoholiker entschloss sein Leben zu ändern und die Grizzlybären Alaskas zu schützen, reichen zurück bis in die 1990er Jahre. Herzog greift den “Mythos”, nachdem Treadwell 2003 Opfer seiner Passion geworden ist, auf und dreht einen Film aus dem “found footage”.
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Brothers of the Head

Brothers of the Head (Keith Fullton/Louis Pepe, UK 2005)

Keith Fullton und Louis Pepe sind eigentlich Dokumentarfilmer, und auf diesem Gebiet haben sie ein Händchen für Ausgefallenes: Lost in La Mancha etwa, mit dem sie sich bereits einen guten Namen machten, ist eine eigenwillige Doku über einen gescheiterten, da nicht vollendeten Film von Terry Gilliam, ansonsten machten sie anhand recht eigentümlicher Making-Ofs von sich reden.

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Porno-Politik

Inside Deep Throat (USA 2004, Fenton Bailey, Randy Barbato)

Linda Lovelace wusste nicht, was das Wort “Anarchie” bedeutet. Zumindest behauptete sie das in einem Fernsehinterview, das in der aktuellen Dokumentation “Inside Deep Throat” kurz eingeblendet wird. Dennoch erschien ihre Aktionen auf der Leinwand vielen “anarchisch” genug, um die moralischen Grundsätze einer ganzen Nation ins Wanken zu bringen. Für andere war “Deep Throat” dagegen ein Außnahmeporno, den man sich auch in Frauenbegleitung gerne anschaute und in einer guten Gesellschaft zum Gespräch brachte. Sogar Jacky Kennedy soll in einer Vorführung gewesen sein, was die Popularität der umstrittenen Pornoproduktion noch zusätzlich steigerte.
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F.LM auf dem Fantasy-Filmfest 2010 F.LM auf dem Fantasy-Filmfest 2010