Wolf-Kahlen-Museum – Intermedia Art Museum zeigt Videokunst-Reihe
WOLF KAHLEN MUSEUM – Intermedia Art Museum zeigt im Rahmen der VideoKunstreihe 2010 am Sonntag, den 6. Juni 2010 um 11, 13 und 15 h zwei Experimental- und Kurzfilme:
The sound of one hand clapping
Portrait of John Cage
(D 1990)
Länge: 18:00 Minuten
Der Klang des Klatschens einer Hand (John Cage in einem seiner letzten Konzerte)
Lücken, Leerstellen, Zufälle und Stille sind Methoden der Werke von John Cage. Und so auch dieses Filmportrait. Die wichtigsten Akteure sind hier Hände, aktionslos oder bewegt, nervös oder wartend. Und klatschend. Cage’s eigene und die der Anderen. Seine eigenen, am Ende des Konzerts den Musikern mit Klatschen dankenden Hände materialisieren in der offenen Bewegung im Luftraum und im Zusammenklatschen sein geniales Konzept der Wahrnehmung von Klang und Stille, dem offenen, einhändigen Klang und dem des Zusammenfallens der Materie. Zwölf Minuten Klatschen sind wie ein Ballett aller Möglichkeiten dieser Spannbreite von Klängen und Stillen. Wir sehen John Cage auch als empfindsamen Beobachter seiner eigenen Werke, die so fragil sind, weil sie mit dem Zufall arbeiten, in der Akademie der Künste der DDR am 1. August 1990, wenige Monate vor seinem Tod. Oder als Vortragenden eines seiner Klangtexte, extrem leise. Der Titel entspricht Cage’s Zen-buddhistischer Philosophie und Lebensweise, die sich wiederum in den oben genannten Methoden spiegelt. Wolf Kahlen’s Hommage an Cage.
TV Spiegel
D 1969/77
Länge: 20:00 Minuten
Gegenwärtig: sein, in der Zeit stehen, vor Ort, fordert auch der TV-Spiegel II (1969/77) heraus. Die teilverspiegelte Front, die Spiegelzeichnung auf der Scheibe des Fernsehschranks blenden Dich fragmentarisch ins laufende Fernsehbild, oder setzen Dich davor, interferieren. Entweder Du verwickelst Dich ins Aktuelle oder Historische oder kannst Dich den Illusionen entziehen, dem ent-gehen, dem ent-gegnen oder einfach gehen, oder bleiben. Dann passiert etwas, Narzisshaftes oder Fremdes; oder im tatsächlichen haptischen Raum zwischen die zwei Projektionsscheiben schiebt sich eine dritte Zeit. Du kannst Dir selbst die Hand reichen oder dem Fernsehgeschehen. Du siehst ja, was Dich be-trifft. Oder erlebst, wie das Dahinter nicht be-troffen werden kann. Du bleibst Dir selbst der Nächste oder spiegelst Dich im Schein des Anderen, dichter kommst Du doch nicht ran. Oder doch?
(Heute nennt man “Spiele” diser Art: Interaktiv und meint irrtümlich, wenn ich die da auf dem Bildschirm etwas machen lasse oder die da etwas Ueberraschendes tun und ich dann reagiere, dann erlebte ich etwas ausser mir Liegendes: Dabei ist es nur das, was schon in mir ist.)
Mehr zu den Inhalten weiterer Filme: http://home.snafu.de/ruine-kuenste.berlin/films.htm
and at Thang-stong rgyal-po Archive Berlin: http://www.wolf-kahlen.net/tibet-archive-berlin
Ort: Wolf-Kahlen-Museum in Bernau, Am Pulverturm, 16321 Bernau/Berlin
Öffnungszeiten: siehe hier
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro (ermäßigt)
Infos: http://www.wolf-kahlen.net/
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