Sony Pictures bewirbt Spielfilm “Takers” mit zwei Online-Games
Im Sommer startet John Luessenhops Heist-Movie “Takers” in den deutschen Kinos. Damit sich der geneigte Zuschauer schon einmal in Gangster-Laune bringen kann, bietet das Studio Sony Pictures ab sofort zwei Online-Games zum Film an – unter dem Motto “Take” and “Escape“. Dabei wird man – von Filmsequenzen geleitet – im ersten Spiel angehalten, die Geiseln bei einem Bankraub in Schach zu halten. Auf sie schießen sollte man dabei nicht, denn: “These Guys are clean!” Das geht nicht lange gut und so ist man mit seinem Team bald auf der Flucht, die Thema des zweiten Spiels ist. Hier hat man aus einem Fahrstuhl heraus auf bewaffnete Gegner zu schießen.
Mit Survival-Horror-Spielen für Nitendos Wii-Konsole ist es nicht so weit her. Zuletzt sind Titel wie “Ju-on” oder “Silent Hill: Shattered Memories” beim Versuch, das Genre für die eher beschränkten audiovisuellen Möglichkeiten der Konsole zu adaptieren und dabei deren Stärke, die Bewegungssteuerung, zu integrieren, gescheitert. Umso gespannter durfte man auf einen neuen Titel des Genres sein, der von Koch Media im Fahrwasser des dort ebenfalls kürzlich erschienenen Bergsteiger-Backwood-Horrorfilms “High Lane” angekündigt wurde – und der deshalb auch hier als Paratext des Films vorgestellt werden kann: “Cursed Mountain”. Dass das Spiel dann doch kaum etwas mit dem Film zu tun hat, kann angesichts seiner recht ausgefeilten, “filmreifen” Dramaturgie allerdings vernachlässigt werden.
Kurtfilm zum Videospiel “Red Dead Redemption” online
Das Western-Game RED DEAD REDEMPTION (für Xbox 360® und PlayStation® 3) sorgt derzeit für große Begeisterung nicht nur bei Fachpresse und Spielern, sondern auch bei Massenpublikationen aller Art und Cowboy-Fans landauf und landab.
Freunde des Wilden Westens dürfen sich jetzt über ein zusätzliches Bonbon freuen: Wie bereits angekündigt, ist nun ein 30 Minuten langer Kurzfilm unter der Regie von John Hillcoat (Regisseur von THE PROPOSITION und THE ROAD) entstanden. Dieser begleitet den Protagonisten John Marston in Ausschnitten auf seiner Suche nach Bill Williamson, einem Outlaw und ehemaligen Mitstreiter. Auf seinem Weg begegnet Marston zahlreichen Träumern, Taugenichtsen und Lügnern, aus denen die ausgefallene Mischung an Charakteren in RED DEAD REDEMPTION besteht.
Durch den Einsatz der Spielwelt von RED DEAD REDEMPTION als virtuelles Filmstudio und unter ausschließlicher Verwendung von Spielinhalten und der dem Spiel zugrunde liegenden Technologie interpretiert John Hillcoat Marstons Suche nach Gerechtigkeit und Erlösung völlig neu.
Es ist ein bißchen Nerd-Jerking, keine Frage: Ein Kurzfilm auf Youtube zeigt, wie ein bekanntes Videospiel-Franchise besonders gritty umgesetzt werden kann.
Die Dialoge sind cheesy und wenig subtil – kein Wunder, bei einem an zwei Tagen heruntergedrehten Projekt, für das außerdem nur knappe acht Minuten Laufzeit zur Verfügung standen, um darin überraschend kompakt zu erzählen. Natürlich bedarf es einer Menge Vorwissens, um diesem Trailer (?) etwas abgewinnen zu können – man muss mit den Namen, die da erwähnt werden, schon etwas anfangen können: Jackson Briggs a.k.a. Jax, Shang Tsung, Jonny Cage, Sonya Blade, Reptile, Baraka, Scorpion, Sub-Zero…
Besagte Figuren sind hier, zum ersten Mal in ihrer Geschichte, in einen “realistischen” Kontext gerückt: Ihre Mutationen als Genkrankheiten oder Verstümmelungen erklärt, ihre “Fatalities” als Modus Operandi soziopathischer Serienkiller, und die sie umgebende Welt als ein Moloch aus Verbrechen und Gewalt, in dem das angekündigte Turnier eher in einem “Running Man”- oder “Millionenspiel”-Kontext als in dem einer Videospielverfilmung erscheint.
Regisseur Kevin Tancharoen beschreibt in einem Interview, was er mit dem Kurzfilm bezweckt: “Wir haben den Film gedreht, um unsere Version des Stoffes dem Studio schmackhaft zu machen.” Warner Bros besitzt seit einigen Jahren die Rechte an einer erneuen Verfilmung der Videospielvorlage.
Der mittlerweile vierte Teil der auf dem erfolgreichen Capcom-Videospiel basierenden “Resident Evil”-Reihe bedient sich des von James Cameron entwickelten Fusion Camera Systems und wird damit der nächste in einer langen Reihe von dieses Jahr im Kino gestarteten 3D-Filmen sein. Die Presseinfo der Constantin spart nicht mit Superlativen (“Bildgewaltiger denn je”), verspricht aber sonst Bewährtes: Das Team hinter dem Erfolgsfranchise bleibt nahezu unverändert, Bernd Eichinger fungiert wieder einmal als Produzent, Paul W. S. Anderson nimmt auf dem Regiestuhl platz und Milla Jovovich gibt die zombiemordende Amazone. Wer die ersten Teile mochte, kann sich den 16. September also blutrot im Kalender anstreichen, alle anderen werden wohl auch diesmal nichts verpassen.
Darsteller: Milla Jovovich, Ali Larter, Kim Coates, Shawn Roberts, Sergio Peris-Mencheta, Spencer Locke, Boris Kodjoe, Wentworth Miller u.v.a. Drehbuch und Regie: Paul W.S. Anderson Executive Producers: Martin Moszkowicz, Victor Hadida Produzenten: Jeremy Bolt, Paul W.S. Anderson, Robert Kulzer, Don Carmody, Bernd Eichinger, Samuel Hadida
Wenn in der Virtualität kein Platz mehr ist, kommen die Avatare zurück ins Reale. Unter diesem etwas abgewandelten, aber doch nicht ganz unpassenden “Zombie”-Motto könnte man eine Entwicklung jenes Science-Fiction-Motivs zusammenfassen, das seinen Beginn in den 1970er Jahren genommen hat, als in Rainer Werner Fassbinders “Welt am Draht” und Tom Toelles “Das Millionenspiel” erstmals mediale und virtuelle Realitäten auf die außermediale Wirklichkeit des Zuschauers übergriffen. Der Verlauf und das Resultat dieses Übergriffs ist in solchen Filmen fast immer ein wenn nicht katastrophaler, so doch zumindest gesellschaftszersetzender. Jüngste Produktionen dieser Motiv-Kette sind Jonathan Mostows “Surrogates”, James Camerons “Avatar” und der jetzt auf Blu-ray-Disc erschienene Film “Gamer” der Regisseure Mark Neveldine und Brian Taylor.
Rockstar Games veröffentlicht eine Woche vor dem Launch den Trailer zu “Red Dead Redemption”
In der kommenden Woche veröffentlicht der US-amerikanische Publisher “Rockstar Games” sein neues Videospiel “Red Dead Redemption” für Sonys PS3 und die Xbox 360 von Microsoft. Bei “Red Dead Redemption” handelt es sich um ein Actionspiel, das im Wilden Westen angesiedelt ist. Wie in vielen Spielen von Rockstar (der “GTA”-Reihe, “Bully” und anderen) ist die Welt von “Red Dead Redemption” frei begehbar – verwendet wird die RAGE-Engine, die bereits im erfolgreichen vierten Teil von “Grand Theft Auto” zum Einsatz kam. Das Spiel verfügt über einen Multi-Player-Modus und stellt dem Western-Helden authentische Waffen des späten 19. Jahrhunderts zur Verfügung.
In “Red Dead Redemption” müssen die verschiedensten Wild-West-Abenteuer durchgespielt werden: Vom Wildpferd-Fang über Einsätze im Krieg mit Mexiko bis hin zu Man-on-Man-Shootouts auf staubigen Straßen. Das Spiel orientiert sich in Plot und Szenerie an bekannten Werstern-Film-Klischees, die es “interaktiviert” und durch sein Konzept der “offenen Welt” für den Spieler bis ins Detail erkundbar machen soll. Kurz vor dem Start hat “Rockstar” den Launch-Trailer des Spiels veröffentlicht:
Eine Kritik zu “Red Dead Redempti0on” unter besonderer Berücksichtigung der Western-Genre-Facetten wird in Kürze bei F.LM erscheinen.
Disney Jonas (Disney Interactive, 2010) – Nintendo DS
Die Jonas Brothers, für diejenigen unter den Lesern, die diesen Namen, so wie der Rezensent, unlängst zum ersten Mal gehört haben, sind eine jedenfalls in den USA ungemein populäre Teenie-Boyband, die es im Fahrwasser der Popularität des Jungmädchenidols „Hannah Montana“ auf eine eigene Semireality-Dokusoap im Disney Channel gebracht haben. Nach einem jüngst mit der Goldenen Himbeere prämierten 3D-Konzertfilm und einigen Gastauftritten in mittelgroßen Hollywoodproduktionen arbeiten sie gerade an ihrem ersten eigenen Kinospielfilm mit dem vielversprechenden Titel „Walter the Farting Dog“. Ihre lyrisch wie melodisch schlichten Stücke oszillieren im Boygroupkosmos irgendwo zwischen den New Kids on the Block und Boyzone – nothing changes, ever – und sind im Grunde mit musikkritischen Maßstäben gar nicht mehr zu erfassen. Sie sind da, um ihren Zweck zu erfüllen, und das ist es dann auch schon gewesen. „You’ve got moves, I’ve got shoes, let’s go dancing“, so heißt es in einem ihrer Lieder, und natürlich wohnt der herzergreifenden Simplizität dieses Verses schon wieder eine gewisse Poesie inne.
Die Videospiel-Serie “MegaMan” gehört seit Mitte der 1980er Jahre zu den Aushängeschildern der Firma “Capcom”. Vor kurzem ist nicht nur der zehnte Teil der Serie erschienen, sondern auch ein von Fans inszenierter, abendfüllender Spielfilm. Sehen Sie hier unseren VidCast zum Film:
F.LM-VidCast #1 zu “MegaMan – Fan Movie”
mit Jochen Werner und Stefan Höltgen
Alice im Wunderland (Disney Interactive 2010) – Nintendo Wii & Nintendo DS
Man erzählt sich, Queen Victoria habe, zu ihrer großen Verwunderung, 1867 von einem Diakon und Mathematiktutor namens Charles Lutwidge Dodgson ein Buch zugeschickt bekommen mit dem Titel An Elementary Treatise on Determinants. Verwundert sei Victoria vor allem deshalb gewesen, weil sie von dem Autor eine Publikation völlig anderen Typs erwartet hatte, ein Kinderbuch. Dodgson hatte nämlich gut ein Jahr zuvor unter dem Pseudonym Lewis Carroll sein erstes und sogleich legendäres Kinderbuch Alice’s Adventures in Wonderland veröffentlicht. Von der Lektüre entzückt habe die Queen den Autor aufgefordert, ihr so bald als möglich seine nächste Veröffentlichung zukommen zu lassen. Dodgson habe sie beim Wort genommen und ihr die Treatise on Determinants geschickt.
Casual Games bieten sich für die Wii-Konsole an und sind dementsprechend häufig auf dem Markt zu finden. Selbst in Spielen, die einen Story-Mode haben, finden sich Casual-Elemente als so genannte “Mini Games”. Hier hat man dann mit dem Spielfiguren des “Hauptspiels” kleine Spiele zu absolvieren, die zumeist mehr auf das Bewegungskonzept der Controller ausgerichtet sind. Die “Mini-Spiele”, könnte man sagen, sind ein “in-package Franchise” fürs große Spiel. Bei Disneys “Toy Story Mania” verhält es sich aber genau anders herum: Hier finden sich eine Reihe Mini-Games und noch mehr Mini-Games getarnt als Story-Mode. Das sieht nach Bauernfängerei aus und ist es auch.
Das von David Cage entwickelte Videospiel “Heavy Rain” hat schon vor etwa einem Jahr Aufsehen erregt, als erste Details daraus auf Spiele-Messen bekannt wurden. Nachdem sein Studio mit “Fahrenheit” bereits ein Videospiel zum Thema Serienmord veröffentlicht hatte, sollte “Heavy Rain” das Motiv wieder aufgreifen. Der wesentliche Unterschied zwischen beiden ist die Komplexität der Handlungsentwicklung. Das Studio Quantic Dreams hat dabei eine weitestgehende Annäherung an die Spielfilmästhetik angepeilt – unter anderem auch dadurch, dass in “Heavy Rain” etliche (Film)Genre-Elemente integriert wurden.
Der Mond Pandora ist wunderschön und tödlich zugleich. Farbenprächtige Dschungellandschaften und fliegende Felsformationen, wundersame Fauna und aggressive Flora und vor allem die für Menschen toxische Atmosphäre machen dem Touristen eindeutig klar: „Du gehörst nicht hierher.“ Man ist auf Gasmasken und Militär angewiesen, wenn man sich sicher auf Pandora bewegen will. Auch wenn die Menschheit die Erde hinter sich gelassen hat, es gelten auch auf Pandora die alten Mechanismen der Naturbeherrschung. Die Natur wird nicht bestaunt, sondern ausgebeutet und über die Ausbeutung zerstört. Wenn James Cameron’s Film “Avatar” uns eine Moral mit auf den Weg gibt, dann die Einsicht, dass der Mensch in der Natur niemals zuhause sein kann, er kann sie nur beherrschen. Unsere Heimat ist die Apokalypse, das Paradies ist uns verschlossen.
Die Marke “Saw” hat sich mittlerweile zu einem lukrativen Franchise entwickelt: Sechs Spielfilme sind unter dem Titel zwischen 2004 und 2009 bereits entstanden. Dass das Konzept erst jetzt für eine Videospiel-Adaption aufbereitet wurde, verwundert da schon beinahe – erinnert das Sujet der Serienmörder-Erzählung von “Saw” doch sehr stark an einen Game-Plot. Es mag auch der dem Stoff inhärente Zynismus gewesen sein, der seine “Interaktivierung” bislang verhindert hat: Immerhin gibt es im “Saw”-Universum keine reinen Opfer-Täter-Dichotomien mehr. Egal, welche Figurenperspektive man einnimmt: Man wird zum (virtuellen) Mörder.
Das Videospiel “Scene It?” und das Gesellschaftsspiel “Black Stories – Movie Edition”
Die Popularität des Films hat seinen Eingang in andere Unterhaltungsprodukte von Beginn der Filmgeschichte an schon fast zwangsläufig herausgefordert. Ob nun das Vergleichen und Erraten von Fakten über Filme oder die Verlängerung der Filmnarration in andere Erzählungen im Vordergrund steht: Film-Spiele bilden als Paratexte eine Parallelgeschichte zum Film und greifen wie dieser selbst ständig auf neue Medien zu. Zwei jüngere Produkte – ein Videospiel und ein Gesellschaftsspiel sollen im Folgenden vorgestellt werden.
Resurrection of the Little Match Girl, Südkorea 2002, Jan Sun-Woo
Ju ist ein durschnittlicher Jugendlicher in Korea – etwas orientierungs- wie perspektivenlos verbringt er den Tag mit eher lausigen Jobs und vergeblichem Mädchen-Anbaggern, ansonsten flüchtet er sich, in den bunten, knalligen Spielhallen seiner Stadt, in virtuelle Cyberwelten, wenngleich auch hier mit ebenfalls nur mäßigem Erfolg. Die Risse im eingangs etablierten Realitätsgefüge werden jedoch – zumindest aus unserer Perspektive im Kinosaal – größer. Ju betritt wortwörtlich ein neues Spiel, in dem er, in Anlehnung an das Märchen von Hans Christian Andersen, den Tod des Streichholzmädchens – postmodern versetzt in eine bunte, knallige, urbane Bonbonwelt – gegen mutmaßliche Retter – Freier, Gegner, wer-auch-immer – sicherstellen muss, damit die Geschichte ihren gewohnten, romantisch-melancholischen Gang gehen kann. In späteren Levels dann, wenn nichts mehr an die alte Realität erinnern mag, Ju vollkommen im Cyberkosmos sein Dasein als Player fristet, verschieben sich die Aufgaben zusehends, bis dann im Finale, mit Hilfe anderer Spieler, der Kampf gegen das Spielsystem selbst im Mittelpunkt steht. weiter lesen →