Ein Körper ist ein Körper ist ein Körper

Der in der Moderne tendenziell totgesagte Körper ersteht wieder auf, einer unaufhaltsam fortschreitenden Biotechnologie und plastischen Chirurgie zum Trotz: Mit der facettenreichen Faszination des menschlichen Körpers vor allem im Medium Film beschäftigen sich gleich drei aktuelle Publikationen. Die Herangehensweise erfolgt aus kultur- und geisteswissenschaftlicher, phänomenologischer ebenso wie aus bewusst historischer Perspektive und im Fall der Untersuchungen zur Männlichkeit im Film aus der kritisch-wissenschaftlichen Blickrichtung der erst spät etablierten men’s studies. Gemeinsam untersuchen die Publikationen im Sinne der poststrukturalistischen Körpertheorie Foucaults die (im Genrekino: wunscherfüllende) Konstruktion des „natürlichen Körpers“ im Film und anderen Medien, analysieren ihn als Produkt heterogener sozialer Diskurse und gesellschaftlicher Praktiken.
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Gangs of New York

Lange hat Martin Scorsese mit der Produktion zu Gangs of New York zu tun gehabt. Immer wieder wurde der Starttermin verschoben, vor allem, weil die Produktionsfirma mit der Länge des Films nicht einverstanden war. So sind schließlich etliche Szenen der Schere zum Opfer gefallen und herausgekommen ist ein Film, der mit 160 Minuten immer noch fast doppelte Spielfilmlänge hat. Gangs of New York ist im Frühjahr 2003 in den deutschen Kinos angelaufen und seit kurzem als Kauf-DVD von Splendid erhältlich. „Gangs of New York“ weiterlesen

Wieder ein Tag, warum auch nicht

Allzu weit ist Leander Haußmann nicht vorwärts gekommen. Vor vier Jahren ließ er in der Sonnenallee seine Ostalgie-Komödie gleichen Namens spielen, und nun hat er sich für seinen neuen Berlin-Film nur wenige Kilometer weiter bewegt. Angekommen ist er in Kreuzberg, genauer gesagt im SO-36-Kiez, was für Berliner noch heute eine nicht unwichtige Differenzierung darstellt. In den 80er Jahren jedenfalls war dieser Stadtteil die bundesrepublikanische Diaspora aller Verweigerer der Steigerung des Bruttosozialproduktes. Mit zeitlichem Abstand und verklärtem Blick betrachtet, will man meinen, dass dort jeder irgendwie als Künstler durchgehen konnte, ob er nun musizierte, malte, tapfer trank oder Häuser besetzte – waren doch irgendwie alles artverwandte Disziplinen. „Wieder ein Tag, warum auch nicht“ weiterlesen

„Ich war noch niemals in New York!“

In Gammesfeld, irgendwo im Schwäbischen, gehen die Uhren anders. Nämlich analog. Digitales ist hier, zumindest in der örtlichen Raiffeisenbank, nicht erwünscht. Deswegen ist Gammesfeld auch so berühmt. Der alte Betreiber der Bank, Fritz Vogt, war schon Gegenstand zahlreicher interessierter wie verwunderter Zeitungsartikel und sogar schon mal, spätabends, beim Kerner im TV. Da hat er sich aber zusammengerissen und nicht so sehr geschwäbelt wie in diesem – stellenweise untertiteltem! – Film. Die einzige Bank Deutschlands, die noch komplett ohne Computer funktioniert – das macht Gammesfeld zur regionalen Attraktion. Und die Bewohner des Dorfes wollen ihre Bank auch gar nicht anders: Man kennt sie eben von Kleinauf so, dem Vogt, dem vertraue man eben, mehr als so einer digitalen, unpersönlichen Maschine und so ganz will man sich dem raffenden Kapital eben auch nicht hingeben. Da schwingt man dann schon fast eine bedenkliche Provinzrenitenz mit. Obendrein bedeutete eine Computerisierung alleine schon durch die Anschaffungs- und Umstellungskosten den Tod für die kleine Filiale und ein Mehr an Zinsen ist bei analoger Buchführung sogar auch möglich: Den Schwaben freut’s. „„Ich war noch niemals in New York!““ weiterlesen

Blockbuster

In seiner Studie „Blockbuster. Ästhetik, Ökonomie und Geschichte des postklassischen Kinos“ tritt Robert Blanchet der These entgegen, der kontemporäre Hollywoodfilm funktioniere nicht mehr nach den Stilprinzipien des klassischen Erzählkinos. Sowohl das im Blockbuster sich substantialisierende Kino der Attraktionen im Sinne von Filmen wie Twister oder Godzilla, als auch das mit metatextuellen Referenzen spielende postmoderne Kino, emblematisch verkörpert in Pulp Fiction oder Scream, stellen der Struktur nach keine eigenständigen neuen Modelle dar. Technische Innovationen der Tricktechnik waren immer schon integraler Bestandteil der Reattraktivierung des von konkurrienden Medien beanspruchten Publikums. Neuartige Effekte als Attraktionspotential waren und sind immer noch Strategien der Krisenlösung, die aber stets im Korsett klassischer Organiationsprinzipien sich zu bewähren haben bzw. erst durch diese im inneren Kontext des Films motiviert werden. Ebensowenig stellen die an ein durchblickerhaftes Publikum gerichteten, durch einen außerdiegetischen Referenten motivierten Doppelcodierungen des kontemporären Hollywoodfilms einen substanziellen Bruch mit dem klassischen Paradigma dar. Das Mittel der Doppelcodierung hat es beispielsweise schon in Form von parodisierenden Gags in zahlreichen Komödien der 40er Jahre gegeben. Zudem operieren diese Bezüge meist verdeckt und stellten sich dem „naiven Publikum“ somit als nicht weiter zu hinterfragende Elemente der Diegesis dar.
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Dumm gelaufen!

Dumm und Dümmer (Peter und Bobby Farrelly, USA 1994) ist, im Nachhinein betrachtet, wohl wirklich eine der wichtigsten Komödien des vergangenen Jahrzehnts. Einerseits zementierte sie Jim Carreys Status als Autorenkomiker und Kultfigur, auf der anderen Seite stellte der Film eine Art Archetypus der Komödie der Spätneunziger dar: Zwar im Grad der Absurdität der Gags mit den Produktionen von Zucker/Abrahams/Zucker (u.a. Hot Shots! (Jim Abrahams, USA 1991), Die Nackte Kanone (David Zucker, USA 1988)) verwandt, gewann Dumm und Dümmer, im Gegensatz zu den ZAZ-Filmen, einen humoristischen Mehrwert nicht etwa durch eine bloße intertextuelle Parodie motivischer und ästhetischer Ikonen der Filmgeschichte, sondern durch eine konsequente Bezugnahme auf eine außerfilmische Realität. Angesichts des stabil bleibenden Erfolgs des Films in jeder Auswertungsstufe mag es verwundern, dass Dumm und Dümmer für eine so lange Zeit keine Fortsetzung zur Seite gestellt bekam. Es mag in der Tat am Widerwillen der beiden Hauptdarsteller gelegen haben, dies zumindest legt die Besetzungsliste des zweiten Streichs nahe: Zeitlich vor dem ersten Teil angesiedelt, erleben wir Harry (Derek Richardson) und Lloyd (Eric Christian Olsen) als pubertierende Teenager.
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Let’s con somebody

Zwischen seinem heiß diskutierten Kriegsfilm Black Hawk Down (USA 2001) und dem für 2005 geplanten Tripoli (einer Geschichte, in der ein Amerikaner den Erben des Throns von Tripoli Anfang des 18. Jahrhunderts im Kampf gegen einen korrupten Regenten unterstützt – mit Russell Crowe und Ben Kingsley in den Hauptrollen) platziert Ridley Scott die Adaption eines Romans von Eric Garcia unter dem Titel „Matchstick Men“ (Strichmännchen), eine Mischung aus Komödie, Drama und Kriminalstückchen (für den man hierzulande wieder einmal eine unsäglichen deutschen Titel erfand). Erzählt wird die Geschichte eines von Neurosen geschüttelten Betrügers namens Roy Waller (Nicolas Cage) und seines Kompagnons Frank Mercer (Sam Rockwell), eine Geschichte mit drei Hauptaspekten: dem Kampf Wallers gegen seine Neurosen, den Betrügereien des Gaunerpaares und einer Vater-Tochter-Geschichte.
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Außer Puste

Johnnie To ist ohne weiteres einer der herausragendsten Regisseure, die Hongkong derzeit zu bieten hat, vielleicht sogar einer der interessantesten Genreregisseure der Welt. Zwar rekrutiert sich seine Filmografie zum nicht geringen Teil aus künstlerisch weniger wichtigen Auftragsarbeiten, jedoch finden sich neben diesen Filmen immer wieder auch die Arbeiten eines Auteurs reinsten Wassers: Immer dann, wenn To ganz bei sich ist, seiner Cinephilie vollen filmischen Ausdruck verleihen kann, entstehen in der Regel sorgfältig durchdachte Genrevariationen, formal, narrativ wie ästhetisch Ausnahmeerscheinungen, kurz: aufregendes, innovatives Kino! RUNNING OUT OF TIME (Hongkong 1999), der vor wenigen Jahren To auch hierzulande einem breiteren Programmkino-Publikum erschloss, stellt ein solches Beispiel aus der ambivalenten Filmografie des Regisseurs dar: Ein gegen den Strich des Triadenfilms inszenierter, melancholischer und gewitzter Gangsterfilm, fast vollständig in kalte Blautöne getaucht, dessen verzwickte Story sich – im Gegensatz zu vielen, vergleichbaren Schnellschüssen der Ex-Kronkolonie – noch bis ins Detail elegant und schlüssig auflöst. Einer der großen Konsensklassiker des jüngeren, von Krisen arg gebeutelten Hongkong-Kinos. Eine hohe Meßlatte also für das Sequel, das zwei Jahre später nachgeschoben wurde und nun im Rahmen der noch jungen, vielversprechenden „Cine Magic Asia“-Reihe des Anbieters e-m-s auch hierzulande, wenn auch nur auf DVD, Premiere feiern darf.
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Die Folterkammer des Hexenjägers

Zwei Motive ziehen sich durch den Horrorfilm vor allem klassischer Prägung: Der Mythos zum einen des genialischen Wissenschaftlers, der sich zu zwielichtigen Experimenten in dunkles Gemäuer zurückzieht, sowie zum anderen der des Halbwesens, das desnächtens junge Damen – oft mit sexueller Konnotation verbunden – in seinen Bann zieht, ziehen muss, da dies oft die einzige Möglichkeit für das, in der Regel eher melancholische, Wesen ist, Sexualität auszuleben.

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Ein Meisterwerk

Die Filmgeschichte kennt einige mehr oder weniger große epische Erzählungen, Geschichten, die von mehr erzählen als einem Thema, die die Handlung nicht auf einen relativ engen Zeitraum fokussieren, sondern in die Breite gehen, die wirklich etwas zu sagen haben und in denen man – je nach Geschmack, Einfühlungsvermögen, emotionalem Zugang usw. – immer wieder neue Gesichtspunkte zu entdecken vermag, je öfter man sie in sich aufnimmt. Die Trilogie „Der Pate“ gehört zu diesen Epen, aber auch „kleinere“ Filme wie Scorseses „Goodfellas“ und Leones „Once Upon a Time in America“, der auf DVD in einer 220-Minuten-Fassung zu erwerben ist – unzerstückelt beispielsweise gegenüber der amerikanischen Kinofassung, die „nur“ zwei Stunden lang war und von allen tatsächlichen oder vermeintlichen „antiamerikanischen“ Szenen befreit gewesen sein soll, und auch kohärenter als die deutsche Kinofassung. Leone soll sein Werk ursprünglich in zwei Teilen auf rund sechs Stunden geplant haben. Doch da machten Produktions- und Verleihfirma nicht mit.
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Ahnenforschung

Tonbänder, die zum Zeitpunkt der Aufnahme nicht Wahrgenommenes wiedergeben, Fotografien, die mehr zeigen, als vor der Linse zu sehen gewesen ist, das sind die Zutaten, mit denen moderne Geistergeschichten zubereitet werden. Ganze Webseitenringe beschäftigen sich im Internet – mal mehr, mal weniger seriös – mit solcherlei Phänomenen und sorgen beim mitternächtlichen Vorbeisurfen für wohligen Grusel vor dem Monitor. Das klassische, förmlich aus dem Nichts heraus in Erscheinung tretende Gespenst scheint in unseren Zeiten ausgestorben, wer was auf sich und seinen Spuk hält, der manifestiert sich zunächst in der medialen Reproduktion von Wirklichkeit.

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Tränen der Sonne

Auf irgendeine Weise ist „Tears of the Sun“ so etwas wie „Die Hard“ in Afrika, wenn auch in Dialogen, Mimik und Gestik zurückhaltender – eben ein letztlich auf Bruce Willis zugeschnittener Genre-Film, in dem der Held vor allem einer Frau, daneben aber auch noch ein paar anderen Menschen das Leben retten soll.
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Gewohntes, gar zu gewöhnlich

Im Zuge postmoderner Strategien überbordender Bildopulenz erfuhr auch der Kostümfilm in den letzten Jahren naheliegenderweise ein furioses, ästhetisches Comeback. Vom Zwang klassischer Abbildungsparadigmen befreit, verdichteten Filme wie From Hell (USA 2001), Sleepy Hollow (USA 1999), Moulin Rouge! (USA 2001) oder aber auch die französischen Vertreter Der Pakt der Wölfe (2001) und Vidocq (2001) traditionelle Schauwerte mittels einer außer Rand und Band geraten zu scheinenden Technik und vielfältigen, intertextuellen Bezügen. Im Ergebnis feierten bis dato im Mainstreamkino kaum gekannte Bilderwelten ihre Genese auf der Leinwand, die das Kino auch für die Zukunft als Zelebrierungsstätte erster Wahl der Lust am Neuen, Bahnbrechenden, Berauschenden modernster Technologie kennzeichneten. Schon die ersten Bilder aus Die Liga der Außergewöhnlichen Gentlemen – das sattsam bekannte Fox-Logo rettet sich als gusseiserne Dachzierde vom voran gestellten Jingle ins viktorianische London hinüber, gefolgt von einer langen, eindeutig im Computer entstandenen Kamerafahrt durch düster-nasse Gassen und Winkel – lassen keinen im Unklaren darüber, dass sich an jenen „neue alte Tradition“ angelehnt werden will.
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Old Europe

Die simple Grundidee an sich ist nun wirklich reizvoll: „Drehe einen Film für 99 Euro!“ Das verspricht Ideenreichtum, Mut zur Improvisation, neue Wege, die beschritten werden wollen, ja, vielleicht sogar ganz neue Perspektiven des Filmeschaffens an sich. Die rigide finanzielle Beschränkung kann ohne weiteres auch als Befreiung von ökonomischem Druck umgedeutet werden, als Befreiung auch von althergebrachter Form und Konvention. Schon Truffaut kennzeichnete den Film der Zukunft notwendig als „Akt der Liebe“ und führte, unter anderem, die Befreiung der Filmproduktion von, auch aufgrund legislativer Einschnitte, unnötig hochtrabenden Kalkulationen, das kostengünstige Filmemachen also, als eine Voraussetzung hierfür an. In EUROPE – 99 EURO-FILMS 2 findet das Konzept nun, geboren als (wenn auch entliehene) Idee auf dem Filmfestival Oldenburg, filmische Premiere dann etwas später auf der Berlinale 2002, seine Fortsetzung.
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One more time

Gute Pop-Platten erzählen eine Geschichte. Bestenfalls erzählen sie diese sogar nicht im begrifflichen Sinne, lassen vielmehr den geneigten Zuhörer vor dem geistigen Auge eine solche abstrahieren. Sie nehmen einen bei der Hand, verdichten die eigene emotionale Welt zu einem Traumuniversum, das – allein durchs Auflegen der Platte – beliebig abrufbar, verfügbar scheint. Diese Affinität zum Traum, dieses Glücksversprechen macht die große Anziehungskraft des Pop aus: Pop ist melancholische Sehnsucht nach der anderen, der besseren Welt. „Nieder mit den Umständen“, singt man in Hamburg. Umso ernüchternder der Moment, wenn die Plattennadel sich vom Vinyl hebt, der Laser des CD-Players das letzte Bit ausgelesen hat. Pop ist Illusion, scheitert letztendlich an den „Grenzen unserer Physik“ (wie wenig später Kante sangen).
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The Gun is God

Die vielleicht herausragendste Eigenschaft des Films ist seine Fähigkeit zur Visualisierung von Gedankenexperimenten. Dies gilt insbesondere für die "Was wäre wenn"-Konzepte der möglichen Zukunft im Science Fiction. Der Film zeichnet eine fiktive Achse in eine Zukunft, deren Parameter er bestimmt und deren eigene Zukunft (als die Zukunft der Zukunft) er damit entwirft. Doch nicht selten sind es dabei die Vergangenheiten, die auf diese Weise als Reinkarnation, als deja vu zurück kehren.
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Unsere moderne Postmoderne

Gern wird sie tot gesagt, die Postmoderne – und das schon, seit sie Anfang der 1980er Jahre als Theoriemodell für Ästhetik, Ethik und Epistemologie aufgetreten ist. Der seit dem konstante Output an Literatur zu allen möglichen Phänomenen der Kultur und der Wissenschaft zeigt hingegen, dass Postmodernismus im Denken so präsent ist, wie zu Beginn. Der Schüren-Verlag wartet nun mit dem Sammelband »Die Postmoderne im Kino« auf.

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Semiologische Lückenfüller?

Mit dier Wiederaufführung der Fernsehserie Twin Peaks auf Kabel1 sind zwei Merchandising-Bücher neu aufgelegt worden, die sich als interessante Ergänzung zum Twin Peaks-Universum zu verstehen. Die seinerzeit häufig als postmodernistisch apostrophierte Serie aus der Feder von David Lynch und Marc Frost hat wohl wie kaum ein zweites Fernsehereignis der 90er Jahre auf die Zuschauer gewirkt. Anfangs wohl als Kolportage auf Krimi- und Soap-Serien konzipiert, entwickelte Twin Peaks schnell einen eigenen Charakter als Erzählung und ästhetisches Sujet. Zur offenkundigen Doppelcodierung als „Serie über Serien“ kam spätestens ab der zweiten Staffel ein neuen Konzept, das sich am treffendsten als „semiologischer Gap-Text“ bezeichnen ließe, hinzu. Immer mehr Elemente und Figuren hielten Einzug in die Erzählung, die ihr narrativ ohnehin brüchiges Konzept vollends aufbrachen und auf nichts als die eigene Zeichenhaftigkeit verwiesen.

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Frauenbilder in den Medien

Heidrun Baumann (Hg.): Frauenbilder in den Medien, Münster: Daedalus, 2000

Massenmedien als ›vierte Gewalt‹ zu den Eckpfeilern der Demokratie zu rechnen ist längst gängige Praxis und bedarf kaum noch einer eingehenderen Erläuterung. Das heutige komplexe Mediensystem, das in Printmedien, Hörfunk und Fernsehen wie auch in Büchern, Filmen und natürlich dem Internet verwirklicht ist, fördert dabei ein gravierendes Problem zutage: Es simuliert die Nichtexistenz unzähliger Problemkreise, indem es sie nicht thematisiert. Die Informations- und Aufklärungsarbeit der modernen Massenmedien ist dergestalt eine äußerst selektierte: Was nicht Gegenstand der Medien ist, findet in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit kaum oder keine Beachtung (es ›existiert‹ daher quasi gar nicht).
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Kritik der Kult-Industrie

Spätestens wenn eine Film-Erzählung in ihre zweites Fortsetzung geht, haben die Produzenten mit sicherem ökonomischen Gespür diejenigen Handlungselemente und Figuren ermittelt, die „Kult-Charakter“ haben und betonen diese besonders. Das hat vor Kurzem Terminator 3 schmerzlich ins Gedächtnis gerufen, der zu einer waren Kult-Kanonade cooler T-101-Sprüche mit irrelevanter Filmumrahmung geworden ist. Bei Re-Animator 3, der seinem Vorgänger Bride of Re-Animator (1990) mit ähnlich weitem Abstand wie T3 dem T2 folgt, deutet sich ein ähnliches Malheur an.
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