Liebe in Zeiten des Hasses

Silent Waters beginnt als schöner Film. Er spielt 1979 in Pakistan: Der junge Saleem, der nach dem Tod seines Vaters von seiner Mutter Ayesha allein erzogen wird, ist verliebt in Zubeida. Sie neckt ihn und zeigt sich selbstbestimmt: Nach Islamabad will sie, studieren und Saleem soll mitkommen. Im kleinen Ort Charkhi ist nämlich die einzige Perspektive für Saleem: Bauer werden. Als jedoch eines Tages zwei muslimische Agitatoren nach Charkhi kommen, ändert sich das. Viele junge Männer schließen sich ihnen und ihrer Forderungen nach einem Gottesstaat an. Sie fordern, dass der bislang gemäßigt praktizierte Islam endlich radikal ausgeführt wird. Dazu gehört, dass sich die Frauen verhüllen und dass die Jahr für Jahr aus dem Nachbarland Indien zu ihren heiligen Stätten in Charkhi pilgernden Sikh ihren (Un)Glauben nicht mehr öffentlich praktizieren dürfen. Saleem schließt sich den Eiferern an, nachdem ihn ein Freund gegen die Emanzipationsbestrebungen Zubeidas aufgestachelt hat. Zuerst erschöpft sich der Radikalismus der jungen Leute darin, Reden zu halten und zu hören. Doch als überall im Land die Anstrengungen für eine Revolution laufen, verändert sich auch das Leben in Charkhi. Diese Veränderung gipelt schließlich in Unterdürckung und Gewalt, als die Sikh in den Ort kommen und Saleems Mutter Ayesha von ihrer „ungläubigen“ Vergangenheit eingeholt wird.

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Entführung in der/die Medienwelt

„Kidnapping als Gegenstand unternehmerischer Innovation“, untersucht der Wirtschaftswissenschaftler Franz Liebl. Seine These: Das Kidnapping besteht aus zwei gegensätzlichen wirtschaftlichen Komponenten: Einer Angst- und einer Lustkomponente. Die Angstkomponente zeigt sich am deutlichsten – nämlich darin, dass aus dem Trauma der Entführung Kapital geschlagen wird. Die Lustkomponente beruht Liebl zufolge vor allem auf dem Faktor des „Micro-Star“-Systems, wonach der Entführte zumindest für eine gewisse Zeit, manchmal aber auch nachhaltig das öffentliche Interesse und die damit verbundene Berühmtheit für sich verbuchen kann.

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Spider

„… und das Vergessen kommt
aus der stummen Zerrissenheit
des Menschen.“
(M. Foucault)

Augenscheinlich lässt sich die Filmografie David Cronenbergs in zwei thematische Stränge dividieren. Da wären zunächst die „Matter over Mind“-Filme, die in der Sekundärliteratur oft als „Body Horror“ bezeichnet werden und zu denen zum Beispiel Shivers, Videodrome, The Fly und eXistenZ gehören. Diese Filme thematisieren den Kampf und Sieg des Fleisches über den Geist. Doch parallel drängen sich seit 1983 – seit Dead Zone – auch Beiträge in die Filmografie des Kanadiers, die genau die gegenteilige Denkrichtung aufweisen, und die sich besser mit „Mind over Matter“ paraphrasieren ließen. Nach Dead Zone, Dead Ringers, M. Butterfly und Crash stellt Spider nun die neueste Introspektion im Werk Cronenbergs dar, für welche die Kritik nur die hilflose Kategorie „Psychothriller“ anzubieten hat.
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Popkultur

Viel zu oft wird man Zeuge von intellektuellen Grabenkämpfen über Phänomene der Populärkultur, die vorgeben, einen Streit über ein mehr oder weniger wichtiges kulturelles Phänomen auszutragen, sich bei genauerem Hinsehen jedoch allein als Terminologie-Debatten entlarven. Schaut man sich etwa einmal die Debatte um „Gewalt in den Medien“ an, so wird man nicht nur mit den unterschiedlichsten Wirkungs- und Wirkungslosigkeitsargumenten konfrontiert, sondern oft auch mit völlig disparaten Begriffen von „Gewalt“, „Medien“ und „Publikum“. In der widersprüchlichen Nutzung dieser Terminologie spiegelt sich natürlich ebenfalls auch die Position des Diskursteilnehmers. In dem Moment jedoch, wo diese Terminologie unklar wird und durch ihre Unklarheit Fehlinformation produziert, pervertiert sich der Sinn jeder Debatte.

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Die Spur durch den Spiegel

Kein Medium hat das 20. Jahrhundert so nachhaltig geprägt wie der Film. Er ist das „Schlüsselmedium“, beginnt das Vorwort des Sammelbandes „Die Spur durch den Spiegel“ aus dem Bertz-Verlag. Dabei hat der Film das Jahrhundert im aktiven wie passiven Sinne „bebildert“: In intensivem Diskurs zwischen Produktion und Wirklichkeit. Thomas Elsaesser, zu dessen letztjährigem 60. Geburtstag der Sammelband erschienen ist, hat den Film aus wissenschaftlicher aber auch leidenschaftlicher Distanz beobachtet und vor allem zum deutschen Film eine beachtliche Bandbreite an Studien veröffentlicht. In seinem Sinne dürften die Essays des Sammelbandes ausgefallen sein.

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Edgar Wallace

J. Kramp/J. Wehnert: Das Edgar Wallace-Lexikon, Berlin: Schwarzkopf 2004

In fast vierjähriger Kleinstarbeit häufte Joachim Kramp zusammen mit seinem Co-Autor Jürgen Wehnert so ziemlich alle Daten an, die man auch nur irgendwie mit Edgar Wallace in Verbindung bringen könnte. Das Ergebnis ist beachtlich: Über 1800 Stichpunkte führt das Edgar-Wallace-Lexikon auf. Zu jeden Punkt gibt es meist ausführliche Hintergrundinformationen und weitere Daten, Fakten und Zahlen. Jedoch kommt auch dieses Lexikon um das berühmte Problem, welches Nachschlagewerke in Buchform haben, nicht herum: Praktisch schon einen Tag nach der Veröffentlichung könnte der Zahn der Zeit zugebissen haben. Da wären zum Einen die vielen, vielen Personen, die hier portraitiert werden, und die schon morgen das Zeitliche segnen könnten. Oder, positiv gesehen, könnten zum Anderen jenige im verbleibenden Rest ihres Lebens noch an 123 weiteren Filmklassikern mitwirken, die dann eigentlich in keiner ihrer Biografien fehlen dürften. Aber das ist nun einmal das Schicksal eines solchen Buches. Da wird keiner etwas dran ändern können (außer eine Neuauflage). Es wurde ja wirkliche alles Erdenkliche getan, um soweit wie möglich in die Zukunft zu blicken. Sowohl noch immer in der Planungsphase stehende TV-Filme, sowie der zum Zeitpunkt der Bucherscheinung noch nicht veröffentlichte Film „Der WiXXer“ sind als Themenpunkte in diesem Lexikon vertreten. Letzterer bewirbt sich selbst mit dem Slogan „nach keinem Roman von Edgar Wallace“, was ihm jedoch die Türen zu diesem Buch nicht verschloss.
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This is no place like home.

Lost in Translation, USA 2003, Sofia Coppola

Poesie des Jet-Lags: Außenseiter der Tageszyklen, gefangen in einer wohlbehüteten Welt der Hotels, jenseits aller Alltagslebensrealitäten. Eine kleine Miniatur beständigen Sichumkreisens zweier buchstäblich Lebensmüder entwickelt sich, fernab von allem in Tokio. Er, Bob Harris (Bill Murray), ist Schauspieler, trotz allen Erfolgs in der Midlife-Crisis und für allerlei Medientermine eine Woche lang in der Stadt. Sie, Charlotte (Scarlett Johansson), ist studierte Gattin des vielbeschäftigten Popfotografen John (Giovanni Ribisi), mit ihren 20 Jahren noch blutjung und ebenso in den Hotelzimmern Tokios gestrandet.
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»Der Blitzkrieg ist Wahnsinn«

Ende der 1960er Jahre entsteht einer der eigentümlichsten Filme Werner Herzogs. Selbst erst Mitte Zwanzig bricht der Münchner Regisseur, motiviert durch den Erfolg seines Erstlingsfilms Lebenszeichen (1968) mit einer – wie er sagt – „enteigneten Kamera“ und drei Freunden nach Nordafrika auf, um einen Science Fiction-Film zu drehen. Erzählt, oder besser: Gezeigt werden soll die Geschichte von Außerirdischen Astronauten, die aus einer fernen Galaxie auf die Erde kommen und dort auf merkwürdige Bilder der Zivilisation stoßen. Im Verlauf der Dreharbeiten und später im Studio wird dieses narrative Korsett jedoch wieder fallen gelassen. Die Bilder, die Herzog aus Afrika (zumeist Nord- und Ostafrika) sowie von der Insel Lanzarote mitbringt, sind hinreichend exotisch, um selbst dem irdischen Filmzuschauer den Eindruck von einer außerirdischen Perspektive zu vermitteln.

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Strange to meet you

Seit 1986 hat Jim Jarmush bereits Vorarbeiten geleistet für seinen Film Coffee and Cigarettes. Damals hat er sich Robert Benigni und Steven Wright in einem heruntergekommenen Café irgendwo in New York treffen lassen. Die beiden scheinen sich kaum zu kennen, begrüßen sich mehrfach umständlich und sinnieren schließlich – ganz im Stil des Smalltalks – über den Genuss von Kaffee und Zigaretten. Als die Unterhaltung schließlich zu versanden droht, zückt Steve einen Zahnarzttermin aus der Tasche, zu dem er jedoch gar nicht gehen will. Roberto, freundlich wie er ist, nimmt ihm den Termin ab und muss dann aber schnell aufbrechen („I have a dentist apointment. I’m already late!“) So driften die beiden auseinander und der Film ist nach fünf Minuten vorbei. Durch den Erfolg, den Jarmush mit Coffee and Cigarettes hatte, angespornt, hat er 1989 und 1993 zwei weitere Kurzfilme gedreht, die sich desselben Settings bedienen und ebenfalls skurrile kleine Geschichte von sich im Kaffeehaus treffenden Fremden und Freunden erzählen. Nun sind acht weitere Treffen hinzugekommen und der 96 Minuten lange Episodenfilm Coffee and Cigarettes entstanden.
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D/Z

Das Wissen um den Nekrophilen und mutmaßlichen Serienmörder Edward („Ed“) Gein ist längst ins Archiv des kulturellen Allgemeinwissens eingegangen. Neben etlichen Filmen und Büchern, die sich mehr oder weniger direkt auf den authentischen Fall aus dem Jahre 1957 berufen und Motive daraus in ihre Plots übernommen haben, ist „Ed Gein“ so etwas wie ein Gründungsmythos des modernen Serienmörderstoffes an sich geworden. Dieser Gründungsmythos liefert seither die psychopathologische Struktur sexual devianter Tat-Erklärung in Realität und Fiktion und hat wesentlich zur Ausbildung (vermeintlicher) Kriminalkompetenz der Allgemeinheit beigetragen. Zu den ersten fiktionalen Adaptionen des Falls gehört der 1974 entstandene Spielfilm „Deranged“.

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Underground

Bürgerkrieg – Bruderkrieg. Auf diesen tradierten Vergleich, der bestens ausdrückt, worin das Drama eines Bürgerkriegs besteht, reduzierte der bosnische Regisseur Emir Kusturica die Erzählung seines Films Underground. Marco und Blacky, so die beiden Brüder im Film, werden dabei als Kinder des Krieges dargestellt.

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Wilbur wants to kill himself

Wilbur wants to kill himself, Dänemark 2002, Lone Scherfig

Eine schwierige Geschichte ist das eigentlich, die Lone Scherfig da erzählt. Eine Geschichte von Selbstmordgedanken, tödlichen Krankheiten, Ehebruch und gestörten Biografien. Schwierig deshalb, weil man nur allzu schnell in der Sozialschmonzette landen könnte und die Gefahr, will man den Film nicht nur bleiern betroffen umsetzen, den zugrundeliegenden Thematiken nicht mit der erforderlichen Sensibilität entgegen zu treten, stets gegeben ist.
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Before Sunset

Before Sunset, Richard Linklater, USA 2004

Manchmal gehen im Kino Wünsche in Erfüllung und das ist dann besonders großartig. Man sitzt zum Beispiel in diesem Film, betrachtet verzaubert die Leinwand, das Bild darauf, und denkt sich so, wenn der Film sich jetzt beschließen würde – genau jetzt, in diesem Moment, wo alles gesagt wurde, die Karten auf dem Tisch liegen und dennoch alles in der Schwebe hängt -, das wäre wirklich das Größte. Als könnte der Film Gedanken lesen, tut er einem eine Sekunde später auch prompt den Gefallen und blendet ab, zieht sich gleichsam zurück. Da ist man baff, perplex für einen Moment und freut sich: Alles, wirklich rundum alles wurde richtig gemacht.
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»I can do it better«

Die ehrgeizige TV-Produzentin Joanna Eberhard (Nicole Kidman) entwickelt Shows zum Thema „Gender Trouble“. Darin geht es vor allem um die (sexuelle) Befreiung der Frau aus dem Ehe-Käfig. Als sich eines Tages ein gehörnter männlicher Kandidat zuerst an seiner durch die Show promisk gewordenen Ehefrau und dann an Joanna per Waffengewalt rächen will, wird die Show abgesetzt und die Produzentin gefeuert. Zusammen mit ihrem Mann Walter (Matthew Broderick) zieht sie nach einem totalen Nervenzusammenbrauch aus New York fort in das Städtchen Stepford im Herzen von Connecticut. Dort gibt es weder Gewalt noch Drogenmissbrauch noch sonstwelche Dinge, um die man sich Sorgen machen müsste. Alle sind freundliche zueinander – überfreundlich.
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»Nun, da ich sprechen kann. Was soll ich sagen?«

1968 gibt Werner Herzog der Welt des Spielfilms ein erstes Lebenszeichen. Sein gleichnamiger Film erscheint, nachdem er ein Jahr zuvor bereits mit „Letzte Worte“ und „Beispiellose Verteidigung der Festung Deutschkreuz“ zwei Kurzfilme veröffentlicht hat. Beide Kurzfilme führen Motive ein, die Herzog in „Lebenszeichen“ und auch im darauffolgenden Kurzfilm „Maßnahmen gegen Fanatiker“ wieder aufnimmt und ausbaut: In „Letzte Worte“ wird die Existenz eines Mannes dokumentiert, der der beste Lyra-Spieler von Kreta ist, aber als Außenseiter lebt, nicht mehr spricht, sich nur noch musizierend mitteilt – während alle um ihn herum damit beschäftigt sind zu erklären, was mit ihm geschehen sein könnte. „Beispiellose Verteidung der Festung Deutschkreuz“ erzählt die Geschichte vierer Männer, die in ein verfallenes Schloss eindringen, dort Armeeuniformen und Waffen finden und das Schloss nun gegen Eindringlinge verteidigen, die gar nicht existieren.

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Blickverschiebungen: Kulturindustrie revisited

In der gemeinsam mit Max Horkheimer verfassten „Dialektik der Aufklärung“ (1947) prägte der Philosoph und Soziologe Theodor W. Adorno das vielzitierte Schlagwort ‚Kulturindustrie‘. Adornos These – und der Begriff der Kulturindustrie fasst diese pointiert zusammen – ist es, dass in unserer Gesellschaft auch die Kultur gänzlich von der kapitalistischen Warenlogik kontaminiert ist: Kulturerzeugnisse sind für den Markt bestimmte und allein nach Marktregeln konzipierte Produkte wie Seife oder Schokoriegel. Die gesellschaftliche Diagnose, die er mit seiner Kulturkritik verbindet, ist äußerst pessimistisch: In der Gestalt der Kulturindustrie wird Kultur, die eigentlich der Aufklärung dienen soll, zum „Massenbetrug“, zu einer perfiden Form von ‚Opium fürs Volk‘, die den Einzelnen darüber hinwegtrösten und -täuschen soll, daß er nur Rädchen im Getriebe der „verwalteten Welt“ ist.

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Millionenspiel

18. Oktober 1970. Zuschauer rufen beim Westdeutschen Rundfunk an und melden sich – „freiwillig“ – als Kandidaten einer mörderischen Fernsehshow, die an diesem Tag ausgestrahlt wurde. In dieser Show jagen drei Killer einen Mann, der 1,2 Mio. DM erhält, wenn er die Jagd überlebt. Töten ihn die drei Killer, erhalten diese 120.000 Mark. Die Fernsehshow heißt Das Millionenspiel und ist eine Fiktion, ein Fernsehspiel. Die Anrufer haben ernst genommen, was sie im Fernsehen kurz zuvor gesehen hatten – eine groteske Reaktion, die das bestätigt, was Drehbuchautor Wolfgang Menge und Regisseur Tom Toelle mit ihrem Millionenspiel dokumentieren wollten: Die Jagd nach der Quote gepaart mit der Gier nach Sensationen und einem guten Schuss Voyeurismus würden die Zukunft (nicht nur) des deutschen Fernsehens bestimmen. 30 Jahre lang konnte der Film nach seiner Erstausstrahlung nicht mehr gesendet werden. Durch einen Irrtum der Verantwortlichen des WDR, dass man die Filmrechte an der Romanvorlage Robert Sheckleys erworben habe, konnte der Film erst jetzt wieder ausgestrahlt werden. Inzwischen waren in Frankreich 1982 Le Prix du Danger mit Michel Piccoli und 1987 in den USA Running Man mit Arnold Schwarzenegger in die Kinos gekommen, Filme, die beide auf der Grundidee von Das Millionenspiel bzw. Sheckleys Roman basierten, auch wenn für Running Man Stephen King als Autor fungierte, der die Geschichte nur wenig änderte (indem er Straftäter als Kandidaten auftreten ließ).
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Viel(leicht) hilft viel …

Klimaforscher Jack Hall (Dennis Quaid), der auf Grund seiner Arbeit zu wenig Zeit mit Frau (Sela Ward) und Sohn (Jake Gylenhaal) verbringt, sieht es bereits kommen: Die Klimakatastrophe, von der seit Jahrzehnten geunkt wird, steht vor der Tür und lässt sich nicht mehr abwenden. Erste Anzeichen sind schon zu erkennen: Fußballgroße Hagelkörner über Tokio, ein Dutzend gleichzeitig wütender Tornados in Los Angeles, Dauerregen in New York und dann ein Blitzeis von Minus 100 Grad Celsius über Schottland, dass sogar Benzin gefrieren lässt. Doch außer Hall und seinem britischen Kollegen Tery Rapson (Ian Holm) will niemand an die nahende Katastrophe glauben.
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And the Road leads to nowhere

Wie die Science Ficiton ist auch das Horror-Genre von seinen Ursprüngen her ein Genre der kurzen Formate: Von der Gothic Novel mit ihren Kurzgeschichten über die kurzen Horror-Filme der frühen Stummfilmzeit (die früheste noch erhaltene Frankenstein-Adaption von 1910 ist gerade mal 16 Kinuten lang) bis hin zu den Fernsehserien (Outer Limits, Amazing, Twilight Zone, …) der 50er und 60er Jahre: Kurz und prägnant haben sich die Stoffe schon immer am intensivsten vermitteln lassen. Der Debütfilm von Jean-Baptiste Andrea und Fabrice Canepa Dead End steht in genau dieser erzählerischen Tradition und das, obwohl er 85 Minuten lang ist.

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