Built to last

Der etwas tumbe, aber gutmütige und liebenswerte Boxchampion Rocky Balboa ist eine der berühmtesten Figuren der jüngeren Kinogeschichte. Und gemeinsam mit dem eher mittelmäßigen Boxer, den ein riesiges Kämpferherz zum Champion macht, ist auch sein Darsteller Sylvester Stallone zur Legende geworden. „Built to last“ weiterlesen

Der Doktor und das böse Vieh

Dass Kühe nicht die harmlosen Grasfresser sind, für die sie jeder hält, hat nicht nur Gary Larson immer wieder unter Beweis stellen wollen; auch der Horrorfilm hat sich der Kuh als Monsterwesen längst angenommen. In „Dead Meat“ war es eine Rinderseuche, die Kühe Menschen hat überfallen und fressen lassen. In „Isolation“ sind es genetisch veränderte Rinder, die Kälber gebähren, welche selbst die bei ihrer Geburt bereits mit dem Bösen schwanger gehen. Dass sich – vielleicht mit Ausnahme von Gary Larson – hinter solchen Horrifizierungen von Kühen ein Reflex auf die Rinderseuche BSE verbirgt, ist kaum zu verkennen. In Billy O'Brians „Isolation“ ist diese Metaphorik jedoch etwas subtiler und sie kommt keineswegs mehr wie noch bei „Dead Meat“ unter dem Deckmantel der Komödie daher. Kuhhorror will nun ernst genommen und geführchte werden wie jeder andere Tierhorror auch. Demzufolge verbindet der Film auch gleich mehrere Erzählfäden mit durchaus dramatischem Potenzial miteinander:
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„… and i’ll get back to you.“

Die Suche nach Identität ist schwierig und sie wird noch erschwert, wenn das gesellschaftliche Umfeld keinen archimedischen Punkt bietet, an dem sich das Individuum bei seiner Suche und Entwicklung orientieren kann. Dass der Krieg und der Terror, wie er seit Jahrzehnten in Israel allgegenwärtig und derzeit wieder besonders heftig ist, gerade für die junge Generation eine ständige physische und psychische Bedrohung darstellt, scheit evident. Auf welche Weise ein solcher Prozess der Identitätssuche – aus radikal subjektiver Sicht – ins Leere laufen und sich zur Katastrophe entwickeln kann, zeigt Danny Lerners Debütspielfilm „Frozen Days".
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Die innere Unsicherheit

Ein Film über einen Terrorangriff als Parabel über einen Terrorangriff

Die Bilder vom 11. September 2001 haben es gezeigt und Oliver Stone hat es in seinem Film „World Trade Center“ belegt: Der Terrorismus kommt als Katastrophe über die Zivilisation wie eine Naturgewalt. Um das Große dieser Gewalt aus der ästhetischen Erhabenheit zu entreißen und als Schrecken erfahrbar zu machen, hat der Katastrophenfilm schon immer gut daran getan, ihre Mechanismen im Kleinen zu beschreiben. Chris Gorak entwirft in seinem Debutfilm RIGHT AT YOUR DOOR ein Terror-Szenario enormen Ausmaßes. Er beschreibt, wie in Los Angeles gleich mehrere „schmutzige Bomben“ explodieren, das Stadtgebiet und gesamte Umland verseuchen. Was für eine Substanz die Giftwolke über Stadt enthält ist zunächst unklar und so reagieren die Behörden und die Bevölkerung panisch.
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No Sleep till Unna

 Peter Thorwarth beschließt mit "Goldene Zeiten" nach „Bang Boom Bang“ (1999) und „Was nicht passt wird passend gemacht“ (2002) die so genannte Unna-Trilogie. Schien deren innerer Zusammenhalt bisher eigentlich nur durch den Lokalkolorit der Ruhrgebiet-Kleinstadt gegeben, so werden mit „Goldene Zeiten“ nun doch einige wiederkehrende Themen erkennbar. Es geht um die großen Träume der Verlierer und Mittelmäßigen, das triste Leben in der Provinz, das diese Träume beflügelt, die am Ende wie Seifenblasen zerplatzen. „No Sleep till Unna“ weiterlesen

See you last Wednesday!

Ein Jahr nach der Flutkatastophe erschüttert ein Terroranschlag New Orleans: Eine Fähre vollbesetzt mit Mitgliedern der Navy wird im Hafen in die Luft gesprengt, über 500 Menschen verlieren ihr Leben. Der ATF-Beamte und Spezialist für Sprengstoffanschläge Doug Carlin (Denzel Washington) beginnt die Untersuchungen und findet in der Leiche der attraktiven Claire Kuchever (Paula Patton) bald schon eine heiße Spur zum Attentäter. „See you last Wednesday!“ weiterlesen

Armee der Schatten

Ohne Zweifel hat der Fall des Kinderschänders Marc Dutroux auch das belgische Kino nachhaltig beeinflusst. Das Thema Kindesmissbrauch wurde und wird seit Bekanntwerden des Verbrechens und der Verstrickung der Behörden darin mal offensichtlich mal unterschwellig filmisch verarbeitet. Werke wie „The Alzheimer Case“ (B/NL 2003), „The Ordeal“ (B 2004), und „Ordinary Man“ (B 2005) verfolgen jedoch nicht nur den Zweck, etwas zur Schau zu stellen, was unsichtbar geblieben ist, sondern transponieren das Thema gleich auf eine Ebene, die als „Verarbeitung“ des Traumas gewertet werden kann. Dass der jüngste Beitrag, Frank van Mechelens „Intruder“, eigentlich gar nicht von Kindesmissbrauch handelt, obwohl das das Thema des Films ist, zeigt, wie tief sich dieses Trauma in die Gesellschaft und ihre Kunst eingegraben hat.
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