Wieder ein Sequel, das einen mäßigen Buddy-Movie, ANALYZE THIS (USA 1999) in gleicher Besetzung auf einer ebenso mäßigen Linie weiterverfolgt. Wieder Robert de Niro als Komödiant – wie schon in SHOWTIME (USA 2002), wo er mit Eddie Murphy kläglich scheiterte –, dessen Humor nicht so richtig funktionieren will, und wieder ein Drehbuchautor Peter Steinfeld, der mit DROWNING MONA (USA 2000) eine klägliche Möchtegern-Sozialposse fabrizierte, die in meiner Liste „Die ungeliebtesten Filme aller Zeiten“ ganz oben steht. Dazu eine Geschichte, die nicht so richtig in die Gänge kommt und an allen Ecken und Enden nach ihrer eigenen Plausibilität schreit.
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2 Seelen wohnen, ach, in ihrer Brust
Copyright-Gesetze sind, gerade im künstlerischen und kulturschaffendem Bereich, manchmal schon ein Kuriosum. Von vielen – oft zurecht! – als Behinderung der künstlerischen Freiheit empfunden, können sie mit ihren Beschneidungen und Reglements, kombiniert mit marktwirtschaftlich ausgeprägtem Denken, zu manch bemerkenswerter Nuanceverschiebung führen. Im Genrefilm, vor allem im Bereich der B-Movies, brachten und bringen die Querelen rund ums Copyright nicht selten interessante Vertreter ihrer Gattung hervor, sehen sich diese Filme doch gezwungen, sich einerseits auf den Mythos eines Genres (oder eben eines lukrativen Motivs darin) zu berufen und ihn fortzuschreiben, andererseits aber Narration und Ästhetik soweit zu verfremden, dass juristische Folgen ausgeschlossen werden konnten. In den glücklichsten dieser Fälle entsteht mitunter ein Kommentar zum Genre selbst, der wesentliches destilliert und offensichtlich macht. Mit FRANKENSTEIN CREATED WOMAN (GB 1967), dem vierten der Frankenstein-Filme der legendären, britischen Hammer Studios und zumindest dem Titel nach eine lakonische Anspielung auf Vadims …AND GOD CREATED WOMAN (FR 1956), liegt ein solcher Vertreter vor.
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Watch it, if you like – Mike
Als „brain-dead and character-less“ bezeichnet James Berardinelli in seiner Besprechung des Lil’-Bow-Wow-Promotion-Films „Like Mike“ Handlung und Figuren – „a cynical attempt to lure children into theaters.“ So ganz daneben liegt Berardinelli mit dieser Wertung des Films nicht. Nach Britney Spears („Not A Girl“ (USA, 2002)) hat nun auch Rapper Lil’ Bow Wow seinen Kino- Auftritt, und niemand lüge sich selbst und anderen in die Tasche: Auch hier geht es vor allem um Werbung. Aber nicht nur, denn auch das jugendliche Publikum hat zumeist einen gewissen Geschmack, den man mit absolutem Blödsinn allein – in aller Regel jedenfalls – nicht in die Kinos locken kann. Paramount und die anderen mächtigen Produktionsfirmen können davon ein Lied singen: Nur jeder zwölfte Film aus Hollywoods Reich der Fiktion wird ein wirklicher Kassenschlager.
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Ex und hopp – zuviel des Guten?
Wer hierzulande – womöglich auch noch ohne belehrenden oder distanzierenden Kommentar – nationalsozialistisches Gedankengut und seine Träger in einer Dokumentation wiedergibt, hat es schwer. Das musste Winfried Bonengel mit seinem Dokumentarfilm „Beruf: Neonazi“ (D, 1993) bereits 1993 feststellen. Ob es ihm fast zehn Jahre später mit seinem neuen Film, diesmal einem Spielfilm, der auf (auto)biographischen Erinnerungen von Ingo Hasselbach beruht, besser gehen wird, wird sich zeigen. Zusammen mit Bonengel hatte Hasselbach, der der neonazistischen Szene einmal angehörte, ausstieg und Mitbegründer von EXIT wurde, 1993 das Buch „Die Abrechnung“ geschrieben. Motive aus dem Leben Hasselbachs sind in Bonengels neuem Film verarbeitet.
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„Trigger happy!“
„Got an AK-47, well you know it makes me feel alright
Got an Uzi by my pillow, helps me sleep a little better at night
There’s no feeling any greater
Than to shoot first and ask questions later
Now I’m trigger happy, trigger happy every day
Well, you can’t take my guns away, I got a constitutional right
Yeah, I gotta be ready if the Commies attack us tonight
I’ll blow their brains out with my Smith and Wesson
That ought to teach them all a darn good lesson
Now I’m trigger happy, trigger happy every day“
– ‚Weird‘ Al Yankovich . „Trigger Happy“
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Schwindel und Entschleierung
Als »Vertigo« 1958 in die amerikanischen Kinos kam, waren die Reaktionen von Publikum und Kritik nicht gerade überschwänglich. Eine Zeitung bezeichnete die Handlung sogar als Unsinn. Andere meinten, der Einstieg sei viel zu langatmig geraten. Erst in den 60er Jahren, dann 1984 bei der Wiederaufführung und 1996 in einer aufwendig restaurierten 70mm-Fassung interessierte man sich wieder für den »Schwindel« von »Vertigo«. Seitdem wurde der Film zu einem der meist besprochenen und analysierten Hitchcock-Streifen.
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To catch a Husband
Lange Zeit war »To Catch a Thief« nur in einer unvollständigen Kopie zu sehen. Paramount erlaubte dann dem ZDF, das farbenfrohe Original zu rekonstruieren. Das Problem bestand darin, dass die bisherige Kopie wegen der verblassten Farbränder von der Paramount beschnitten worden war, so dass etwa 30% des Films nicht zu sehen waren. In einer wahren Sisyphusarbeit wurden etwa 1.200 Einstellungen des in Technicolor gedrehten Films bezüglich Lichthelligkeit und Farbabstimmung erneuert, so dass jetzt eine ansehnliche, wenn auch nicht 1:1 dem Original entsprechende Kopie genossen werden kann.
Inhalt
John Robie (Cary Grant) hat sich zur Ruhe gesetzt – und will seine Ruhe haben. Früher einmal, vor dem Krieg, war er als »Die Katze« bekannt, sprich: als genialer Juwelenräuber. Während des Krieges war er als Amerikaner Mitglied der französischen Résistance. Jetzt wohnt er in einem schicken Haus oberhalb von Cannes.
Eines Tages überzieht eine neue Reihe von Juwelendiebstählen die französische Riviera. Und da der Täter offensichtlich die Methode Robies bei seinen Raubzügen haargenau kopiert, gerät er in Verdacht. In einer wilden Verfolgungsjagd kann er mit Hilfe von Germaine (Georgette Anys) zunächst im Auto, dann im Bus der Polizei entkommen. Auch sein Ex-Kollege, der Besitzer des Küstenrestaurants Bertani (Charles Vanel), glaubt Robie nicht so richtig, dass er mit den neuerlichen Raubzügen nichts zu tun habe. Robie fasst einen Entschluss: »I’ve got to hit this copy-cat before he hears I’m after him. To catch him in the act, I need better information than he has, the kind that takes months to dig out.« So bittet er Bertani, ihm Informationen über die potentiellen Opfer zu verschaffen. Denn einen Dieb könne man nur als Dieb fangen.
Weil die Polizei ihm bereits wieder auf den Fersen ist, verhilft ihm die Tochter des Weinstewards Foussard (Jean Martinelli), Danielle (Brigitte Auber), zur Flucht in den Beach Club. Dort soll ihn Bertani anrufen, sobald er die gewünschten Informationen hat. Und Bertani hat bereits eine Information: Der Mann, der ihm in seiner Gaststätte schon Fragen über die Juwelendiebstähle gestellt habe, wolle sich mit ihm treffen. Es handelt sich um den Agenten der Londoner Lloyds-Versicherung Hughson (John Williams), der ihm eine Liste reicher Klienten überreicht, die möglicherweise auch bestohlen werden könnten. Robie bietet ihm an, nach dem Juwelendieb zu fahnden. Die Polizei würde stillhalten, weil sie darauf hoffe, dass Robie einen Fehler mache und man ihn dann auf frischer Tat ertappen könne.
Während eines Diners mit der neureichen Amerikanerin Mrs. Stevens (Jessie Royce Landis), die mit ihrer Tochter Frances (Grace Kelly) unterwegs ist, schlägt Hughson vor, sie solle ihren Schmuck – Wert: 280.000 Dollar – lieber im Hotelsafe deponieren. Doch Mrs. Stevens hat andere Sorgen. Sie will für ihre Tochter einen Mann. Im Casino lernt sie Robie, der sich als Geschäftsmann Mr. Burns ausgibt, kennen. Robie begleitet beide zu ihren Hotelzimmern. Und Frances scheint Robie zu mögen. Sie küsst ihn zum Abschied.
Am nächsten Morgen bittet Hughson Mrs. Stevens erneut, ihre Kostbarkeiten im Safe des Hotels zu deponieren. Denn in der Nacht war »Die Katze« wieder unterwegs – Versicherungsschaden: 35.000 Dollar. Robie bleibt unter Verdacht …
Inszenierung
Ein farbenprächtiges Spektakel hat Hitchcock mit »Über den Dächern von Nizza« (einmal mehr ein verfälschender deutscher Filmtitel) angerichtet. Die urlaubsähnlichen Bilder von der Cote d’Azur dürften einen jedoch nur bei oberflächlicher Betrachtung dazu verleiten, in dem Film lediglich eine elegant inszenierte Kriminalkomödie zu sehen. Mal wieder interessiert den ausgebufften Hitchcock vor allem: Sexualität. »To Catch a Thief« ist ein durchaus zweideutiger Titel. Zum einen geht es darum, dass Robie sein ruhiges Leben wiederherstellen will, das durch den Imitator-Dieb heftig gestört wird. Andererseits wird der eher ruhige, fast ernüchternd wirkende Robie als Jagdtrophäe zwischen zwei Frauen positioniert, die beide nicht nur positiv dargestellt werden. Danielle, linkisch, eine Frau, die das haben will, was sie sich in den Kopf gesetzt hat, und wenn sie es nicht bekommt, wie ein Kind reagiert, und die verwöhnte und arrogante, reiche Göre Frances. Besonders deutlich in dieser Hinsicht ist eine Szene, in der Robie zwischen beiden Frauen im Wasser schwimmt. Beide giften sich an, Robie ist nur Zuschauer, schweigt, schaut von einer zu anderen, kann den Streit nicht schlichten, in dem es um ihn als Objekt der Begierde geht.
Als Frances letztendlich Robie unter die Haube locken kann, heiratet er ihre leicht zynische Mutter gleich mit. Pessimismus pur, allerdings grandios umrahmt von komödiantischen Szenen und satirischen Dialogen. Robie, so sympathisch er auch durch Cary Grant dargestellt wird – und nicht die neue »Katze« – ist das eigentliche Opfer der Handlung. Er wollte in Ruhe sein Leben genießen, hatte keine Lust zum Heiraten und war weder auf Danielle, noch auf Frances aus. Doch unweigerlich ist von Anfang an klar: Er landet entweder im Netz der einen oder der anderen. Ich würde noch weitergehen: Letztlich hat Robie keine Kraft, keinen Mut, beiden Frauen zu widerstehen. Die kämpfen es unter sich aus, wer ihn bekommt. Der folgende Dialog zwischen Robie und Danielle mag dies veranschaulichen:
Danielle: Don’t you think it’s foolish to remain here without knowing what will happen to you? But if you were in South America with me, you will know exactly what will happen.
John: You make it sound dangerous either way.
Danielle: It would be so much nicer to be killed by love, no?
John: Ah, pardon me while I get the water out of my ear.« usw.
Und als bittere Pille erhält er zum Schluss noch eine Schwiegermutter, der er auch nicht gewachsen ist. Ach du schöne Côte d’Azur! Eindrücklich in dieser Hinsicht ist z.B. die Szene, als Mama Stevens ihre Zigarette in fried eggs ausdrückt. Das charakterisiert diese Frau fast mehr als jedes Wort.
Suspense? Merkwürdigerweise enthält der Film so gut wie keinen Suspense, wie man ihn ansonsten von Hitchcock gewöhnt ist, auch wenn der Meister im Gespräch mit Truffaut etwas anderes behauptete. Der Suspense ist sozusagen minimalisiert und rankt sich um die Frage, wer Robie bekommt. Die Verhaftung der wirklichen Diebe ist nur noch kriminalistische Genre-Logik. Von Anfang an ist bekannt, dass die Polizei Robie zwar in Verdacht hat, aber selbst nicht so richtig daran glaubt, dass er »The Cat« ist. Auch die Polizei und Hughson instrumentalisieren Robie, um die neue Katze zu fangen, zu enttarnen. Das Angebot Robies an Hughson, für diesen den Juwelenräuber zu fangen, kommentiert Hughson mit den Worten: »It strikes me that only an honest man would be so foolish.« Hughson kann zufrieden sein: Ohne weitere Kosten wird Robie ihm den wirklichen Dieb zuführen – selbst wenn es doch Robie sein sollte, den die Polizei weiterhin genauestens beobachten wird. Somit ist Robie eine der sympathischsten und zugleich schwächsten Gestalten in Hitchcocks Filmen.
So deutlich wie in fast keinem anderen Film stehen Frauen als Handlungstreibende in »To Catch a Thief« im Mittelpunkt. Der unterkühlte Sex von Grace Kelly macht Halt vor ihrem Schlafzimmer; dort wird er heiß: »Ich brauche Damen, wirkliche Damen, die dann im Schlafzimmer zu Nutten werden. Der armen Marilyn Monroe konnte man den Sex vom Gesicht ablesen, auch Brigitte Bardot, und das ist nicht besonders fein«. Hitchcock untertreibt. Als Frances und John beim Picknick sitzen, fragt sie: »Do you want a leg or a breast?« Und Robie antwortet: »You make the choice.« Ein verschlüsseltes, aber eindeutiges, fast aufdringliches Angebot, gegenüber dem Robie seine Entscheidungsfreiheit schon so gut wie aufgegeben hat.
Fazit
Kein glattes Happy End: Frances hält Robie am Ärmel fest; er gibt auf. »Aber die Schwiegermutter wird bei ihnen leben. So ist das fast ein tragischer Schluss.« Robie bekommt seine Ruhe – doch zu welchem Preis? Jedenfalls auf andere Weise, als ursprünglich erwartet. Und das Publikum kann trotzdem zufrieden sein. Denn »To Catch a Thief« ist einer der humorvollsten Filme Hitchcocks, in dem die Gefahr, das Risiko für die tragenden Figuren auf ein Minimum reduziert ist und trotzdem ein Spannungsbogen gute 100 Minuten lang für Abwechslung sorgt.
Zitate aus:
François Truffaut (in Zusammenarbeit mit Helen G. Scott): Truffaut / Hitchcock, München / Zürich 1999 (Diana-Verlag) (Originalausgabe: 1983), S. 188, 189.
Vgl. auch Beier/ Seeßlen (Hrsg.): Alfred Hitchcock, Berlin 1999, S. 370-373.
Über den Dächern von Nizza
(To Catch a Thief)
USA 1955, 106 Minuten
Regie: Alfred Hitchcock
Drehbuch: John Michael Hayes, nach einem Roman von David Dodge
Musik: Lyn Murray
Kamera: Robert Burks, Wallace Kelley
Schnitt: George Tomasini
Spezialeffekte: John P. Fulton, Farciot Edouart
Hauptdarsteller: Cary Grant (John Robie), Grace Kelly (Frances Stevens), Jessie Royce Landis (Jessie Stevens), John Williams (H. H. Hughson), Charles Vanel (Bertani), Brigitte Auber (Danielle Foussard), Jean Martinelli (Foussard), Georgette Anys (Germaine), George Adrian (Detective), John Alderson (Detective auf dem Kostümball)
Ulrich Behrens
Hitchcock auf Abwegen?
Auch das war Hitchcock: Mangels eines besseren Stoffes verfilmte Hitchcock unter chaotischeren Umständen als üblich einen eher inhaltlich verzettelten denn stringent durchgearbeiteten Roman von Leon Uris. Szenen wurden gedreht und wieder verworfen. 1999 tauchte auch in hiesigen Landen ein Director’s Cut auf, der etwa 20 Minuten länger war als die bisherige Kinofassung. Eine Handlung gibt es eigentlich gar nicht, es gibt mehrere, die angeschnitten, verfolgt, aber nie so richtig zu Ende dramatisiert werden.
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Schänder in Schlaghosen
Wenn die Schweizer mal einen Film drehen, dann aber auch direkt ’nen Hammer. „Greta – Haus ohne Männer“ (Teil 3 der „Ilsa“-Reihe), „Mad Foxes – Feuer auf Räder“ (jo, der heißt wirklich so!) oder der ultraseltene und mir leider auch unbekannte „Ruf der blonden Göttin“ sind neben „Mosquito“ wohl die prägnantesten Titel in der Filmografie der Eidgenossen. Und eines haben sie alle gemein: Einen Trashfaktor jenseits Ed Woods kühnster Träume.
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Mad Foxes
MAD FOXES – FEUER AUF RÄDER ist einer jener Filme, die ich in meiner Filmliste mit einem dicken roten Vermerk „Granate“ markiert habe. Schon der Titel ist ein wahrer Genuss, oder hat man in der Schweiz etwa seine ganz eigenen Grammatik-Regeln?
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Anthropophagus
Der 1999 verschiedene italienische Regisseur Joe D’Amato gehört zu einem der hierzulande meistzensierten Filmemachern. Vier seiner Filme wurden in den achtziger Jahren in der BRD wegen Verstoßes gegen den § 131 des StGB bundesweit beschlagnahmt. Grund: Gewaltverherrlichung. Die hessische Filmproduktionsgesellschaft AstroFilm hat sich zum Ziel gesetzt, D’Amatos Filme und die anderer „verbotener“ Regisseure (Fulci, Romero., Argento, …) wieder auf Video zu veröffentlichen – und das oftmals in ungeschnittener Fassung und Originalsprache. Das ist ein löbliches Vorhaben, bedenkt man, welchen Bärendienst die Jugend-und Sittenschützer der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften“ uns mit der Beschlagnahme erweisen. Dass unter den 131ern aber nicht nur Meisterwerke, wie Romeros Day of the Dead oder Raimis Evil Dead zu finden sind, sondern auch allerhand Schrott, beweist der Re-Release des oben betitelten Anthropophagus.
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Animiert amüsiert
Natürlich ist es nicht wahr, dass sich Filme durch ihre Zuschauer zu diskreditieren oder profilieren vermögen. Gerade im Kino der Postmoderne hat es der Film gelernt, breitere Zuschauerschichten anzusprechen und weg vom rezipientenorientierten Kino (wie es sich z. B. in den zahllosen Eastern und Kung-Fu-Filmen der 70er und 80er Jahre gezeigt hat) eine Ästhetik mehrerer Ebenen zu entwickeln. Ein gutes Beispiel hierfür ist Toy Story 2. Viele Besucher hatte der Film an jenem Nachmittag nicht, als ich ihn gesehen habe: Da war eine Mutter mit ihrem vielleicht dreijährigen Sohn in der ersten Reihe, mein schon vom ersten Teil faszinierter unvermeidlicher Begleiter und eben ich, der ich mal wieder mein Interesse für Computeranimation und Film in einer Besprechung von Toy Story 2 vereinen wollte. Und tatsächlich hat der Film dann auch alle Ansprüche erfüllt: Der kleine Junge in der ersten Reihe ist johlend vor Freude und Ergriffenheit auf seinem Stuhl hin und her gesprungen und hat nahezu jede Szene des Films laut kommentiert, die Mutter, die ihren Sohn wohl eigentlich nur begleiten wollte, hat sich in den melodramatischen Szenen zu Tränen rühren lassen, und meine Begleitung hat sich schier nicht mehr einkriegen können vor Lachen angesichts des so hinreißend debilen Pferdchens „Bully“.
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Titan A.E.
Wieder einmal ist die Erde von Außerirdischen zerstört und die Menschheit in die Weiten des Alls verstreut worden: Die Drej, eine Rasse reiner Energiewesen hat Angst vor dem explorativen Potenzial der Menschen und löscht diese kurzerhand aus. Doch kurz vor dem Zerbersten unseres geliebten Heimatplaneten kann die Titan – ein Raumschiff, dass in der Lage ist, einen bewohnbaren Planeten zu erschaffen – gerettet und in den Tiefen des Alls versteckt werden. Der Wissenschaftler, der das Raumschiff steuert, übergibt seinen kleinen Sohn in die Obhut von Freunden, die zusammen mit einigen anderen Menschen ebenfalls von der Erde flüchten können. 15 Jahre später ist der kleine Cale zu einem jungen Freibeuter herangewachsen, den das Schicksal der Menschheit nicht interessiert. Als er nun eines Tages vom Freund seines Vaters aufgesucht wird, um die Suche nach der Titan anzutreten, stimmt er nur zu, weil sich an Bord des Suchraumschiffs die schöne Akima befindet (im Original von Drew Barrymore gesprochen) und weil die Drej von dem Plan wissen und alle, die damit zu tun haben, vernichten wollen. So beginnt eine Verfolgungsjagd quer durch das All, die mit oftmals überraschenden Wendungen in der Erzählung schließlich doch zum Ziel führt.
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Voyeurismus und Suspense
Eine Kurzgeschichte von Cornell Woolrich diente Hitchcock als Vorlage für diesen ausgezeichneten, stilistisch einwandfreien, klaren Thriller, in dem er den Zuschauer über die Hauptfigur in den Film direkt hineinzieht.
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Normalität und Brüchigkeit
Eine der spannendsten Fragen (nicht nur) des Films ist die, wie Menschen aus ihrer Normalität durch ein existentielles Ereignis herausgerissen und zu unerwarteten Handlungen verleitet werden. Todd Field ging einer solchen Frage nach.
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Über eine sich selbst genügsam gewordene Welt
Der bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnete Film von Alfonso Cuarón (»Great Expectations«, 1998) erhielt von der Filmkritik teilweise merkwürdige Auszeichnungen. In der NZZ war von einem Film über Teenager zu lesen, anderswo, es ginge um das Erwachsenenalter, das die Scherben einer verkorksten Jugend aufsammeln müsse. Andere sehen in dem Streifen einen Film, der wie das Leben sei, mal so, mal so (http://www.de.Cineman.ch, sehr vielsagend), mit sozialkritischen Untertönen« (Cinema), bei dem aber nicht mehr als »effektheischendes Geknister« herausgekommen sei (http://www.filmtext.com); andere bewundern ihn als »Roadmovie« mit politischen »Anklängen« (Blickpunkt: Film), als Streifen über die Pubertät (»Schnitt«). Die »Zeit« sieht in »Y tu mamá también – Lust for Life!« gar eine Auseinandersetzung mit dem Machismo. Und in der »Frankfurter Rundschau« wird der Streifen zum »Hochschul-Abschlussfilm« degradiert. Was zeigt er denn nun wirklich?
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»I’m not a crook.«
»And in your dreams
you can see yourself as a prophet,
saving the world.
The words from your lips
›I am not a crook‹
I just can’t believe you are such a fool«,
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Verdrängte Abgründe
»Die Unschuld wird vor allem von einem getötet – der Angst. Meine ›unschuldigen‹ Figuren fallen irgendwann vom Himmel und müssen die Hölle durchqueren, um wieder mit einer gewissen Unschuld überleben zu können« (David Lynch in einem Interview im Filmbulletin 2/1997, Heft 211)
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Night of the Living Dead
Im Jahre 1967 hatte ein junger, gerade erst 27 jähriger Mann namens George Andrew Romero die Idee zu einer Art Film, wie es ihn bis dato noch nicht gegeben hatte. Des ewigen Mainstream- Einerlei überdrüssig deutete er die Zeichen seiner Zeit. Zwei der kommerziell gewinnbringendsten Genres hatten ausgedient. Der Kriegsfilm sowie der Western. Schon im Jahr 1964, durch Leones FÜR EINE HANDVOLL DOLLAR und noch stärker durch Corbuccis DJANGO (1966) hatte der italienische Western den amerikanischen in Europa abgelöst. In den USA ergab sich diese Entwicklung vorrangig durch die jugendliche „Gegenbewegung“ der 60er, in der dieses antiquiert wirkende Genre den Idealen der Hippiegeneration, zumindest im Gewand der Edelwestern, nicht entgegen kam (psychedelische Western wie der 1976 entstandene MAD DOG mit Dennis Hopper waren damals noch in weiter Ferne).
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Day of the Dead
Nach dem großen kommerziellen wie künstlerischen Erfolg des Filmes ZOMBIE aus dem Jahre 1978 entwickelte George A. Romero sich zum „Vielfilmer“ (zumindest für seine Verhältnisse). Hatte man bisher noch Pausen von bis zu fünf Jahren hinnehmen müssen, legte er mit KNIGHTRIDERS – RITTER AUF HEISSEN ÖFEN (1981) und DIE UNHEIMLICH VERRÜCKTE GEISTERSTUNDE (1982) zwei Filme vor, die sich thematisch und qualitativ erheblich von seinen vorherigen Arbeiten unterschieden. Jedoch waren nun auch die größeren Studios auf ihn aufmerksam geworden, was dazu führte, dass letztgenannter Film sogar in den Verleih der Orion kam, einer damals aufstrebenden Produktionsfirma (Anfang der 90er musste sie Konkurs anmelden). Beschwingt vom Erfolg und dem endlich fließenden Vorankommen, entschied Romero, den geplanten dritten Teil der Untotentrilogie umzusetzen. Er stellte das Drehbuch im Jahre 1984 fertig und arbeitete wie schon in ZOMBIE mit Richard P. Rubinstein als Produzent zusammen. Obwohl Romero bei den größeren Produzenten jetzt einen Fuß in der Tür hatte, wollte er DAY OF THE DEAD genau wie die Vorgänger absolut unabhängig produzieren und sich von niemandem reinreden lassen.
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