Was in Mode zu kommen scheint, sind dieser Tage Filme, die sich mit der Aufarbeitung eines bisher unbeleuchteten Kapitels aus der frühen Lebensgeschichte einer Roman- oder Filmfigur befassen. Den Auftakt dazu lieferte das horribel verstümmelte „Texas Chainsaw Massacre – The beginning“ (Kinostart 18. Januar). „Hannibal Rising“ führt die Reihe der Anfänge als ein auf Hochglanz poliertes Gründungsmythos fort, das seinerseits Volksmythen in Form von Märchen und nebenbei die Folterung von Kriegsverbrechern zeigt. Er versucht die Transformation vom Mythos zum Myzel, kommt dabei aber kaum ohne eine schlicht gestrickte Psycho-Logik aus, die dem Film alle die Haken und Kanten nimmt, an denen man sich beim „Schweigen der Lämmer“ seinerzeit noch genüsslich die ein oder andere Blessur holen konnte.
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Kategorie: Artikel
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Ein Kannibale als Kulturheros
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Ich heirate eine Familie
Auch in Südkorea folgt man streng dem Ruf des Geldes, das ist klar. Nach dem immensen Erfolg von Jing-gyu Chos „My Wife is a Gangster“ aus dem Jahr 2001, war eine Fortsetzung somit zu erwarten. (mehr …)
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Film als Architektur
Der griechische Kriegsheld Dareios (Rory Calhoun) kommt pünktlich zur Einweihung des Weltwunders nach Rhodos. Das Bauwerk soll den Hafen von Rhodos sichern und seinen Status als Handelsmacht des Mittelmeeres stärken. (mehr …)
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„A Period when Cunt was in the Air“
Die beiden Schriftsteller Joey (Paul Valjean), ein Amerikaner, und der Franzose Carl (Wayne Rodda) leben im Paris der frühen Siebziger-Jahre zusammen in einem Appartement in Clichy, wo sie sich mit Vorliebe über das andere Geschlecht hermachen und ansonsten ziellos in den Tag hineinleben. (mehr …)
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»I love Mallory«
Das Urteil über Oliver Stones „Natural Born Killers“1 war schon gefällt, bevor der Film überhaupt in Deutschland zu sehen war. Sowohl von der Politik als auch von den Medien wurde der Vorwurf der Gewaltverherrlichung erhoben und ein Verbot des Films gefordert. Diese Diskussion spiegelte die Reaktionen auf NBK in den USA wider: Oliver Stone musste insgesamt ca. 150 Schnitte an seinem Film vornehmen, um ein NC17-Rating2 zu vermeiden.3 Gern vermutet man bei solchen Kontroversen eine inszenierte Werbekampagne, doch im Falle von NBK blieb den Vertretern der Medien eigentlich keine Wahl als zum großen Proteststurm zu blasen, denn Stones Kritik am Medium „Fernsehen“ ist fundamental. Das Motiv „Jugendschutz“ erfüllte eine Alibifunktion, um diesen – für die Medien gefährlichen – Film anzugreifen. Absurd, wenn man bedenkt, welche Rolle Stone gerade dem Fernsehen bei der Brutalisierung der Gesellschaft zuweist. (mehr …)
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Der Samurai ohne Eigenschaften
Der unterrangige Samurai Seibei Iguchi verrichtet seinen Dienst im 19. Jahrhundert weder in kaiserlichen Palästen noch auf dem Schlachtfeld der Ehre: Er arbeitet für einen Hungerlohn in einem kleinen Amt in der Provinz. (mehr …)
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Built to last
Der etwas tumbe, aber gutmütige und liebenswerte Boxchampion Rocky Balboa ist eine der berühmtesten Figuren der jüngeren Kinogeschichte. Und gemeinsam mit dem eher mittelmäßigen Boxer, den ein riesiges Kämpferherz zum Champion macht, ist auch sein Darsteller Sylvester Stallone zur Legende geworden. (mehr …)
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Sport ist Mord
Der junge thailändische Polizist Deaw erlebt bei der Festnahme des Drogenbarons General Yang wie sein Partner, Lehrer und väterlicher Freund ums Leben kommt. (mehr …)
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Ein Fall für den Mieterschutzbund
Mario und seine schwangere Freundin Clara sind auf der Suche nach einer Wohnung, was sich als relativ schwierig gestaltet. Heute soll es aber klappen: Eine Annonce verspricht ein unfassbar günstiges Angebot. (mehr …)
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Der Doktor und das böse Vieh
Dass Kühe nicht die harmlosen Grasfresser sind, für die sie jeder hält, hat nicht nur Gary Larson immer wieder unter Beweis stellen wollen; auch der Horrorfilm hat sich der Kuh als Monsterwesen längst angenommen. In „Dead Meat“ war es eine Rinderseuche, die Kühe Menschen hat überfallen und fressen lassen. In „Isolation“ sind es genetisch veränderte Rinder, die Kälber gebähren, welche selbst die bei ihrer Geburt bereits mit dem Bösen schwanger gehen. Dass sich – vielleicht mit Ausnahme von Gary Larson – hinter solchen Horrifizierungen von Kühen ein Reflex auf die Rinderseuche BSE verbirgt, ist kaum zu verkennen. In Billy O'Brians „Isolation“ ist diese Metaphorik jedoch etwas subtiler und sie kommt keineswegs mehr wie noch bei „Dead Meat“ unter dem Deckmantel der Komödie daher. Kuhhorror will nun ernst genommen und geführchte werden wie jeder andere Tierhorror auch. Demzufolge verbindet der Film auch gleich mehrere Erzählfäden mit durchaus dramatischem Potenzial miteinander:
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Geschenkt ist noch zu teuer
Mehr als jedes andere Subgenre des Horrorfilms gründet der Slasherfilm auf einem Regelsystem, das sich in der 30-jährigen Geschichte des Genres kaum verändert hat. (mehr …)
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„… and i’ll get back to you.“
Die Suche nach Identität ist schwierig und sie wird noch erschwert, wenn das gesellschaftliche Umfeld keinen archimedischen Punkt bietet, an dem sich das Individuum bei seiner Suche und Entwicklung orientieren kann. Dass der Krieg und der Terror, wie er seit Jahrzehnten in Israel allgegenwärtig und derzeit wieder besonders heftig ist, gerade für die junge Generation eine ständige physische und psychische Bedrohung darstellt, scheit evident. Auf welche Weise ein solcher Prozess der Identitätssuche – aus radikal subjektiver Sicht – ins Leere laufen und sich zur Katastrophe entwickeln kann, zeigt Danny Lerners Debütspielfilm „Frozen Days".
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To make a short story long …
Colin Sullivan (Matt Damon) ist ein Musterpolizist, der in der Hierarchie schnell seinen Weg nach oben macht. Niemand ahnt, dass er einst als Laufbursche für den irischen Paten Frank Costello (Jack Nicholson) sein erstes Geld verdiente. (mehr …)
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Wiedergeburt eines Traums
„Der Tod ist ein wichtiger Punkt im Leben“ – diese Worte legt Woody Allen seinem alter ego Alvy Singer in „Der Stadtneurotiker“ in den Mund und fasst damit das ganze existenzielle Dilemma des Menschen zusammen. (mehr …)
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Die innere Unsicherheit
Ein Film über einen Terrorangriff als Parabel über einen Terrorangriff
Die Bilder vom 11. September 2001 haben es gezeigt und Oliver Stone hat es in seinem Film „World Trade Center“ belegt: Der Terrorismus kommt als Katastrophe über die Zivilisation wie eine Naturgewalt. Um das Große dieser Gewalt aus der ästhetischen Erhabenheit zu entreißen und als Schrecken erfahrbar zu machen, hat der Katastrophenfilm schon immer gut daran getan, ihre Mechanismen im Kleinen zu beschreiben. Chris Gorak entwirft in seinem Debutfilm RIGHT AT YOUR DOOR ein Terror-Szenario enormen Ausmaßes. Er beschreibt, wie in Los Angeles gleich mehrere „schmutzige Bomben“ explodieren, das Stadtgebiet und gesamte Umland verseuchen. Was für eine Substanz die Giftwolke über Stadt enthält ist zunächst unklar und so reagieren die Behörden und die Bevölkerung panisch.
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Mit den Clowns kamen die Schmerzen
Die Aufregung um die angeblich rassistischen Verunglimpfungen, mit denen Sacha Baron Cohen in "Borat" Kasachstan überzogen hat, ist noch nicht ganz verflogen, da biegen die Rabauken und Kulturterroristen um Johnny Knoxville mit der Fortsetzung ihrer amerikanischen Mittelklassenversion des Wiener Aktionismus um die Ecke. (mehr …)
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No Sleep till Unna
Peter Thorwarth beschließt mit "Goldene Zeiten" nach „Bang Boom Bang“ (1999) und „Was nicht passt wird passend gemacht“ (2002) die so genannte Unna-Trilogie. Schien deren innerer Zusammenhalt bisher eigentlich nur durch den Lokalkolorit der Ruhrgebiet-Kleinstadt gegeben, so werden mit „Goldene Zeiten“ nun doch einige wiederkehrende Themen erkennbar. Es geht um die großen Träume der Verlierer und Mittelmäßigen, das triste Leben in der Provinz, das diese Träume beflügelt, die am Ende wie Seifenblasen zerplatzen. (mehr …)
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Fernostalgie
Der verklärte, melancholische Blick zurück, auch Nostalgie genannt, bestimmt das Hongkong-Kino wie kein anderer. (mehr …)
„Die Einstellung ist die Einstellung“, konstatierte einst die Filmwissenschaftlerin Gertrut Koch. Diesem Doppelsinn von Einstellung ist auch der Titel des Sammelband aus dem Suhrkamp-Verlag „Jenseits der Einstellung“ verpflichtet, der die Vorträge und Aufsätze des frühen sowjetischen Filmtheoretikers Sergej M. Eistenstein abermals in den filmwissenschaftlichen Diskurs bringt. Herausgeber Diederichs fordert eine Neubewertung dieser frühen Filmtheorien nach dem Ende des Staatssozialismus und liefert mit dem Taschenbuch die Basis dafür. Zwanzig zwischen 1923 und 1948 verfasste Texte zur Filmtheorie, von der Montage über die Musik bis hin zur Frage der Autorschaft, enthält das Buch und wird mit dem Ergebnisteil der Eisenstein-Dissertation des Filmwissenschaftlers Felix Lenz abgerundet. Mit diesem Eisenstein-Sammelband macht der Suhrkamp-Verlag nach der ebenfalls von Diederichs herausgegebenen „Geschichte der Filmtheorie“ weitere Basis- und Frühtexte der Filmwissenschaften wieder verfügbar.