Teilnehmer: Alex Klotz, Matthias Huber, Florian Frommer, Leena Peters, Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
In loftigen Höhen
Teilnehmer: Oliver Nöding, Alex Klotz, Matthias Huber, Leena Peters
Moderation: Oliver Nöding
Ein Bild von einem Mann
Teilnehmer: Matthias Huber, Leena Peters, Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
This is what you want …
… and this is what you get. Das ist die Refrain-Zeile, des „Public Image Limited“-Songs, der die Atmosphäre von Richard Stanleys Dystopie „M.A.R.K. 13“ dominiert und darin durch den Industrial-Soundtrack Simon Boswells und das „Stabat Mater“ aus Rossinis gleichnamiger Messe unterstützt wird. Stanleys Film ist in einer postapokalyptischen Welt angesiedelt, in der sich die Künstlerin Jill und ihr Freund Mo ein letztes Refugium von Sicherheit und Wohlstand geschaffen haben. Während Jill in ihrem von Überwachungstechnologie abgeschirmten Hochsicherheits-Appartement abstrakte Kunstwerke zusammenschweißt, kämpft sich Mo draußen durch die verstrahlte Welt und muss über Leichen und Bettler steigen, um die Wohnung seiner Freundin zu erreichen. Beider Sicherheitsfiktion bricht zusammen als ein von Mo mitgebrachter Roboter-Schädel zum Leben erwacht, die Computertechnologie im Appartement zu kontrollieren beginnt und Jagd auf alles Leben in seinem Umkreis macht. Es handelt sich nämlich um den äußerst widerstandsfähigen Schädel eines Kriegsroboters der neuesten Generation. Und noch bevor der Film zu Ende ist hat er den Krieg erfolgreich auch in den letzten verbliebenen Winkel des Friedens getragen.
Visionen von Visionen
Teilnehmer: Matthias Huber, Alex Klotz, Leena Peters, Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
Indiana Dow Jones
Teilnehmer: Matthias Huber & Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
»Recording the Future.«
Teilnehmer: Leena Peter, Alex Klotz, Oliver Nöding, Matthias Huber, Michael Schleeh
Moderation: Oliver Nöding
Bis einer weint …
Teilnehmer: Leena Peters, Oliver Nöding, Matthias Huber, Florian Fromme
Moderation: Oliver Nöding
Ein richtig schöner Nerd-Film
Teilnehmer: Alex Klotz, Matthias Huber, Florian Frommer, Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
»Diese alte Lagerhalle kann eine ganze Welt sein.«
Teilnehmer: Jana Toppe, Nina Scholz, Jörg Buttgereit, Jochen Werner
Moderation: Jochen Werner
Über den Wolken
Teilnehmer: Jochen Werner, Stefan Höltgen
Moderation: Jochen Werner
Gottes Werk und Teufels Beitrag
„Please allow me to introduce myself/I’m a man of wealth and taste.“ So beginnt einer der berühmtesten Rocksongs überhaupt, von der wohl größten Rockband überhaupt: „Sympathy for the Devil“ von den Rolling Stones, der dieses Jahr seinen mittlerweile 40. Geburtstag feiert. „Gottes Werk und Teufels Beitrag“ weiterlesen
Träumen Jungfrauen von lüsternen Wölfen?
Ein Hengst, der erigierte Schlauch armlang. Eine Stute, ihre empfängnisbereite Scheide heftig pulsierend. Der Akt, die Nüstern des Hengstes, sich rythmisch weitend und verengend, weitend, verengend. Danach: in der kühlen Luft dampfende Pferdeleiber, der Hengst, den letzten Rest Sperma vom Geschlechtsteil der Stute leckend. Daneben: ein Mann, der Züchter, das Gesicht mit einem wild wuchernden Bart bedeckt, die Augen weit aufgerissen. Neugier. Faszination. Erregung? „Träumen Jungfrauen von lüsternen Wölfen?“ weiterlesen
Rassismus 2.0
Teilnehmer: Matthias Huber, Oliver Nöding
Moderation: Oliver Nöding
Ein Film wie ein Monster
Was ist ein Monster? Herkömmlich bezeichnet der Begriff ein von der Norm stark abweichendes, deformiertes Wesen, einen unharmonischen Körper, eine Verflechtung von Mensch und Tier. Die Figur des Monsters wurde allerdings bereits im Zuge der Aufklärung aus dem Volksglauben, und schnell auch aus der Fiktion säkularisiert. Wenn also ein Film in der heutigen Zeit noch das Wort „Monster“ programmatisch und wortgetreu verwendet, verspricht dies eine polarisierende Vorstellung.
HighDefLander
Der erfolgreiche Fantasy-Film „Highlander“ von Russell Mulcahy aus dem Jahr 1986 ist bei Kinowelt auf Blu-Ray erschienen. Ein auserwählter schottischer Krieger aus dem 16. Jahrhundert kämpft seit Jahrhunderten um das Wohl der Menschheit. Dargestellt wird der schwertschwingende Schotte von dem Franzosen Chistopher Lambert, der im Jahr zuvor in „Greystoke“ noch so überzeugend den Affenmenschen Tarzan gegeben hatte. Doch Sylvester Stallone und Arnold Schwarzenegger, den anderen überlebensgroßen Actionhelden der 80er, konnte der zu schöne Franzose Lambert nie das Wasser reichen. In einer Nebenrolle als Mentor des Schwertkämpfers lässt sich James-Bond-Darsteller Sean Connery halbherzig das Selbige durchstoßen. Untermalt von klebriger Bombastmusik der Rockgruppe Queen kämpft der Highlander 1986 in New York gegen seinen letzten unsterblich barbarischen Erzfeind, dargestellt von Clancy Brown, der in der deutschen Sprachfassung ironischerweise von Thomas Danneberg gesprochen wird, der markanten Sychronstimme von Stallone und Schwarzenegger.
Was Hänschen nicht lernt …
Teilnehmer: Stefan Höltgen, Jochen Werner
Moderation: Jochen Werner
Park Chan-Wok: Q&A zu „Thirst“
Das „Questions and Answers“ mit dem Regisseur Park Chan-Wook nach der Vorführung seines neuen Films „Thirst“ auf dem Fantasy-Filmfest 2009 in Berlin am 23.08.2009:
Basterd Pop und Tarantismus
Quentin Tarantinos neuer Film „Inglourious Basterds“ hat die deutsche Diskursmaschinerie angeworfen, so viel ist klar. Die amerikanisch-deutsche, unter massig Medienrummel in Babelsberg inszenierte Koproduktion zählte sicherlich von vornherein zu den heiß erwarteten Filmen dieses an Blockbustern nicht unbedingt armen Kinosommers. Die Gralshüter der Political Correctness konnten es kaum erwarten, sich über die Unverschämtheit von „Inglourious Basterds“ aufzuregen, der die historischen Fakten hemmungslos zurechtbiegt und zu einer jüdischen Rachefantasie umschmiedet. Die rechtsnationale Szene hingegen fühlt sich erwartetermaßen in ihrer deutschtümelnden Soldatenehre verletzt und startete rechtzeitig zum Start, insbesondere in der Online-Berichterstattung, groß angelegte Hetzkampagnen. Und auch so manchem unbedarfteren Zuschauer scheint es zweifelhaft, ob man und insbesondere der verspielte Postmodernist Tarantino sich denn soviel Freiheit im Umgang mit den historischen Fakten erlauben dürfte. Andere wiederum empfinden und preisen eine befreiende Wirkung, eine Erlösung von der Last der historischen Schuld und neu erschlossene Genehmigung, die eigene Vergangenheit nun künftig spielerisch als popkulturelle Actionerzählung zu be- und verhandeln. Right for the wrong reasons.
Dass es sich nämlich so einfach nicht verhält mit Tarantinos neuem Film, das legt Georg Seeßlen in einer beeindruckend schnell nach der Premiere verfassten, verlegten und rechtzeitig zum Kinostart auf den Markt gebrachten Buchveröffentlichung dar. „Quentin Tarantino gegen die Nazis“, so der treffende Titel des Bändchens, das darüber hinaus noch „Alles über Inglourious Basterds“ zu verraten verspricht. Um diesem Ziel zumindest nahe zu kommen, nähert sich Seeßlen seinem Gegenstand gleich von mehreren verschiedenen Seiten an. In einem ersten Teil legt er dar, was den speziellen postmodernen Collagestil des Kinos von Quentin Tarantino ausmacht, und denkt dies bereits unter dem Vorzeichen und mit dem Aspekt der Bastardisierung zusammen. Eine kleine Kulturgeschichte des Bastards steht am Anfang, auf die eine knappe Einführung in den „Tarantismus“ folgt – falls es wirklich noch jemanden geben sollte, der die vier großen Filme des Quentin Tarantino noch nicht in- und auswendig kennen sollte. („Kill Bill“ soll hier als ein Film gelten, und über die Kooperation des begabten Geeks Tarantino mit dem unbegabten Geek Robert Rodriguez zum unheiligen „Grindhouse“-Projekt sei hier gnädig der Mantel des Schweigens gedeckt.) In einem ausführlichen zweiten Teil zeichnet Seeßlen dann ausführlich den Plot von „Inglourious Basterds“ nach, nebst einer Reihe von typografisch markierten Exkursen zu Passagen des bereits weit vor der Veröffentlichung im Internet verfügbaren Drehbuch, die es nicht in den fertigen Film geschafft haben. In diesen Abschweifungen und Umwegen, vereinzelten Geistesblitzen, liegt natürlich wie immer die eigentliche Stärke der Texte von Georg Seeßlen. Immer wieder entfernt er sich scheinbar vom Stoff, nur um dann von anderer, meist sehr aufschlussreicher Seite wieder zum Gegenstand seiner Überlegungen zurückzukehren. Das ist nicht unbedingt immer streng wissenschaftlich, aber „Quentin Tarantino gegen die Nazis“ ist auch kein akademisches Buch. Es ist aber auch kein Fanbuch, das aus wahlweise cinephiler oder rein nerdiger Perspektive seinem Gegenstand huldigt. Es ist vielmehr eine Gedankensammlung, ein Angebot unterschiedlicher Herangehensweisen an einen Film, der nicht nur großes Kino sein will und erst recht nicht nur schnödes Unterhaltungsprodukt – auch wenn er beides im Übermaß ist –, sondern der sehr bewusst und reflektiert mit Erwartungshaltungen unterschiedlichster Seiten bricht, andere übererfüllt, und der letztendlich zu den herausfordernden wie herausragenden Filmen dieses Kinojahres gehören.
Seeßlen selbst schreibt, es handle sich bei „Inglourious Basterds“ um einen Film, „an dem sich das, was Geschichte, Erinnerung, Erzählung und Kino ist, neu definieren muss.“ Jedenfalls ist es ein Film, der von vielleicht überraschender, jedenfalls aber profunder Tiefe ist, von grundlegender Ambivalenz und von nachhaltiger Wirkung. Georg Seeßlens Buch erklärt nicht „Alles über Inglourious Basterds“, kann und will das auch nicht – und dass sich der Autor darüber bewusst ist, macht eine große Stärke seines Schreibens aus. „Quentin Tarantino gegen die Nazis“ ist eher ein Gesprächsangebot, eine Fundgrube kluger Gedanken zu einem Film, dessen wahre Bedeutung erst noch ausgefochten werden muss. Es wird sich, so ist zu vermuten, ein langwieriger und kontroverser Diskurs um ihn entwickeln. Als Auftakt zu diesem Diskurs wird Seeßlens Buch unverzichtbar sein.
Georg Seeßlen
Quentin Tarantino gegen die Nazis. Alles über „Inglourious Basterds“
Berlin: Bertz + Fischer 2009
176 Seiten, 9,90 Euro
»Vergiss den Vatikan!«
Teilnehmer: Jörg Buttgereit, Dan Gorenstein, Jochen Werner, Stefan Höltgen
Moderation: Stefan Höltgen

