Ich ist eine Andere

Anfang der 1920er-Jahre ist das Capgras-Syndrom erstmals beschrieben worden: Eine Patientin wurde in die Psychiatrie eingeliefert, nachdem sie der festen Überzeugung war, ihr Mann sei nicht mehr ihr Mann, sondern durch einen Doppelgänger, der sich jedoch anders verhalte, ausgetauscht worden. Ob und in welchem Maße es diese seltene Form der Paranoia bereits zuvor gegeben hat, ist nicht dokumentiert – sie passt jedoch bestens in das Bild der Moderne des 20. Jahrhunderts, in dem soziale Entfremdungsprozesse auf der einen und ideologische Großsysteme auf der anderen Seite die Identitätsbildung und Identitätsbilder des Individuums so weit beeinflussen, dass es seinen Sinnen nicht mehr traut und sich auch selbst als weitgehend fragmentiert erlebt. Das Capgras-Syndrom hat dann auch bald Eingang in den Spielfilm gefunden: Im Doppelgänger-Motiv, mehr aber noch in den paranoiden Horror- und Science-Fiction-Film, der die ideologische Invasion als außerirdische kodiert hat. Am Ende einer langen und interessanten Kette von Adaptionen steht nun Sean Ellis‘ „The Broken“, dessen Titel vorm Hintergrund der Theorie äußerst vieldeutig erscheint.

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Žinema

Der Intellektuelle, vor allem der akademische Geisteswissenschaftler ist angeblich Bewohner des Elfenbeinturms, den er nur selten verlässt und dann auch nur, um einen Stapel Papier zu einem Verlag zu tragen, der daraus ein Buch macht, das keiner kaum einer mag. Zumeist aber brütet er weltfremd vor sich hin, weiß nicht, was im „richtigen Leben“ vor sich geht, ist kontaktscheu und selbstverliebt. Er lebt von den Brosamen der Gesellschaft, die diese ihm in Form von Stipendien-Geldern zuwirft und hangelt sich so mit Zweijahresverträgen durch sein Leben. So war es jüngst mal wieder zu lesen – dieses Mal im „Rheinischen Merkur“.

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Dr. Snuggles und Mr. Hyde

Michel Gondry stünden bei der Betrachtung von „Die Reise ins Glück“ sicherlich Tränen des Glücks in den Augen: Jene Ästhetik des Selbstgebastelten, die der geniale Franzose im Grunde schon immer und jüngst nachdrücklich in „Be Kind Rewind“ propagierte, findet sich nämlich in das Opus magnum des deutschen Independent-Autorenfilmers Wenzel Storch aufs Schönste eingeschrieben. Überhaupt handelt es sich hier um einen Film, dessen Entstehung im Grunde nur durch einen Faktor erklärbar ist: Liebe.
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Verfemte Transgressionsutopie

Bevor sich Bryan Singer in das Superhelden-Genre begab („X-Men 1 + 2“, „Superman Returns“, „Valkyrie“), lieferte er eine Reihe exzellenter Filme ab, neben dem vielbeachteten „The Usual Suspects“ (1995) auch den kaum beachteten „Apt Pupil“ (dt. Der Musterschüler, 1998) nach einer Geschichte aus Stephen Kings einflussreicher Novellensammlung „Different Seasons“ (dt. „Frühling, Sommer, Herbst und Tod“, 1982), die schon Vorlagen für weitere bemerkenswerte Filme geliefert hatte („Stand by me“, „Shawshank Redemption“). Eine weitere, inoffizielle, freie Adaption von „Apt Pupil“ lieferte aber bereits 1986 der spanische Regisseur Agustí Villaronga mit seinem kontrovers diskutierten Spielfilmdebüt „Tras el Cristal“ ab, der weniger Interesse an der psychologischen Zeichnung seiner Figuren im Spannungsfeld von Homophobie und –erotik hat, sondern sich stärker der unbequemen Transgressions-Uto/-dystopie, die in der Vorlage stellenweise anklingt, widmet.

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Objects in the mirror are closer than they appear

Kim Sung-Hos „Into the Mirror“ von 2003 war ein recht eleganter Beitrag zur bis heute ungebrochenen Welle asiatischer Geisterfilme, der in allerlei Schnörkeln um den im Grunde schlichten Plot herum jede Möglichkeit nutzte, seine zentrale Spiegelmetapher auszureizen und zumindest visuell immer weiter zu treiben. Immer neue Rahmungen, Spiegelungen und Reflexionen zogen dem Betrachter den sicheren narrativen Boden unter den Füßen weg, bis Kim seine Erzählung in einer konsequenten und schlussendlich tieftraurigen Pointe kulminieren ließ. Mit „Mirrors“ legt Alexandre Aja nun seine Variation auf das Motiv für den US-Markt vor – und somit auch sein zweites Remake in Folge.

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Vorsicht! Spielende Kinder

Im spanischen Original fragt der Titel: ¿Quién puede matar a un niño? – also: „Wer kann (schon) ein Kind töten?“. Diese Frage beantwortet der Film in den ersten sieben Minuten des Filmes sehr deutlich, wenn uns im Schnelldurchlauf anhand von Ausschnitten aus amerikanischen Wochenschauen das Jahrhundert, das noch so hoffnungsvoll mit Ellen Keys „Das Jahrhundert des Kindes“ (1902) eingeläutet wurde, als ein Jahrhundert des Kindes als Opfer von Krieg und Hunger – Nöten also, die von uns Erwachsenen verursacht sind – präsentiert. Vor diesem Hintergrund erhalten die Ereignisse des Films auch eine vage Erklärung – eine Erklärung die im deutschen Erst-Release des Filmes weggekürzt wurde. Der deutsche Titel damals, „Tödliche Befehle aus dem All“, reicht die Ursache des Konfliktes zwischen Erwachsenen und Kindern an ein Drittes, an eine außerirdische Macht, weiter. „Vorsicht! Spielende Kinder“ weiterlesen

Pinprick

Es darf ein relativ bekanntes und in unzähligen Kinderbüchern spannend umgesetztes Phänomen sein, dass Kinder sich nichts sehnlichster wünschen, als einen geheimen Freund, der immer für sie da und den „normalen“ Spielkameraden weit überlegen ist. Um diese Wunschvorstellung in der (fiktionalen) Realität zu verorten, werden Kuscheltiere mit Sprachfähigkeiten ausgestattet oder aber auch ganz neue Wesen erfunden, wie etwa der wohl bekannte Karlsson vom Dach.

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Dem Tod eine Form geben

Nach seiner Regisseurskarriere im deutschen Horror-Untergrund hat sich der Berliner Jörg Buttgereit seinen anderen Steckenpferden zugewandt und ist auf einigen Sektoren äußerst produktiv gewesen. Bücher hat er geschrieben, Radiohörspiele und -features produziert, Theaterstücke inszeniert und fürs Fernsehen hat er mehrfach gearbeitet, darunter vor allem für den deutsch-französischen Kultursender ARTE, für den er Regisseur von zwei Folgen der Serie „Durch die Nacht mit …“ war. In dieser Serie werden zwei Prominente zusammengeführt und einen Abend und eine Nacht lang mit der Kamera begleitet. Sie unterhalten sich, zeigen sich gegenseitig ihre Lieblings-Locations und man lernt Seiten von ihnen kennen, die bislang vielleicht verborgen waren. So hat Franka Potente bereits John Carpenter getroffen, Christoph Schlingensief Michel Friedman oder jüngst Kai Diekmann Henryk M. Broder.

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Während du schläfst …

Was gibt es „unfilmischeres“ als einen schlafenden Menschen? Andy Warhol hat das 1963 fünfeinhalb Stunden in seinem Film „Sleep“ vorgeführt. Wenn der Protagonist sich nicht bewegt, nicht agiert, nicht reagiert, ist schlicht kein Spielfilm mit ihm zu machen – zumindest keiner, in dem er der alleinige Erzählgegenstand bleibt. So ist Warhols Film dann auch eher ein Experiment und ästhetische Provokation. Einen Thriller um einen schlafenden hat 2007 der US-amerikanische Regisseur Joby Harold als Debüt vorgelegt: „Awake“ insinuiert vom Titel her genau das Gegenteil von dem, worum es im Film geht.

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Unzeitgemäße Publikumsbeschimpfung

Irgendwann um das Jahr 2000 hatte der deutsche Film das Nationale für sich entdeckt. Fing es mit „Sonnenallee“ (1999) an? Jedenfalls kam die Welle der Histotainment-Schmonzetten, Doku-Fictions und Nationalepen dann so richtig ins Rollen: „Der Tunnel“ (2001), „Vera Brühne“ (2001), „Zwei Tage Hoffnung“ (2003), „Der Aufstand“ (2003), „Rosenstrasse“ (2003), „Das Wunder von Bern“ (2003), „Good Bye Lenin!“ (2003), „Das Wunder von Lengede“ (2003), „Der Untergang“ (2004), „Stauffenberg“ (2004), „Die Nacht der großen Flut“ (2005), „Die Luftbrücke – Nur der Himmel war frei“ (2005), „Dresden“ (2006), „Die Mauer – Berlin ’61“ (2006), „Nicht alle waren Mörder“ (2006), „Die Sturmflut“ (2006), „Die Flucht“ (2007) und „Contergan“ (2007). „Das Leben der anderen“ (2006) und die deutsch-österreichische Produktion „Die Fälscher“ (2007) konnten sogar den Auslandsoscar abräumen. Und auch im Filmjahr 2008 blieb das Interesse für eine Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ungebrochen: „Der rote Baron“, „Die Gustloff“, „Der Baader Meinhof Komplex“, „Anonyma – Eine Frau in Berlin“, „Die Buddenbrooks“, „Die Entdeckung der Currywurst“, „Mogadischu“, „Nordwand“, „Novemberkind“, „Wir sind das Volk – Liebe kennt keine Grenzen“, „Das Wunder von Berlin“, usw.
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Wahrheit im Zeitalter ihrer ästhetischen Wendbarkeit

Die Fantastik der Filme Tim Burtons schöpft sich zumeist aus aus dessen Blick auf die Filmgeschichte. In Filme wie „Beetle Juice“, „Edward Scissorhands“, „Sleepy Hollow“ und sogar dem viel gescholtenen „Planet of the Apes“ verknüpft er mehr oder weniger tradierte Motive der Fantastik mit Historemen der Filmgeschichte und seiner eigenen Interpretation derselben. Der leichtfüßige Ausdruck, den diese Filme dadurch erhalten, ist vor allem letzterer, oft kindlich wirkender Zugangsweise zum Film geschuldet. Burtons Filme wirken so oft „unschuldig“ und glänzen doch gleichzeitig durch extrem detaillierte Beobachtungsgabe und kulturhistorisches Bewusstsein. An „Sleepy Hollow“, der jetzt auf Blu-ray-Disc erschienen ist, lässt sich dies auf allen Ebenen – von der Story über die Figuren bis hin zur Bildästhetik nachvollziehen.

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Geschwärzt

Es ist erfreulich zu sehen, dass sich einige Regisseure, die in den 1960er und 1970er Jahren mit Genrefilmen zu Ruhm gelangt sind, dieser Tage mit aktuellen, zeitkritischen Filmen zurückmelden. Nach George A. Romeros hochinteressantem Neueintrag ins Zombie-Subgenre mit „Diary of the Dead“, folgt nun Brian de Palma, der vor allem durch seine Thriller- und Kriminalstoffe berühmt geworden ist, die viel zu oft fälschlicherweise als bloßes Epigonenkino abgetan wurden. Beide Regisseure haben sich mit ihren neuen Filmen den derzeitigen medialen Umbrüchen gewidmet. In „Redacted“ geht de Palma jedoch einen Schritt weiter als Romero, der Web-Filmformate wie die Flash-Movies auf YouTube in seine bereits bestehende Medienkritik implementiert hat. De Palma erzählt seine Kriegs-Mockumentary selbst aus der Perspektive „autonomer“ Filmverfahren und verschwindet damit – scheinbar – als subjektiver Erzähler.

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»Ain’t nobody likes the Middle East, buddy.«

Ridley Scott schafft mit der Romanadaption „Body of Lies“ (dt. „Der Mann, der niemals lebte“) einen rasanten Film über den Kampf eines moralisch in die Zwickmühle geratenen CIA-Agenten gegen den Kopf einer islamistischen Terrororganisation. Leider wirkt sowohl der Plot, als auch die sich gegeneinander verschiebenden Stereotype von Orient und Okzident in dieser Konstellation ziemlich abgedroschen. Wie schon seine reale Vorlage – die unter dem Namen „Krieg gegen den Terrorismus“ in die Geschichtsbücher eingehen wird – hockt der Film dem Trugschluss auf, die Hydra müsse lediglich geköpft werden, um den Frieden wieder herzustellen.

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Fan, Fan, Fanatisch

Es scheint eine medienspezifische Angst des Filmsystems zu sein, dass sich der Adressat der Botschaft selbst zum Sender erklärt. Der Zuschauer, der ja nicht nur derjenige ist, an den sich das Medium und seine Botschaft „Film“ richtet, ist ja zugleich derjenige, der sie finanziert. In ein klassisches Kommunikationskorsett gezwängt, hat er sich jedoch mit der Rolle des stillschweigenden Empfängers abzufinden. Gegenrede ist ihm nicht nur unmöglich, sie ist ihm auch nicht gestattet. Hinterfragt er einmal die Moralität des Systems oder sogar dessen Sinn insgesamt, wird er gefährlich – die kulturkonservativen Ausfälle der Film-Produzenten gegen das als dialogisch-demokratisch aufgefasste Medium „Internet“, zeigen dies überdeutlich. Interessant wird es auch, wenn Filme sich den Fan zum Thema machen und seine dialogischen Wünsche dämonisieren. Solche Filme hat es immer schon gegeben. Wichtige Marksteine waren 1981 Eckhart Schmidts „Der Fan“, 1982 Martin Scorseses „King of Comedy“, 1990 Rob Reiners „Misery“ und 1996 Tony Scotts „The Fan“. Markant an ihnen ist, dass alle vier Beispiele nicht den Filmfan zum Thema haben, ihn aber meinen könnten.

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[Start/Stopp]

Seit „The Blair Witch Project“ ist die Suggestion von Authentizität zu einem der zentralen Affektästhetiken des Horrorfilms geworden. Dass das, was die Filme an Schrecklichem und Gruseligem vorführen, so geschehen sei, wie es im Film zu sehen ist, wird mit Mitteln des Dokumentarischen zu beglaubigen versucht. Nicht selten treten die Spielfilme sogar direkt als Dokumentarfilme auf und verkleiden ihre Narration als (nachträglich montierten und bearbeiteten) Bericht. Auf diese Weise lassen sich selbst an die unwahrscheinlichsten Sujets Attribute von Wahrheit und Authentizität koppeln. Der jüngste Spielfilm des spanischen Horrorfilm-Regisseurs Jaume Balagueró, „Rec“, ist der jüngste Beleg dieser Strategie.

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Bond ist nicht hier – Ein Nachwort

Mit Casino Royale wurde die Bondreihe einer Generalüberholung unterzogen, die ihr auf Dauer nicht gut tun kann. Die Faszination für diesen neuen Anti-Bond funktioniert hauptsächlich über sein Spiel mit Verweisen auf das Original: Craig selbst verkörpert den britischen MI6-Agenten eher grobschlächtig, hemdsärmelig, mit wenig Sinn für Statussymbole, humorlos, menschelnd mit Hang zum Melodramatischen – kurz: als Antipoden zur coolen Bondikone, wie sie im Kern von Connery über Moore, Lazenby, Dalton bis Brosnan tradiert wurde. „Bond ist nicht hier – Ein Nachwort“ weiterlesen

When whiteness attacked us …

Horrorfilme nach den literarischen Vorlagen Stephen Kings zählen zwar nicht unbedingt zu den besten, aber häufig zu den erfolgreichsten Beiträgen des Genres, was wohl damit zusammenhängt, dass Kings Stoffe oft den „kleinsten gemeinsamen Teiler“ des Unheimlichen in den verschiedensten Rezipienten ansprechen. Seine Motive bedienen sich bei der Populärkultur, der Volksmythologie oder, wie er es nennt, bei den Ängsten der Kindheit, also verschiedensten Urängsten, greifen damit nicht selten auf kulturelle Stereotype zurück, die von Technikphobie bis hin zur puritanischen Sexualmoral reichen. Deshalb hängt die „Qualität“ eines Stephen-King-Films eigentlich immer davon ab, wer den jeweiligen Stoff für die Leinwand adaptiert. Die Bandbreite reicht vom herausragenden „The Shining“ Stanley Kubricks bis hin zu den sich sklavisch an der Vorlage heftenden Filmen eines Mick Garris. Auch Frank Darabont ist als „King-Verfilmer“ nicht unerfahren: Bereits 1983 hatte er dessen Geschichte „The Woman in the Room“ in einen überaus bedrückenden Kurzfilm verwandelt und 1994 mit „Die Verurteilten“ und 1999 mit „The Green Mile“ Lob und Preise eingeheimst. Seine jüngster Film „Der Nebel“ ist nun auf Blu-ray erschienen und dieser Film hebt sich wieder einmal deutlich von den anderen Leinwandadaptionen Kings ab.

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Unglaubliche Geschichten

In den 1980er Jahren erlebten fantastische Fernsehserien in den USA eine Renaissance. Neben den großen Quotenrennern „Dallas“ und „Dynasty“ über das Leben der Reichen und Schönen fanden teilweise alte Serien wie „The Twilight Zone“ (1985) eine Neuauflage sowie gänzlich neue Produktionen, wie „Tales from the Darkside“ (1984) ihren Weg ins Fernsehen. Sie knüpften damit an Erfolge großer TV-Serien der Sechzigerjahre wie „Outer Limits“ (1963-1965) oder „The Twilight Zone“ (1959-1964) an, die nebenher immer noch wiederholt wurden. Zu den herausragenden Versuchen der neuen kleinen Fantastik-Formate gehörte auch die von Steven Spielberg konzipierte Reihe „Amazing Stories“, die er zwischen 1985 und 1987 mit seiner Firma Amblin Entertainment produzierte.

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All diese Farben, die nie verblassen

Am Anfang steht ein Zitat, in Form eines kleinen Origami-Einhorns. Ein solches nämlich hatte Rick Deckard, dem „Blade Runner“ aus Ridley Scotts 1982er Meisterwerk, Aufschluss darüber gegeben, dass er selbst ein Replikant war. Einer jener androidischen Sklaven, denen die Menschen ein knapp begrenztes Leben geschenkt haben, einer von jenen, die er Zeit seines Lebens gejagt und getötet hat. Deckard schaut das Einhorn nur einen Moment lang an, nickt dann und betritt den Fahrstuhl, in dem die schöne Rachael auf ihn wartet. Die Fahrstuhltüren schließen sich, der Film ist (zumindest in der Director’s-Cut-Fassung) zu Ende. „I.K.U.“, jenes „Sci-Fi Porn Movie“ von der als Video-, Multimedia- und Internetkünstlerin bekannt gewordenen Shu Lea Cheang, beginnt an diesem Punkt erst. Bis zum Schließen der Türen folgt Cheang noch dem Vorbild, doch dann schneidet sie in den Innenraum des Fahrstuhls, wo sich jener heiße Sex ereignet, den Ridley Scott noch der Phantasie des Publikums überließ.

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