(Das Leben der Anderen, Deutschland 2006, Florian Henckel von Donnersmarck)
Menschen vergessen schnell. Nein, schlimmer: Unliebsames verdrängen, das Gute erinnern sie. Das gab es im großen Rahmen zu Anfang der Bundesrepublik. Doch war das Verdrängte so ungeheuerlich, dass der empörte Aufschrei der folgenden Generation das Schweigen zerriss. Nach der Abwicklung der zweiten deutschen Diktatur setzte ein ähnliches Phänomen ein. Nach einer Dekade Vereinigungskater erschien das Land der grenzenlosen Beschäftigung nicht nur den ewig Gestrigen als eine tolle Sache. Neben der Ostalgie, die immer nur Pendant zu westlicher Nostalgie war, kamen die populären Klamaukfilme, am erfolgreichsten Good Bye Lenin!. Sie versuchten nicht einmal den Arbeiter- und Bauernstaat verächtlich zu machen, sondern erschöpften sich bereits in ihrem Gagrepertoire. Stattdessen gaben sie der ersten gesamtdeutschen Generation ihre „Zone“, ein kurioser Käfig voller sächselnder Kommunisten, die im Trabi zur wertlosen Witzarbeit im volkseigenen Betrieb fuhren und im Konsum die Wahl zwischen Scherzartikeln mit ulkigen Namen wie Spreewaldgurken und Club-Cola hatten. Die „Zone“, zu der man sich nun auch als ihr Kind bekennen konnte, wurde Kult.
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