Tron: Legacy (USA 2010, Joseph Kosinski)
Als Boris Becker 1999 im AOL-Werbespot überrascht feststellte: “Ich bin drin!” hatte er natürlich gemeint, dass sein Computer dank der Software und des ISP im Internet ist. Dass Becker allerdings das Wort “Ich” verwendet hat, löst noch zwei weitere Implikationen aus: 1. Die mentale Annäherung (etwa im technischen Verständnis) des Nutzers an seine Maschine ist hier bis zur Identifikation gelangt. 2. Der Nutzer ist mit seinem Bewusstsein selbst in den virtuellen Raum eingedrungen. Zu letzterem gehört vordergründig zwar auch das Internet als “Cyberspace”, jedoch ist ein “Drinsein” auch im Computer selbst Ziel der Arbeit mit dem Gerät. Die Kultur- und insbesondere die Filmgeschichte ist reich an der Konkretisierung dieser beiden Implikationen von “Drinsein” – und 1982 hat Disneys Regisseur Steven Lisberger vielleicht einen der faszinierendsten Filme zum Thema inszeniert: “Tron”. Er erzählt, wie wir uns das Innenleben des Rechners vorzustellen haben und welche Rolle “darin” die Software, die Hardware und wir – die User/Wetware – spielen.



