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Tribute für Timothy Bottoms

Erste Filme und Neuigkeiten vom Filmfest Oldenburg

Mit Timothy Bottoms ehrt das Filmfest Oldenburg eine Ikone des New-Hollywood. Mit Klassikern wie „Johnny Got His Gun“ oder „The Last Picture Show“ stieg er sehr jung zum Star auf, in den letzten Jahren verblüffte der 58-Jährige mit seiner wunderbar satirischen Darstellung des George W. Bush in Trey Parkers Kult-Sitcom „That’s my Bush“.

Die ersten Filme des diesjährigen Festival-Programms stehen fest – darunter zahlreiche Premieren.

Timothy Bottoms ist ein unvergessenes Gesicht des New-Hollywood Kinos. Seit seinem Debüt in Dalton Trumbos erschütternden und radikalen Antikriegs-Plädoyer „Johnny Got His Gun“, das 1971 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, wirkte er in mehr als 65 Filmen mit – u.a. an der Seite von Dennis Hopper, Jeff Bridges, Donald Sutherland oder auch Henry Fonda und Richard Widmark. Ein weiterer Klassiker ist Peter Bogdanovichs „The Last Picture Show“, der gleich mit acht Oscar-Nominierungen bedacht wurde und als einer der wichtigsten und einflussreichsten Filme des New Hollywood gilt. Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrt Timothy Bottoms in diesem Jahr mit einem Tribute und zeigt neben solchen Klassikern auch den neuesten Film, in dem er an der Seite von Malcom McDowell brilliert: „Pound Of Flesh“ spielt mit vorherrschenden Moralvorstellungen, ohne jemals moralisch zu werden. Die 75-jährige Regisseurin Tamar Simon Hoffs wird ihren Film als Weltpremiere persönlich vorstellen. Bereits ihr Kurzfilmdebüt „The Haircut“ mit dem wunderbaren John Cassavetes erregte viel Aufsehen und wurde 1983 auf den Festivals in Cannes, Toronto und Sundance bejubelt. Für die Band „The Bangles“ realisierte sie mehrere Musik-Videos, deren Leadsängerin – Susanna Hoffs – ihre Tochter ist.

Erste Filme des diesjährigen Festival-Programms

Gleich zwei spanische Filme feiern in Oldenburg ihre Deutschlandpremiere: Augusti Vilas komplexes Familienportrait „The Mosquito Net“ (u.a. mit Emma Suárez und Geraldine Chaplin) wurde gerade in Karlovy Vary als bester Film ausgezeichnet. Eduard Cortes’ ergreifender und im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehender Film „Ingrid“ folgt seiner Titelheldin, in eine mysteriöse Welt zwischen Traum und Wirklichkeit. Nach dem weltweiten Erfolg seines ersten Filmes „The Living and the Dead“ wird Simon Rumley in Oldenburg sein neuestes, nicht minder verstörendes Werk „Red, White & Blue” vorstellen – der erste Film aus dem neuen Label Celluloid Nightmares, das aus einer Kooperation von Celluloid Dreams und XYZ Films hervorgegangen ist, und schon mit viel Vorschußlorbeeren bedacht wurde. Provokativ, experimentell und schamlos ist auch Harmony Korines neuester Kinostreich „Trash Humpers“, der vier Soziopathen in die Abgründe der amerikanischen White Trash Seele folgt. Bekannt wurde das Enfant-Terrible des amerikanischen Kinos durch sein Drehbuch zu Larry Clarks „Kids“, sein Regiedebüt „Gummo“ hat ihn zum Kultstar des Independent Kinos gemacht. Und auch der wohl meistdiskutierte und bejubelte Independentfilm dieser Kinosaison wird in Oldenburg zu sehen sein: Gareth Edwards Sci-Fi Streifen „Monsters“, der beim South by Southwest Film Festival (SXSW) Furore machte, und nun einen weltweiten Siegeszug des originellen low-budget Kinos feiert.

Online-Stream für ausgewählte Filme

Erstmalig in diesem Jahr zeigt das Internationale Filmfest Oldenburg in Kooperation mit dem Video-on-Demand-Portal MUBI Filme während des Festivals auch online. Außerhalb Deutschlands können Interessierte die nominierten Filme für den German Independence Award zu Hause via Online-Stream sehen. In Deutschland selber werden die Kurzfilme des diesjährigen Festivalprogramms für das Online-Streaming bereit gestellt. Das Angebot ist kostenfrei und pro Film auf 300 Besucher limitiert. Das Internationale Filmfest Oldenburg ist das erste deutsche Festival, mit dem das renommierte Video-on-Demand-Portal MUBI eine solche Kooperation eingegangen ist.

Weitere Informationen: Filmfest Oldenburg

Criterion: Eclipse Series Vol. 22: Sacha Guitry

Vier Filme des französischen Meisterregisseurs in einer Box

Außerhalb Frankreichs eher unbekannt, ist der Filmemacher Sacha Guitry in seiner Heimat eine Legende. Als der Tonfilm in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch in den Kinderschuhen steckte, war Guitry – ein geistreicher Showman voll überschäumender Kreativität – bereits damit beschäftigt, dessen Regeln zu brechen und gilt deshalb manchen als erster echter Autor der Filmgeschichte. Sein “Roman eines Schwindlers” von 1936 wurde von der Cahiers Du Cinéma zu den 50 besten Filmen aller Zeíten gewählt und ist selbstverständlich in der Box enthalten, mit der Criterion hofft, den Regisseur auch im Rest zu dem Ruf zu verhelfen, der ihm zukommt. In der Box enthalten sind vier DVDs:

The Story of a Cheat
(Le Roman D’un Tricheur, Frankreich 1936)

Pearls of the Crown
(Le Perles De La Couronne, Frankreich 1937)

Désiré
(Désiré, Frankreich 1937)

Quadrille
(Quadrille, Frankreich 1938)

Die Box ist am 27. Juli erschienen.

Freie Periodika, Lexika und Schriftensammlungen

Vier Online-Projekte der Medienwissenschaft Kiel

Aus den Arbeiten der Kieler Medienwissenschaft, die maßgeblich vom Filmwissenschaftler (und gelegentliche F.LM-Autor) Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff mitgestaltet werden, befinden sich vier Projekte, auf deren Web-Präsenzen sich durchaus hinzuweisen lohnt. Neben ausführlichen Bibliografien und dem größten Online-Filmlexikon gehören auch Periodika zur Filmmusik und Sammlungen film- und medienwissenschaftliche Arbeiten. Die Projekte, deren Zugang vollständig frei ist, im Einzelnen:

Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere

Eine Wissenschaft braucht Bibliographien, indexikalische Verzeichnisse, Bibliotheken, sonst verliert sie ihr Gedächtnis. Gerade in der Filmwissenschaft haben sich Hilfsmittel, wie sie in Traditionswissenschaften üblich sind, in der Kürze und in der Geschwindigkeit ihrer Entwicklung kaum herausbilden können – um so dringlicher wird die Aufgabe, den Bestand an Theorie und Analyse, an Kritik und faktographischer Arbeit zugänglich zu erhalten. Die Internet-Datenbank “Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere” (ISSN 1613-7477), die inzwischen über 100 z.T. umfangreiche Verzeichnisse enthält, macht thematisch geordnete Filmographien, Bibliographien, Literatur- und Forschungsberichte öffentlich zugänglich. Sie wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und erscheint nur im Ausnahmefall in gedruckter Form.

Link: http://www1.uni-hamburg.de/Medien/berichte/index.html

Lexikon der Filmbegriffe

Das „Lexikon der Filmbegriffe“ (ISSN 1610-420X) ist das derzeit größte Sachlexikon des Films weltweit. Die Beiträge geben nicht nur Worterklärungen, sondern auch Hinweise auf ästhetische, stilistische oder historische Besonderheiten des beschriebenen Gegenstandes sowie erste bibliographische Daten. Das Lexikon versammelt in einem Alphabet Begriffe aus fünf verschiedenen Bereichen: Gattungen, Genres, Motive, Figuren; technische und handwerkliche Redeweisen und Bezeichnungen; Begriffe der Kinopraxis, Produktion, Aufführungswesen; Institutionen des Films, Produzenten, Studios, Archive, Gesellschaften, Preise etc.; theoretische Konzepte, Filmwissenschaft. Unter den Verfassern befinden sich auch F.LM-Redakteure und -Autoren.

Link: http://www.bender-verlag.de/lexikon/index.php

Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung

In den „Kieler Beiträgen zur Filmmusikforschung“ (ISSN ISSN 1866-4768) geht es neben der Untersuchung klassischer Filmscores und einer Fokussierung etablierter Genres (z.B. Musical, Filmoperette, Biopic, Konzertfilm) auch um die Betrachtung des experimentellen Musik- und Toneinsatzes im Zusammenspiel mit filmischen Formen. Im Rahmen dessen werden theoretische und historische Modelle geprüft und ausgebaut, mit dem Ziel, systematische Zugänge für das bisher sehr heterogene Forschungsgebiet zu erarbeiten. Die Seite enthält nicht nur ein unregelmäßiges Online-Journal zu allen Bereichen der technischen, historischen und systematischen Erforschung der Filmmusik, sondern umfaßt auch die Dokumentationen eines Projekts zur Erfassung der Dokumentarfilme der Rock-Musik („Rockumentaries“).

Link: http://www.filmmusik.uni-kiel.de/index.php

derwulff.de

DerWulff.de ist der Name eines Projektes, mit dem der Heterogenität der Orte, an denen über Film und Fernsehen gearbeitet wird, der thematischen Vielfalt der Arbeiten, aber auch ihrer oft problematischen Erreichbarkeit begegnet werden soll. Es geht darum, film- und fernsehwissenschaftliche Arbeiten online zu stellen, sie damit dem wissenschaftlichen Diskurs und der weiteren Arbeit zugänglich zu machen. Darum auch soll die Plattform, die derzeit vor allem Texte des Fachvertreters in Kiel bereitstellt, sukzessive um Texte anderer Film- und Medienwissenschaftler erweitert werden – die Publikation vergriffener oder schwer zugänglicher Texte bleibt eine Daueraufgabe für die Filmwissernschaft.

Link: http://www.derwulff.de

What you see is what you get

Dauerausstellung im neuen Filmmuseum widmet sich filmischem Sehen und Erzählen

Filmisches Sehen und filmisches Erzählen stehen im Mittelpunkt der neuen Dauerausstellung im Deutschen Filmmuseum. Auf zwei Stockwerken wird das Medium Film für die Besucher auf vielfältige Weise erfahrbar: Spannende Exponathighlights, selbsterklärende Funktionsmodelle, mediale Interaktionsbereiche und große Projektionen mit zahlreichen Filmausschnitten ergeben ein assoziatives Zusammenspiel und tragen zum explorativen Charakter beider Ausstellungsteile bei. Das thematische Spektrum reicht von den historischen Vorläufern der Kinematographie bis in die mediale Bilderwelt des 21. Jahrhunderts. Im künftigen Werkstattbereich in der vierten Etage des Hauses können Ausstellungsinhalte unter fachlicher Anleitung praktisch vertieft werden.

Das neue Filmmuseum in Frankfurt am Main

“Die Dauerausstellung ist der Kernbereich des neuen Filmmuseums. Ihre Themen bilden die Basis, von der viele Angebote und Programme des Hauses ausgehen können. Die Vision eines Zentrums für Filmkultur und Medienkompetenz, das auf wissenschaftlicher Basis den Anforderungen des Medienzeitalters im 21. Jahrhundert entspricht, nimmt nun konkrete Formen an”, sagte Direktorin Claudia Dillmann bei der Vorstellung des Konzepts am heutigen Freitag. Derzeit entsteht hinter der historischen Fassade am Frankfurter Museumsufer das neue Filmmuseum, das im Frühsommer 2011 eröffnet. Gestaltet wird die Dauerausstellung von dem international renommierten Atelier Brückner, Stuttgart.

“Das Deutsche Filmmuseum ist einer der Publikumsmagnete des Frankfurter Museumsufers. Bei seiner Wiedereröffnung wird es im Glanz neuer Formen und Inhalte erstrahlen. Dafür sorgen die neukonzipierte Dauerausstellung, das komplett modernisierte Kino und die wegweisenden filmpädagogischen Angebote. Die Faszination Film wird sich insbesondere für Kinder und Jugendliche in dem enorm erweiterten Werkstattbereich mit Filmstudio bemerkbar machen, der ein integraler Bestandsteil der neuen Daueraustellung ist. Hier können die Besucher mit Schnitt, Ton und Lichtsetzung selbst experimentieren und sich so das Medium Film ästhetisch aneignen. Eine umfangreiche Neuerung, für die die Stadt Frankfurt zusätzliche Mittel in Höhe von 300.000 Euro zur Verfügung stellt”, erklärte Kulturdezernent Prof. Dr. Felix Semmelroth.

“Das Deutsche Filminstitut ist ein Leuchtturm im Filmland Hessen. Sein Deutsches Filmmuseum genießt hohes Ansehen beim Publikum und in der Filmwelt. Die neue Dauerausstellung und die an sie anknüpfenden innovativen Vermittlungskonzepte des Instituts machen das Museum auch zu einem zeitgemäßen außerschulischen Lernort”, so Günter Schmitteckert, Abteilungsleiter Kultur und Kunst im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.

“Als Förderer der Neukonzeption der Dauerausstellung des Filmmuseums möchte die Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main den kompetenten Umgang junger Menschen mit dem Medium Film unterstützen. Mit mehreren bildungskulturellen Vermittlungsprojekten setzt sich die 2005 gegründete Stiftung in Frankfurt dafür ein, dass Kinder und Jugendliche Museen als faszinierenden Lern- und Erlebnisort erfahren”, so Dr. Roland Kaehlbrandt, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Polytechnische Gesellschaft.

Die neue Dauerausstellung

Der erste Teil der Ausstellung, “Filmisches Sehen”, befasst sich mit den medialen Vorläufern des Films. Zugrunde liegt die Frage, wie filmische Wahrnehmung funktioniert und aus welchen Traditionen sie sich speist. Dieser historische Teil bildet somit die Grundlage für ein tiefergehendes Verständnis des Mediums Film, das sich im Zuge der Digitalisierung nachhaltig verändert. Die Besucher betreten eine Welt faszinierender optischer Täuschungen und überraschender Licht- und Bewegungseffekte – alle erzeugt durch Geräte und Apparaturen insbesondere des 19. Jahrhunderts. Anstatt jedoch eine Chronologie der Erfindung des Films zu erzählen, fokussiert die Ausstellung bestimmte Prinzipien und Phänomene als Voraussetzung für dessen Entstehung. Durch eigenes Ausprobieren an Modellen können die Besucher frühe Versuche zur Erzeugung, Aufnahme und Wiedergabe bewegter Bilder nachvollziehen. Dabei entwickeln sie sowohl ein Verständnis für die technischen Prinzipien als auch ein Gespür für die Begeisterung der historischen Zeitgenossen am bewegten Bild. Höhepunkt und Abschluss des ersten Stocks bildet ein kleines Kino, in dem exklusiv zusammengestellte Programme den Einfallsreichtum und die visuelle Vielfalt des frühen Films präsentieren.

Der zweite Ausstellungsteil widmet sich unter dem Titel “Filmisches Erzählen” den grundlegenden Prinzipien der Filmsprache, die der Film verwendet, um seine Geschichten zu vermitteln. In einer medialen Landschaft wird den Besuchern ein vielschichtiger Zugang zum Film geboten. Empfangen werden sie von einer 180° umfassenden Filminstallation über mehrere Projektionsleinwände, die ein ästhetisch-emotionales Highlight bilden wird. Vier um den zentralen Filmraum angeordnete Bereiche präsentieren die Themen Bildgestaltung, Toneinsatz, Montage und Schauspiel als tragende Säulen des filmischen Erzählens. Auratische Originalexponate der Filmgeschichte erlauben historische Vergleiche und zeigen, dass diese grundlegenden Erzählmittel des Films überzeitlich gültig sind. Nicht die Filmproduktion wird also im Vordergrund stehen, sondern die Vielfalt filmischer Gestaltungsweisen und deren Wirkung im Kontext der erzählten Geschichte. Dieser auf Prinzipien basierende Ansatz ist für zukünftige Entwicklungen technischer und ästhetischer Art anschlussfähig und kann diese integrieren.

Erstmals wird auch der vierte Stock des Museumsgebäudes für das Publikum erschlossen. Hier befindet sich ein großzügiger Werkstattbereich, in dem den Besucherinnen und Besuchern durch das Selbermachen ein reflektierter Zugang zum Medium Film ermöglicht wird. Zwei multifunktionale Werkstatträume mit digitalen Schnittplätzen bieten optimale Voraussetzungen für die Arbeit in kleinen Teams. Zudem steht ein gut ausgestattetes Filmstudio für das praktische Experimentieren zur Verfügung. Die fachlich begleiteten Workshops und Seminare können von Schulklassen, aber auch von allen anderen interessierten Gruppen mit je unterschiedlicher Schwerpunktsetzung gebucht werden. Die Themen der Workshops werden eng an die Inhalte der Dauerausstellung geknüpft sein. Dadurch entsteht eine für das Publikum wahrnehmbare inhaltliche Klammer um Ausstellung und Werkstattbereich, die einen integralen Besuch attraktiv macht.

Das neue Filmmuseum liegt im Zeit- und Kostenplan

Das neue Filmmuseum liegt voll im Kosten- und Zeitplan, die Eröffnung ist für Frühsommer 2011 geplant. Die Bauarbeiten in dem seit November 2009 geschlossenen Haus am Frankfurter Museumsufer sind in vollem Gange. Die Kosten liegen bei insgesamt 13,3 Millionen Euro.

Das Deutsche Filminstitut als Träger des Museums, Hausherr in Erbpacht und Bauherr baut für insgesamt 11,5 Millionen Euro. Die Stadt Frankfurt (6,235 Mio. Euro), das Land Hessen (2,5 Mio. Euro) und der Bund (1,54 Mio. Euro, Konjunkturpaket II – Teilprogramm: Grundsanierung und energetische Sanierung von Gebäuden) sind die Hauptförderer der zeitgemäßen Erneuerung der historischen Villa am Museumsufer.

Die neue Dauerausstellung (1. und 2. Stock) inklusive des museumspädagogischen Werkstattbereichs (4. Stock) kostet zusätzlich 1,8 Millionen Euro und wird durch Mittel der Stadt Frankfurt (530.000 Euro), der Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main (420.000 Euro), des Landes Hessen (300.000 Euro), der Stadt Eschborn sowie der PwC-Stiftung und der Adolf und Luisa Haeuser-Stiftung gefördert.

[Filmmuseum Frankfurt am Main]

Inferno De Sade

Neues Buch über “Die 120 Tage von Sodom” bei Creation Books

Der gleichermaßen für seine Kleinstauflagen wie ephemeren Titel bekannten Londoner Verlag Creation-Books hat jetzt eine Monografie über De Sades “Die 120 Tage von Sodom” sowie natürlich Pasolinis Film aufgelegt:

“INFERNO DE SADE: PIER PAOLO PASOLINI’S SALO or THE 120 DAYS OF SODOM”
Band 2 in der neuen großformatigen Reihe zu Untersuchungen einzelner Filmen. Mit lediglich 100 Exemplaren aufgelegt.
Vorbestellbar unter:
http://www.creationbooks/creation-titles/INFERNODESADE.html

Ebenfalls seit Kurzem angekündigt hat Creation:

“KILLING MACHINES : RUSS MEYER’S FASTER, PUSSYCAT! KILL! KILL!”
Der erste Band in der neuen Serie illustrierter Monografien zu modernen Filmklassikern. Ebenfalls nur in einer 100er-Auflage.
Vorbestellbar unter:
http://www.creationbooks.com/creation-titles/KILLINGMACHINES.html

“AMERICAN CAMPGROUNDS”
Das erste Buch von Philip Best (Consumer Electronics, Whitehouse) enthält u. a. einen 40-seitigen Text von Peter Sotos. Erhältlich in einer limitierten und signierten Hardcover-Ausgabe sowie einer unlimitierten Paperback-Ausgabe.
Vorbestellbar unter:
http://www.creationbooks.com/creation-titles/AMERICANCAMPGROUNDS.html

Restexemplare:

“BEAUTY LABYRINTH OF RAZORS” – EROTIC-GROTESQUE MANGA
Ursprünglich sollte der Band 2005 publiziert werden, wurde dann jedoch durch die Druckerei (!) zurückgehalten. Kürzlich ist er dennoch erschienen als streng limitierte und nummerierten Hardcover-Sammler-Edition mit 69 Kopien. Zwei davon sind noch zu haben unter:
http://www.creationbooks.com/creation-titles/BEAUTYLABYRINTH.html

“NEW ATROCITIES IN BLOOD”
Limitierte Ausgabe von Kazuichi Hanawa und Suehiro Maruo
Fünf Exemplare sind noch auf Lager:
http://www.creationbooks.com/creation-titles/YUBARIBOOKS.html

My Son, My Son, What Have Ye Done

Der neue Film von Werner Herzog erscheint im Oktober auf DVD

Nachdem “Bad Lieutenant: Port of Call New Orleans” in diesem Jahr nahezu unter Ausschluss der Öffentlichkeit in den deutschen Kinos lief, erscheint der neue Film von Werner Herzog – der 2009 gemeinsam mit “Bad Lieutenant” im Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig in Konkurrenz um den Goldenen Löwen gezeigt wurde – ausschließlich auf DVD.

Im von David Lynch mitproduzierten “My Son, My Son, What Have Ye Done” erzählt Herzog die lose auf wahren Ereignissen beruhende Geschichte eines Studenten aus San Diego, der, von einer Tragödie des Euripides inspiriert, seine Mutter mit einem antiken Schwert ermordete.

Die DVD von Kinowelt ist ab dem 19.10.2010 in den Videotheken, die Kauf-DVD erscheint im November.

Die Welt in 10 Millionen Jahren

Koch veröffentlicht Postapokalypse-Klassiker auf DVD und Blu-ray-Disc

Am 27. August veröffentlicht Koch Media Home Entertainment den animierten Fantasyfilm “Die Welt in 10 Millionen Jahren” (USA 1977) auf DVD und Blu-ray Disc. Ein Film von Ralph Bakshis legendärer Fantasy-Trilogie (vor “Der Herr der Ringe” und “Feuer und Eis”). „Perfekt animierter Zeichentrickfilm, der eine zynisch-böse Zukunftsvision entwickelt” (Lexikon des internationalen Films). Zu Bakshis Film ist im vergangenen Jahr ein Filmgespräch mit F.LM-Redakteur Jochen Werner bei postapokalypse.de entstanden.

Nachdem er mit dem kontroversen Meilenstein „Fritz the Cat“ in die Spitzenriege der amerikanischen Zeichentrickregisseure aufgestiegen war, erfüllte sich Ralph Bakshi einen Jugendtraum und erschuf mit „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ eine bizarre und phantastische Zukunftsvision, die heute zu den besten Trickklassikern der Filmgeschichte zählt. Dabei revolutionierte er die Rotoskopietechnik, mit der er später auch für „Der Herr der Ringe“ und „Feuer und Eis“ atemberaubende Animationen erschuf. Koch Media präsentiert „Die Welt in 10 Millionen Jahren“ nun erstmals auf DVD und Blu-ray in einer digital restaurierten Fassung mit umfangreichem Bonusmaterial.

Zum Inhalt:

Die Welt in zehn Millionen Jahren: Nur eine Handvoll Menschen hat den nuklearen Holocaust überlebt und die Erde wird bevölkert von Mutanten, Feen, Elfen und Zwergen. Zwei Zauberwesen haben das Land unter sich aufgeteilt: Der gute Zauberer Avatar aus Montagar und Blackwolf, der das Land Scortch beherrscht und mit seinem Wissen über Technologie und Propaganda des Nationalsozialismus Tod und Zerstörung über die Erde bringen will. Um die Welt zu retten, begeben sich Avatar und seine Gefährten, die Fee Elinore, der Roboter Frieden und der Elb Weehawk, in das düstere Terrorreich Scortch und versuchen, Blackwolfs Pläne zu durchkreuzen.

Zur Ausstattung:

Extras: Booklet, Diverse Trailer, Audiokommentar von Regisseur Ralph Bakshi, Featurette „Ralph Bakshi: Der Zauberer der Animation” (ca. 32 Minuten), Bildergalerie mit Originalzeichnungen und seltenem Werbematerial

Eine Besprechung der Blu-ray-Disc auf F.LM folgt in Kürze.

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RapidEye veröffentlicht “Yentown – Swallowtail Butterfly” in Kooperation mit Intro

Shunji Iwais Film erlebt seine Reniassance im Midprice-Sektor

In der Reihe “Intro-Edition Asien”, einer Kooperation mit dem Gratis-Szenemagazin Intro, erscheint am 06. August Shunji Iwais “Yentown – Swallowtail Butterfly” als Vol. 17. Iwais eigenwillige Mischung aus Drama, Liebes-, Musik-, Gangster- und Endzeitfilm aus dem Jahr 1996 war bereits vor vier Jahren von RapidEye veröffentlicht worden und erlebt nun seine Wiederbelebung im Midprice-Segment. So erhalten all diejenigen, die dieses Meisterstück des zeitgenössischen japanischen Kinos noch nicht kennen, die Gelegenheit, es für klienes Geld auf DVD zu entdecken.

Bild: 1,66:1 (16:9/anamorph)
Ton: Japanisch, Englisch, Mandarin (Dolby Digital 5.1)
Untertitel: Deutsch
Extras: Booklet, Songauswahl, Behind the Scenes
Länge: ca. 146 Minuten
Verleih: RapidEye
Freigabe: FSK 16
Preis: 11,99 Euro

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Studentinnen-Schlächter

Serienmörderfilm über Edmund Kemper von KOCH Media auf DVD

Am 27. August veröffentlicht Koch Media Home Entertainment den Serienmörderfilm “Ed Kemper – Mein Freund der Killer” (USA 2008) als Videopremiere erstmals auf DVD! Edmund Emil Kemper III gilt als kriminalhistorische Vorbild für die Figur des Hannibal Lecter aus “Das Schweigen der Lämmer” und ist einer der bekanntesten Serienmörder der 1970er Jahre.

Zum Inhalt des Films: Kalifornien, Ende der 60er Jahre: Eine mysteriöse und grausame Mordserie beschäftigt Detective Tom Harris. Die Ermittlungen gegen den Killer führen zunächst ins Leere. Doch schon bald erhärtet sich für Tom der Verdacht, dass allein sein alter Freund Ed Kemper für die schrecklichen Morde verantwortlich sein kann. Die Jagd nach Kemper, alias „CoEd“-Killer, wird zum tödlichen Katz-und-Maus-Spiel.

Die DVD:

  • Bild: 16:9 – 1.77:1
  • Ton Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (Dolby Digital 5.1), Englisch (DTS 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer
  • FSK: Freigegeben ab 18 Jahren
  • Erscheinungstermin: 27. August 2010

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Filmpremiere für die Augen

Neue Erkenntnisse über das Filmverstehen durch Studie mit völlig film-unvertrauten Erwachsenen

Eine deutsch-türkische Forschungsstudie zeigt, welche filmischen Stilmittel und Szenenabfolgen von erwachsenen Film-Neulingen verstanden werden – oder auch nicht.

Seit der ersten Projektion der Brüder Lumière vor über 100 Jahren hat sich das Genre ‚Film’ durch Kino, Fernsehen und Internet zu einem allgegenwärtigen Medium entwickelt und die moderne Gesellschaft nachhaltig geprägt. Während die psychologischen Wirkungen von Filmen in der Öffentlichkeit breit diskutiert werden, sind die psychologischen und kognitiven Voraussetzungen, um Handlungen und Geschichten der Filme verstehen zu können, hingegen bislang nur unzureichend geklärt. Doch ist das Medium Film durch seine Anschaulichkeit tatsächlich “selbst-verständlich”?

Die Beobachtung von erwachsenen Zuschauern aus abgelegenen Bergdörfern im Süden der Türkei – alle Personen hatten nie zuvor einen Film oder eine Videosequenz gesehen –, lieferte Forschern nun eine Antwort. In einer aktuellen Studie unter Beteiligung des Tübinger Leibniz-Instituts für Wissensmedien (Psychological Science, 21 (7), S. 1-7) bekamen die Teilnehmenden eine Reihe kurzer Filmclips zu sehen. Die Clips enthielten filmtypische Darstellungsmittel wie den Wechsel der Kameraperspektive während eines Gesprächs, eine Ereigniszusammenfassung mit einem Zeitsprung oder auch die Betrachtung eines Geschehens aus dem subjektiven Blickwinkel des Protagonisten.

Entgegen Berichten aus den Anfängen der öffentlichen Filmvorführung – die ersten Kinobesucher seien aus ihrem Sessel aufgesprungen, weil sie fürchteten, aus der Leinwand würde eine Eisenbahn auf sie zufahren –, fanden die Forscher um den Tübinger Medien- und Kognitionspsychologen Prof. Dr. Stephan Schwan keine Hinweise darauf, dass die Filme von den Zuschauern für „echt” gehalten und mit der Realität verwechselt wurden.

„Die Ergebnisse der Studie belegen vielmehr, dass für die Verständlichkeit der Filme weniger die Ähnlichkeit mit Bedingungen der natürlichen Wahrnehmung, als vielmehr das Vorhandensein einer vertrauten Handlung entscheidend ist“, so Schwan. Ohne einen Handlungsfaden (in den Beispielfilmen war dies z.B. die Zubereitung von Tee und Mahlzeiten oder der Bau eines Holzzauns) – hatten die Film-Neulinge große Schwierigkeiten, filmtypische Darstellungsmittel angemessen zu interpretieren. Eine Vergleichsgruppe Film-erfahrener Zuschauer zeigte hingegen keine Verständnisprobleme.

Nach Ansicht der Forscher entkräftet die Studie somit die populäre Annahme, dass Filmschauen der natürlichen Wahrnehmung so ähnlich sei, dass es ohne Vorkenntnisse stattfinden könne. Für Schwan, der die Studie mit seiner türkischen Kollegin, der Filmwissenschaftlerin Dr. Sermin Ildirar, von der Universität Istanbul im Rahmen einer zweijährigen Forschungskooperation gemeinsam durchgeführt hat, sind die Ergebnisse vielmehr ein Beleg dafür, dass bereits das Verstehen einfachster Filme auf höheren kognitiven Prozessen beruht. Diese wiederum wurzeln in vielfältigen kulturellen Voraussetzungen. So müssen dem Zuschauer typische Geschichten, Situationen und Handlungsabläufe einer Kultur ebenso vertraut sein wie filmische Darstellungskonventionen. „Die Situation in Ostanatolien war aus Forschungssicht ein seltener Glücksfall“, wertet Schwan. „Sie hat uns erstmalig empirischen Aufschluss darüber gegeben, dass man auch ‚Filme und Fern-sehen’ lernen muss.“
Bildmaterial zu dieser Pressemitteilung finden Sie unter:

http://www.iwm-kmrc.de/presse/first_time_film_viewers/

Gaspar Noé zu Gast beim Fantasy Filmfest

Der französische Regisseur präsentiert seinen neuen Film “Enter the Void” in Berlin

Das Fantasy Filmfest hat in diesem Jahr einmal mehr einen besonderen Gast zu bieten: Der französische Regisseur Gaspar Noé wird beim Berliner Festival seinen neuen Film “Enter the Void” präsentieren, der dort kurz vor dem offiziellen Kinostart als Special Screening gezeigt wird.

Das Berliner Fantasy Filmfest wird vom 17.-25. August 2010 in den Kinos CinemaxX am Potsdamer Platz / CineStar SonyCenter stattfinden. Der genaue Termin der Vorführung von “Enter the Void” steht noch nicht fest und wird Ende Juli auf der Website des Festivals veröffentlicht.

Acid im Wunderland

Bildstörung veröffentlicht im August Jaromil Jireš’ “Valerie” auf DVD

Für den 13.08. ist die mittlerweile 8. DVD-Produktion des Labels Bildstörung angekündigt. Es handelt sich um Jaromil Jireš 1970 in der Tschechoslowakei entstandenen Film “Valerie“. Bildstörung veröffentlicht den Film zum ersten Mal in Deutschland und fügt der Publikation wie gewohnt ein umfangreiches Booklet und Extras bei, zu denen dieses Mal unter anderem auch der von Lubos Fiser komponierte Soundtrack zum Film gehört.

Zum Inhalt:

Als der jungen Valerie eines Nachts ein paar Ohrringe gestohlen werden, erwacht sie gerade noch rechtzeitig, um den Dieb davonlaufen zu sehen. Siel läuft ihm nach, doch auf ihrem nächtlichen Streifzug wirkt alles auf einmal seltsam fremd. Als am nächsten Tag eine Truppe Schausteller in ihr Dorf kommt, um für ein Hochzeitsfest zu spielen, bekommt die bisher heile Welt von Valeries wohlbehütetem Zuhause langsam Risse. Eine furchterregende Fratze lächelt sie aus der Menge an und auch ihre Großmutter scheint irgendwie verändert, während Vampire, lüsterne Priester und Dämonen im Dorf plötzlich ihr Unwesen treiben.

Alice im Wunderland trifft Die Märchenbraut: Jaromil Jireš surrealer Bilderbogen „Valerie a týden divů“, eine Verfilmung von Vítězslav Nezvals gleichnamigem Roman von 1935 und einer der letzten Vertreter der tschechoslowakischen „Neuen Welle“, zeigt die aufgewühlte Gefühlswelt eines jungen Mädchens auf der Schwelle zum Erwachsensein als düster-poetisches Märchen mit Horrorelementen.

Angela Carter soll von einer Vorführung des Films in London so begeistert gewesen sein, dass sie sich davon zu ihrer literarischen Vorlage für Neil Jordans ZEIT DER WÖLFE inspirieren ließ. Fantastische Bilder, eine tolle Ausstattung, die wunderbare Musik von Lubos Fiser und Jan Klusák und eine umwerfende Jaroslava Schallerová in der Hauptrolle machen aus Valerie ein hypnotisches Filmrätsel, das selbst 40 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner magischen Anziehungskraft verloren hat. „Wenn du aufwachst, mein Liebes, verrate niemandem dein Geheimnis…“

Die Ausstattung der DVD:

  • Bild: 1.30:1 (4:3 Vollbild)
  • Ton: Tschechisch DD 2.0
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras:
    • separate Soundtrack-CD mit der Filmmusik von Lubos Fiser
    • zusätzlicher Audiotrack mit der Musik von The Valerie Project
    • Audiokommentar von Peter Hames
    • “Walking Valerie” – exklusive 40-minütige Dokumentation inkl. Interviews
    • ca. 50-seitige Booklet mit Texten von Andy Votel, Peter Hames, Joseph A. Gervasi, Tanya Krzywinska, Daniel Bird
  • Preis: voraussichtlich 14,30 Euro
  • FSK: ab 16 Jahren
  • Veröffentlichung: 13.08.2010
  • Weitere Informationen auf der Webseite von Bildstörung.

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8 Minuten mehr Pandora

James Camerons “Avatar” ab September in längerer Fassung erneut im Kino

James Camerons 3D-Blockbuster “Avatar – Aufbruch nach Pandora” ist ab dem 2. September 2010 erneut in den deutschen Kinos zu sehen, in einer um 8 Minuten verlängerten Fassung. Nicht zuletzt als Reaktion auf den Film, so der Verleih 20th Century Fox, habe seit dem Kinostart im letzten Dezember die Zahl der 3D-Kinos rasant zugenommen. Jetzt haben Zuschauer, die ihn bisher nicht in 3D erleben konnten, erneut die Gelegenheit dazu. Und alle anderen die Möglichkeit, durch das neue Material der Extended Version noch tiefer in die Welt von Pandora einzudringen, mit neuen Kreaturen und mehr Action.

Bruce LaBruce in Locarno und Berlin

“L.A. Zombie” im Wettbewerb von Locarno und eine vollständige Retrospektive in Berlin

Bereits in seinem letzten Film “Otto; Or, Up with Dead People” hat sich der kanadische PopArt-Porno-Auteur Bruce LaBruce am pornografischen, schwulen Zombiekino versucht. Auch sein neuester Film “L.A. Zombie” widmet sich erneut dem Thema – und wird seine Premiere im Wettbewerb des Filmfestivals von Locarno feiern.

In “L.A. Zombie” spielt der französische Pornostar François Sagat einen jungen Mann, der sich für einen Zombie hält. Ziellos irrt er umher, trifft diverse Nachtgestalten im unwirklichen Los Angeles, denen er das Leben wieder einhaucht. Der siebte Film des kanadischen Regisseurs überschreitet wiederum Grenzen und gibt dem Zombie-Genre eine neue Facette, die provoziert und verstört. “L.A. Zombie” ist eine deutsch-amerikanisch-französische Koproduktion. Der mehrheitliche Produktionspartner ist die Berliner Produktionsfirma Wurstfilm.

Das Gesamtwerk von Bruce LaBruce, inclusive des Vorgängerfilms “Otto; Or, Up with Dead People”, lässt sich zudem im Juli in einer vollständigen Retrospektive im Berliner Kino Arsenal entdecken. Unter anderem wird dort auch die äußerst selten gezeigte pornografische Terrorismusgroteske “The Raspberry Reich” zu sehen sein – und in einem Podiumsgespräch unter dem Titel “Lacan vs Jung: Judy LaBruce Fucks the Dead … Live!” wird LaBruce anhand von (sehr) aktuellen Filmbeispielen seine Vision vom schwulen Zombieporno erörtern.

Zum Programm der Retrospektive!

Irrfahrten und Schiffbrüche

Der Merve-Verlag lädt Michel Serres nach Berlin ein

Zu einem Vortrag und Podiumsdiskussion(en) lädt der Berliner Merve-Verlag ein. Am  Freitag, 30. und Samstag, 31. Juli im “Haus der Kulturen der Welt” (HWK) unter dem Titel “Irrfahrten und Schiffbrüche” findet sich der französische Philosoph Michel Serres zum Sommergespräch an der Spree ein:

Als Highlight des Theorie-Sommers gibt uns und Ihnen/Euch Michel Serres die Ehre! Auf unsere Einladung kommt einer der vielseitigsten und bedeutendsten Philosophen der Gegenwart nun kurz vor Vollendung seines 80. Lebensjahres nach Berlin, um beim Wassermusikfestival 2010 am Haus der Kulturen ein Wochenende lang für Gedanken im Überfluss zu sorgen.

Nach seinem Eröffnungsvortrag wird Michel Serres von Catherine David, Lorenz Engell und Alexander Kluge in Gespräche verwickelt. Sie folgen dem Fluss seines Denkens, bilden Abzweigungen, stranden am Ufer – eine unerwartete Odyssee. Am zweiten Tag zeigt Michel Serres eine eigens für die Veranstaltung konzipierte „Irrfahrt“, die vielfältige Einblicke in seine Denk- und Arbeitsweisen erlaubt.

Eintritt 5,- / 3,- Euro

Mit Simultanübersetzung Deutsch-Französisch-Englisch

Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Eine Veranstaltung des Merve Verlags und HKW, in Kooperation mit der Französischen Botschaft und dem Institut Français.

[SH/Merve]

Ophüls & Ophüls

Doppelretrospektive zu Max & Marcel Ophüls im Berliner Zeughauskino

Noch den ganzen Juli über gibt es im Berliner Zeughauskino eine Doppelretrospektive zu sehen, die das Werk von Max Ophüls mit dem seines Sohnes Marcel Ophüls verschränkt. Zwei sehr unterschiedliche Ideen vom Kino drücken sich in den Filmen beider auf den ersten Blick aus – einen zweiten Blick zu werfen, das sei, so Kinoleiter Jörg Frieß, das erklärte Ziel der Filmreihe.

Das vollständige Programm der Reihe gibt es hier.

Ken Loach und Mike Leigh bei Arthaus Close-up

Zwei neue 3-DVD-Editionen ab 15. Juli im Handel

Ken Loach und Mike Leigh zählen zu den bedeutendsten und einflussreichsten Regisseuren des britischen Kinos der letzten zwei Jahrzehnte. Beide greifen in ihren Werken wiederholt sozialkritische Themen auf und liefern Porträts der britischen Gesellschaft und ihrer Protagonisten. Sowohl Ken Loach als auch Mike Leigh war es aufgrund der desolaten Lage der britischen Filmindustrie erst Anfang der 1990er-Jahre möglich, den Sprung vom Fernsehen zum Kino zu schaffen. Heute ist die jüngere Geschichte des britischen Kinos ohne Loachs und Leighs Werke undenkbar. Im Juli würdigt Arthaus die beiden Filmemacher mit eigenen Arthaus “Close-up”-Editionen. Beide 3er Schuber mit jeweils drei elementaren Werken sind ab 15. Juli 2010 erhältlich. Ein Leckerbissen zum kleinen Preis für alle Fans!

Ken Loach gilt mit elf Hauptpreisen in Cannes, sieben auf der Berlinale und sieben in Venedig als einer der erfolgreichsten Regisseure des europäischen Autorenkinos. Sein politisch engagiertes Oeuvre bewahrt sich stets eine gehörige Portion Galgenhumor, der die unhaltbaren Situationen erträglich macht. Folgende Titel sind in der Edition enthalten:

1. RIFF RAFF, Großbritannien 1991, DVD-Premiere
2. RAINING STONES, Großbritannien 1993, DVD-Premiere
3. LADYBIRD LADYBIRD, Großbritannien 1993

Mike Leigh ist der höchst dekorierte britische Regisseur aller Zeiten: Im Verlauf seiner Karriere wurde er u.a. mit zwei Oscars® und dreizehn Nominierungen, zwei Golden Globes und fünf Nominierungen, fünf Auszeichnungen in Cannes, vier in Venedig, zwei Preisen auf der Berlinale und einem in Locarno geehrt. Drei preisgekrönte Filme sind nun in der Arthaus “Close-up”-Edition vereint. Darin erzählt Leigh mit typisch britischem Witz von der englischen Familie, ihren Geheimnissen und anderen zwischenmenschlichen Verstrickungen:

1. LIFE IS SWEET, Großbritannien 1990, DVD-Premiere
2. NACKT, Großbritannien 1993
3. LÜGEN UND GEHEIMNISSE, Großbritannien 1996

Ken-Loach-Box bei Amazon vorbestellen.
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Rapid Eye Movies veröffentlichen “Anvil – Die Geschichte einer Freundschaft”

Am 16. Juli erscheint die mehrfach preisgekrönte Dokumentation über die Metal-Kultband ANVIL

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Take and Escape

Sony Pictures bewirbt Spielfilm “Takers” mit zwei Online-Games

Im Sommer startet John Luessenhops Heist-Movie “Takers” in den deutschen Kinos. Damit sich der geneigte Zuschauer schon einmal in Gangster-Laune bringen kann, bietet das Studio Sony Pictures ab sofort zwei Online-Games zum Film an – unter dem Motto “Take” and “Escape“. Dabei wird man – von Filmsequenzen geleitet – im ersten Spiel angehalten, die Geiseln bei einem Bankraub in Schach zu halten. Auf sie schießen sollte man dabei nicht, denn: “These Guys are clean!” Das geht nicht lange gut und so ist man mit seinem Team bald auf der Flucht, die Thema des zweiten Spiels ist. Hier hat man aus einem Fahrstuhl heraus auf bewaffnete Gegner zu schießen.

Mehr Infos & Spiele: http://www.takersgame.com/

Der Trailer zu “Takers”:

“Summer Wars” im Kino

Mamoru Hosodas ambitionierter Animationsfilm ab August in den deutschen Kinos

Mit Mamoru Hosodas Science-Fiction-Anime “Summer Wars”, den wie hier bereits besprochen haben, ist einer der ambitioniertesten Animationsfilme der letzten Jahre ab dem 12.08.2010 auch jenseits der diversen Filmfestivals auf deutschen Leinwänden zu sehen.

“Summer Wars” hat den Preis als Best Animated Feature Film des SITGES Festival Internacional de Cinema de Catalunya 2010 gewonnen, sowie den Animation of the Year Award des Japan Academy Prize 2010 und den Best Animation Film des Mainichi Film Concours 2010. Außerdem erhielt er eine Nominierung als Bester Film bei dem Festival International du Film d’Animation d’Annecy 2010.

“Summer Wars” wird vom AV Visionen Filmverleih in die deutschen Kinos gebracht. Zur Einstimmung gibt es den fünfminütigen Prolog des Films bereits auf YouTube (in japanischer Sprache ohne Untertitel) zu sehen:

Zur deutschen Website!

F.LM auf dem Fantasy-Filmfest 2010 F.LM auf dem Fantasy-Filmfest 2010