Erste Filme und Neuigkeiten vom Filmfest Oldenburg
Mit Timothy Bottoms ehrt das Filmfest Oldenburg eine Ikone des New-Hollywood. Mit Klassikern wie „Johnny Got His Gun“ oder „The Last Picture Show“ stieg er sehr jung zum Star auf, in den letzten Jahren verblüffte der 58-Jährige mit seiner wunderbar satirischen Darstellung des George W. Bush in Trey Parkers Kult-Sitcom „That’s my Bush“.
Die ersten Filme des diesjährigen Festival-Programms stehen fest – darunter zahlreiche Premieren.
Timothy Bottoms ist ein unvergessenes Gesicht des New-Hollywood Kinos. Seit seinem Debüt in Dalton Trumbos erschütternden und radikalen Antikriegs-Plädoyer „Johnny Got His Gun“, das 1971 in Cannes mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnet wurde, wirkte er in mehr als 65 Filmen mit – u.a. an der Seite von Dennis Hopper, Jeff Bridges, Donald Sutherland oder auch Henry Fonda und Richard Widmark. Ein weiterer Klassiker ist Peter Bogdanovichs „The Last Picture Show“, der gleich mit acht Oscar-Nominierungen bedacht wurde und als einer der wichtigsten und einflussreichsten Filme des New Hollywood gilt. Das Internationale Filmfest Oldenburg ehrt Timothy Bottoms in diesem Jahr mit einem Tribute und zeigt neben solchen Klassikern auch den neuesten Film, in dem er an der Seite von Malcom McDowell brilliert: „Pound Of Flesh“ spielt mit vorherrschenden Moralvorstellungen, ohne jemals moralisch zu werden. Die 75-jährige Regisseurin Tamar Simon Hoffs wird ihren Film als Weltpremiere persönlich vorstellen. Bereits ihr Kurzfilmdebüt „The Haircut“ mit dem wunderbaren John Cassavetes erregte viel Aufsehen und wurde 1983 auf den Festivals in Cannes, Toronto und Sundance bejubelt. Für die Band „The Bangles“ realisierte sie mehrere Musik-Videos, deren Leadsängerin – Susanna Hoffs – ihre Tochter ist.
Erste Filme des diesjährigen Festival-Programms
Gleich zwei spanische Filme feiern in Oldenburg ihre Deutschlandpremiere: Augusti Vilas komplexes Familienportrait „The Mosquito Net“ (u.a. mit Emma Suárez und Geraldine Chaplin) wurde gerade in Karlovy Vary als bester Film ausgezeichnet. Eduard Cortes’ ergreifender und im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut gehender Film „Ingrid“ folgt seiner Titelheldin, in eine mysteriöse Welt zwischen Traum und Wirklichkeit. Nach dem weltweiten Erfolg seines ersten Filmes „The Living and the Dead“ wird Simon Rumley in Oldenburg sein neuestes, nicht minder verstörendes Werk „Red, White & Blue” vorstellen – der erste Film aus dem neuen Label Celluloid Nightmares, das aus einer Kooperation von Celluloid Dreams und XYZ Films hervorgegangen ist, und schon mit viel Vorschußlorbeeren bedacht wurde. Provokativ, experimentell und schamlos ist auch Harmony Korines neuester Kinostreich „Trash Humpers“, der vier Soziopathen in die Abgründe der amerikanischen White Trash Seele folgt. Bekannt wurde das Enfant-Terrible des amerikanischen Kinos durch sein Drehbuch zu Larry Clarks „Kids“, sein Regiedebüt „Gummo“ hat ihn zum Kultstar des Independent Kinos gemacht. Und auch der wohl meistdiskutierte und bejubelte Independentfilm dieser Kinosaison wird in Oldenburg zu sehen sein: Gareth Edwards Sci-Fi Streifen „Monsters“, der beim South by Southwest Film Festival (SXSW) Furore machte, und nun einen weltweiten Siegeszug des originellen low-budget Kinos feiert.
Online-Stream für ausgewählte Filme
Erstmalig in diesem Jahr zeigt das Internationale Filmfest Oldenburg in Kooperation mit dem Video-on-Demand-Portal MUBI Filme während des Festivals auch online. Außerhalb Deutschlands können Interessierte die nominierten Filme für den German Independence Award zu Hause via Online-Stream sehen. In Deutschland selber werden die Kurzfilme des diesjährigen Festivalprogramms für das Online-Streaming bereit gestellt. Das Angebot ist kostenfrei und pro Film auf 300 Besucher limitiert. Das Internationale Filmfest Oldenburg ist das erste deutsche Festival, mit dem das renommierte Video-on-Demand-Portal MUBI eine solche Kooperation eingegangen ist.
Weitere Informationen: Filmfest Oldenburg









In der Reihe “Intro-Edition Asien”, einer Kooperation mit dem Gratis-Szenemagazin Intro, erscheint am 06. August Shunji Iwais “Yentown – Swallowtail Butterfly” als Vol. 17. Iwais eigenwillige Mischung aus Drama, Liebes-, Musik-, Gangster- und Endzeitfilm aus dem Jahr 1996 war bereits vor vier Jahren von RapidEye veröffentlicht worden und erlebt nun seine Wiederbelebung im Midprice-Segment. So erhalten all diejenigen, die dieses Meisterstück des zeitgenössischen japanischen Kinos noch nicht kennen, die Gelegenheit, es für klienes Geld auf DVD zu entdecken.





