sie verstehen meinen Text falsch, wenn sie meinen, ich wolle Freddy Quinn für irgend etwas die „Schuld“ geben. Ihren zweiten Absatz würde ich so unterschreiben und so war mein Text auch gemeint: Seine Filme sind Ausdruck einer bestimmten Zeit.
Wenn ich auf Quinn als Figur fokussiere, so deshalb, weil seine Filme unverkennbar um ihn und seine Persona herum gestrickt wurden. Den Typ Weltenbummler hat er am besten verkörpert und das „Volk“ kannte ihn als solchen von seinen Platten, sodass man sich eine entsprechende Charakterisierung sparen konnte. Er hat diesen von mir beschriebenen Typen in jedem Film gespielt und diese Filme waren immer an ihm ausgerichtet. (Es wäre etwa undenkbar, dass ein Peter Alexander oder Heinz Erhardt seine Rollen übernommen hätten.) Was den Quinn-Film vom Peter-Alexander-Film abhebt, ist in erster Linie eben Freddy Quinn. Insofern halte ich meine Vorgehensweise für legitim.
Ich habe durchaus Freude an den Filmen gehabt – auch wenn das wahrscheinlich eine andere Freude war, als die, die sie dabei empfinden -, dennoch sind sie für meinen Begriff in erster Linie Bedürfnisbefriedigung und seichtestes Entertainment: spießig eben, wie sie ja selbst sagten. Das macht sie noch nicht schlecht (das habe ich auch nie behauptet), nur sollte man auch nicht vergessen, dass es schon damals (auch in Deutschland) Filmemacher gab, die höhere Ambitionen hatten und mehr leisteten, als dem Volk sozusagen nach dem Mund zu filmen. Zu diesen verhalten sich die Freddy-Quinn-Filme wie der Konsalik zum Thomas Mann. Und das sollte man dann auch entsprechend bewerten.
Viele Grüße
Oliver Nöding
Ich sehe mir heute noch die Filme manchmal an und ich sehe sie mir kritisch an aber ich denke auch, diese Filme sind während der 1950er und 1960er Jahre gedreht worden wo Deutschland noch spießiger war als heute – genau: Ich bin nach über 30 Jahren im Ausland voriges Jahr nach Deutschland zurückgekommen und verstehe die deutsche Welt nicht!
Ich bin der Auffassung, dass man die schauspielerische Leistung von Freddy nicht verringern soll. Ich glaube auch nicht, dass solch große Namen wie Heinz Erhardt und Grete Weiser mit Freddy gedreht hätten falls die Filme so schlecht gewesen wären, wie im ersten Kommentar behauptet wird.
Noch eins: Ich liebe Filme mit Happy End und da liegen die Filme mit Freddy Quinn immer richtig. Sie verherrlichen auch nicht die Gewalt, wie viele heutige Filme leider tun!
Übrigens: Heißt die Stimmlage Freddy’s nicht Bariton? Was ist das denn für ein Tenor im ersten Kommentar?
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