Vier Online-Projekte der Medienwissenschaft Kiel
Aus den Arbeiten der Kieler Medienwissenschaft, die maßgeblich vom Filmwissenschaftler (und gelegentliche F.LM-Autor) Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff mitgestaltet werden, befinden sich vier Projekte, auf deren Web-Präsenzen sich durchaus hinzuweisen lohnt. Neben ausführlichen Bibliografien und dem größten Online-Filmlexikon gehören auch Periodika zur Filmmusik und Sammlungen film- und medienwissenschaftliche Arbeiten. Die Projekte, deren Zugang vollständig frei ist, im Einzelnen:
Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere
Eine Wissenschaft braucht Bibliographien, indexikalische Verzeichnisse, Bibliotheken, sonst verliert sie ihr Gedächtnis. Gerade in der Filmwissenschaft haben sich Hilfsmittel, wie sie in Traditionswissenschaften üblich sind, in der Kürze und in der Geschwindigkeit ihrer Entwicklung kaum herausbilden können – um so dringlicher wird die Aufgabe, den Bestand an Theorie und Analyse, an Kritik und faktographischer Arbeit zugänglich zu erhalten. Die Internet-Datenbank “Medienwissenschaft / Hamburg: Berichte und Papiere” (ISSN 1613-7477), die inzwischen über 100 z.T. umfangreiche Verzeichnisse enthält, macht thematisch geordnete Filmographien, Bibliographien, Literatur- und Forschungsberichte öffentlich zugänglich. Sie wird in unregelmäßigen Abständen aktualisiert und erscheint nur im Ausnahmefall in gedruckter Form.
Link: http://www1.uni-hamburg.de/Medien/berichte/index.html
Lexikon der Filmbegriffe
Das „Lexikon der Filmbegriffe“ (ISSN 1610-420X) ist das derzeit größte Sachlexikon des Films weltweit. Die Beiträge geben nicht nur Worterklärungen, sondern auch Hinweise auf ästhetische, stilistische oder historische Besonderheiten des beschriebenen Gegenstandes sowie erste bibliographische Daten. Das Lexikon versammelt in einem Alphabet Begriffe aus fünf verschiedenen Bereichen: Gattungen, Genres, Motive, Figuren; technische und handwerkliche Redeweisen und Bezeichnungen; Begriffe der Kinopraxis, Produktion, Aufführungswesen; Institutionen des Films, Produzenten, Studios, Archive, Gesellschaften, Preise etc.; theoretische Konzepte, Filmwissenschaft. Unter den Verfassern befinden sich auch F.LM-Redakteure und -Autoren.
Link: http://www.bender-verlag.de/lexikon/index.php

Kieler Beiträge zur Filmmusikforschung
In den „Kieler Beiträgen zur Filmmusikforschung“ (ISSN ISSN 1866-4768) geht es neben der Untersuchung klassischer Filmscores und einer Fokussierung etablierter Genres (z.B. Musical, Filmoperette, Biopic, Konzertfilm) auch um die Betrachtung des experimentellen Musik- und Toneinsatzes im Zusammenspiel mit filmischen Formen. Im Rahmen dessen werden theoretische und historische Modelle geprüft und ausgebaut, mit dem Ziel, systematische Zugänge für das bisher sehr heterogene Forschungsgebiet zu erarbeiten. Die Seite enthält nicht nur ein unregelmäßiges Online-Journal zu allen Bereichen der technischen, historischen und systematischen Erforschung der Filmmusik, sondern umfaßt auch die Dokumentationen eines Projekts zur Erfassung der Dokumentarfilme der Rock-Musik („Rockumentaries“).
Link: http://www.filmmusik.uni-kiel.de/index.php
derwulff.de
DerWulff.de ist der Name eines Projektes, mit dem der Heterogenität der Orte, an denen über Film und Fernsehen gearbeitet wird, der thematischen Vielfalt der Arbeiten, aber auch ihrer oft problematischen Erreichbarkeit begegnet werden soll. Es geht darum, film- und fernsehwissenschaftliche Arbeiten online zu stellen, sie damit dem wissenschaftlichen Diskurs und der weiteren Arbeit zugänglich zu machen. Darum auch soll die Plattform, die derzeit vor allem Texte des Fachvertreters in Kiel bereitstellt, sukzessive um Texte anderer Film- und Medienwissenschaftler erweitert werden – die Publikation vergriffener oder schwer zugänglicher Texte bleibt eine Daueraufgabe für die Filmwissernschaft.
Link: http://www.derwulff.de




