Der Vorsitz des Vorstandes der Deutschen Filmakademie protestiert gegen die Verhaftung des iranischen Regisseurs Jafar Panahi
München, 04.03.2010 – Der Vorstand der Deutschen Filmakademie e.V. hat mit Empörung zur Kenntnis genommen, dass Jafar Panahi, einer der wichtigsten und weltweit renommiertesten unabhängigen Filmemacher des Iran, am Montag in seinem Haus in Teheran verhaftet wurde. Die Mitglieder des Vorstands kritisieren diese eindeutig als politische Einschüchterungsmaßnahme zu verstehende Aktion der Staatsanwaltschaft auf Schärfste und fordern die sofortige Freilassung des Künstlers.
Panahi, der den Ausgang der Präsidentenwahl im Iran 2009 offen kritisiert hatte und die Opposition unterstützt, war in den letzten Monaten schon mehrfach Repressionen ausgesetzt. So wurde er bereits im Juli letzten Jahres während der Trauerfeier für eine getötete Studentin vorübergehend verhaftet. Außerdem wurde Panahi unlängst die Ausreise nach Berlin verweigert. Der Regisseur, der 2006 den Silbernen Bären für seinen Spielfilm “Offside” erhalten hatte, war als Ehrengast zur Berlinale 2010 eingeladen worden und durfte diese Einladung nicht annehmen.
Die in Teheran geborene Schauspielerin Jasmin Tabatabai, stellvertretende Vorsitzende des Vorstandes der Deutschen Filmakademie, begründet den Protest mit Nachdruck: „Die Kollegen im Iran sollen wissen, dass wir Filmschaffenden im Ausland nicht wegschauen, wenn ihnen Unrecht geschieht. Im Gegenteil.“
Der Vorstand der Deutschen Filmakademie ermutigt die Mitglieder ausdrücklich, sich diesem Protest mit persönlichen Schreiben an die iranische Botschaft in Berlin anzuschließen (iran.botschaft@t-online.de).
Thomas Kufus
(Vorstandsvorsitzender der Deutschen Filmakademie e.V.)Tom Spieß
(Stellvertreter)Jasmin Tabatabai
(Stellvertreterin)
[SH/Just Publicity]





